Warum ist Fluor reaktionsfreudiger als Iod?

5 Antworten

Hallo DasWolfi

Der Radius eines Fluor-Atoms ist relativ klein. Im F2-Molekül ist dadurch der Bindungsabstand ebenfalls relativ klein. Nun kommen sich aber die freien Elektronenpaare der beiden Atome so nahe, dass sie sich abstoßen und die Bindung schwächen. Hieraus resultiert eine recht niedrige Energie, um die F-F-Bindung zu spalten. Zusammen mit der hohen Elektronegativität ergibt sich so die äußerst hohe Reaktivität, die selbst vor den schwereren Edelgasen nicht halt macht.

LG 

Die Reaktionsfreudigkeit nimmt von oben nach unten ab, weil die Atomradien von oben nach unten zunehmen, die Kerne also nach außen hin von immer größeren "Elektronenwolken" abgeschirmt werden (=> Abnahme der Elektronegativität). 

Beim Fluor kommt noch hinzu, dass es keine M-Schale besitzt, die haben die Halogene erst ab Chlor. Die M-Schale bietet 5 unbesetzte d-Orbitale, die energetisch so günstig liegen, dass sie mit den freien p-Elektronenpaaren des benachbarten Bindungspartners in Wechselwirkung treten können (p → dπ-Bindung). So wird ab Chlor eine Bindungsordnung > 1 und demzufolge eine Bindungsverstärkung ermöglicht. Da Fluor in der 2. Periode steht und daher keine energetisch günstigen d-Orbitale anbieten kann, gibt es hier keinen solchen Effekt, weshalb Fluormoleküle trotz der geringen Bindungslängen verhältnismäßig leicht in Radikale zerfallen (=> erhöhte Reaktivität). 

Falls Du es nicht so genau wissen musst, riecht es aber auch, wenn Du dir nur den 1. Absatz merkst.        

47

Die Reaktionsfreudigkeit nimmt von oben nach unten ab

auch bei den Alkalimtallen und Edelgasen?

1
19
@ThomasJNewton

In meiner Antwort beziehe ich mich nur auf die Halogene. Aber guter Einwand, das hätte man deutlicher machen müssen. 

1

Fluor ist das elektronegativste Element. Hier sind die Kräfte des Atomkerns am stärksten.

Was möchtest Du wissen?