warum kommen die kollegen im altenheim mit dem selbstbezogenen verhalten so schwer klar?

4 Antworten

die pflege - gerade im stationären bereich - ist teamwork. voll von kompromissen und rücksichtnahmen - auch oder gerade den kollegen gegenüber (aber genau dort wird auch ein rückfluss der rücksichtnahme erwartet). gegenüber den klienten mag eine akzeptanz (auch dort nur bis zu einem bestimmten grade, der von persönlichen grenzen abhängig ist) vorliegen ... bei den kolegen sieht das etwas anders aus. ein team ist bloss so stark wie sein schwächstes glied und wenn ein glied eben selbstbezogen ist und sehr grosse probleme hat, auf zwischenmenschlicher ebene eine inteligenz zu zeigen ... so gibt das probleme, denn ein ganz grosser anteil ist eben komunikation ... welche so schon oft sträflichst vernachlässigt wird und die, die noch möglich ist, sollte dann produktiv sein ... besteht sie allerdings aus rechtfertigung, hervorheben der subjektiv empfundenen überlegenheit und arealabsteckung, so hat keiner mehr bock auf komunikation ... oder eben auf den entsprechenden kollegen.

Die Arbeit ist hart und die Bezahlung miserabel. Dazu kommt noch, dass der Träger meistens sehr viel Druck macht und die Arbeit erschwert, wodurch die Frustration steigt. 

Man wird so oft in den Hintern getreten, dass man niemanden mehr auf die Schulter klopft.

Liebe aspergerchris.

Ein großer Streßfaktor ist die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz aufgrund nicht anerkannter Arbeitsleistung. Jeder von uns möchte für sein Tun Bestätigung und Anerkennung haben. Dies scheint Dir am Arbeitsplatz zu fehlen. Du hast den Eindruck, daß Deine Kollegen mit Dir nicht zufrieden sind. Deine Erwartung bzw Dein Bedürfnis wird nicht erfüllt und das frustet Dich. Du wirkst eher selbstunsicher. Da kommt man schnell in einen gedanklichen Teufelskreis hinein und vieles sehr persönlich auf sich bezieht. Das heißt, die Wahrnehmung einer Situation oder von Menschen kann sich eventuell sogar verzerren. Das ist bei allen Menschen so. Was also tun?

Wie kann ich mir Dich als arbeitender Mensch vorstellen? Du beschreibst Dich als sehr konzentriert, verrichtest die Aufgaben gerne nacheinander, setzt dich körperlich bis an die Grenzen ein. Klingt doch sehr engagiert und verantwortungsvoll. .Sei Du Dir selbst über Deine Leistung im Klaren. Wenn Du noch nicht lange dort arbeitest, gestehe Dir selbst eine Einarbeitungszeit zu.

Deshalb würde ich an Deiner Stelle jetzt sofort aufhören, weiterhin über die nicht erbrachte Anerkennung der Kollegen weiter zu grübeln. Bitte am Montag Deinen Vorgesetzten um ein Gespräch. Frage ob er Dir eine Rückmeldung zu Deiner Arbeitsleistung geben kann, was gibt es Positives und wo könntest Du Dich verbessern bzw. weiterbilden. Werde AKTIV. Dann gehe auf Deine Kollegen zu und frage, wann Du mal ein paar süße Stückchen zur Kaffeepause mitbringen kannst. Es ist ein Geben und ein Nehmen. Was trägst Du zu einem guten Team bei? Wenn Du viel Mut hast kannst Du ja Deine Wahrnehmung ansprechen: " ... seid ihr mit mir zufrieden? was könnte ich denn nach eurer Meinung anders machen..."

Paß gut auf Dich auf. Es wäre schlimm, wenn sich aus o.g. Situation ein Mobbing entwickeln würde. Nimm die Situation ernst. Sie wird sich nicht von alleine ändern. Da mußt Du schon was unternehmen oder ansprechen. Du könntest gegebenenfalls mal beim Arbeitsamt anfragen, ob es kostenlose Beratungen zu Deinem Problem gibt. Oder bei einer öffentlichen Beratungsstelle (Caritas, kirchliche Beratungsstellen, etc) Unterstützung suchen.

Alles Gute!

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