Warum haben so viele Juden deutsche Nachnamen?

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6 Antworten

Die Juden sind nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n. Chr. unter Titus gezwungen worden, das Heilige Land zu verlassen und wurden in alle Welt verstreut (Diaspora). Es gab die Sephardim, die Ashkenanzi, die Ostjuden, die persische Gemeinde etc., etc., In Deutschland waren es mehr oder weniger die askenasischen Juden, die im Gegensatz zu den christlichen Mitbürgern, die ca. seit dem 12. Jahrhundert begannen Vor- und Zunamen zu entwickeln, an ihrem herkömmlichen System festhielten (Jehuda Sohn des Moische, Salomon ben Elias, etc.) Das war bei der Übersichtlichkeit der Gemeinden auch möglich, wenn man konkreter werden wollte, dann schrieb man eben an Joshua ben Scholcher von der Gemeinde Worms o.ä.

Das Reich kümmerte sich darum wenig. Erst im 19. Jahrhundert, als der Codex Napoleon auch die Juden im napoleonischen Einflußgebiet gesetzlich gleichstellte und emanzipierte, welch selbiges auch nach Leipzig und Waterloo von Preußen und später vom Rest Deutschlands nicht revidiert wurde, legte man den Juden nahe, sich integrativ Familiennamen zuzulegen. Die Juden namen diesen adminstrativen (und auch alternativlosen ;-) Vorschlag an und gaben sich mehrheitlich schön klingende Namen wie Goldstein, Rosenzweig oder Hirschfeld und andere. Sie hätten natürlich auch hebräische Namen wählen können. Aber sie waren ihrer deutschen Heimat eng verbunden und dankbar, dass der deutsche Gesetzgeber ihnen endlich Rechtssicherheit vor Progromen und haßvoller Verfolgung garantierte und einen gleichberechtigten Zugang zu Berufen eröffnete, die nicht unbedingt nur auf das Finanzgewerbe fixiert waren z.B. Rechtsanwälte, Richter, Offiziere, Ärzte, Forscher, Autoren, Unternehmer etc.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es einen großen Exodus (Massenemigration) aus Deutschland von Juden, deren großer Patriotismus bis dahin ihrer Heimat Deutschland galt. Da diese Juden zum großen Teil bedeutende Leistungsträger der deutschen Wisssenschaft, Literatur und Intellektualität, ach was, der gesamten Gesellschaft gewesen waren, fanden sie in aller Welt desto leichter Aufnahme, je mehr Bildung und Knowhow sie aus Deutschland in ihre neuen Heimatländer mitnahmen. Deshalb findest Du beispielsweise in den USA heute große Gemeinden, deren Herkunft aus Deutschland resultiert, weil ihre Vorfahren in der Zeit der Shoa aus Deutschland fliehen mussten um das nackte Leben zu retten.

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Kommentar von Bajun
10.10.2011, 21:46

Danke fürs Sternchen ;-)

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Irgendwann in der Geschichte war jemand der Meinung, jeder Mensch müßte Namen nach der gängigen Sitte aus Vornamen und Familiennamen haben, die Juden wurden gezwungen, diese Namen anzunehmen. Dabei kam es oft zu Vorgängen, die man heute nicht akzeptieren würde: wer genug bezahlte, bekam einen "schönen", wer nicht, bekam einen lächerlichen oder sogar beleidigenden Namen. Je nach Land waren diese Namen eben deutschen oder französischen oder englischen usw. Ursprungs.

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Yiddish ist auch sehr nah an der Deutschen Sprache. Viele deutsch klingende Namen zb bei Amerikanern sind meist juedische Fluechtlinge aus Deutschland. Eine Religion hat ja nichts mit der Herkunft zu tun, so gibt es auch Katholiken in Ghana und Amish in Kanada (Amish ist eigentlich eine aus der Schweiz stammende Religion) und viele Amish gerade Schwarzentrupper Amish besitzen Deutsche Nachnamen.

Schau einmal hier : http://www.jewfaq.org/jnames.htm

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Weil es viele Juden deutscher Abstammung gibt!

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weil man als jude einer religion, nicht aber einem staat angehört. so haben deutsche juden deutsche nachnahmen, ist ganz normal und natürlich!!

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Weil bis zum 3. Reich so viele Juden im deutschsprachigen Raum gelebt haben.

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