Warum gab es im Mittelalter keine Demokratie obwohl es sie doch schon in der Antike in Griechenland gab?

9 Antworten

Es hat auch im Mittelalter in Europa demokratische Strukturen gegeben, wenn auch nur in eng begrenzten, meist schwer zugänglichen Gebieten. So hat sich im Gebiet der heutigen Schweiz bereits die Demokratie entwickelt. Klein, aber sehr gut organisiert waren die demokratischen Gemeinschaften bajuwarischer Siedler, die von der Republik Venedig toleriert wurden,  wie die Sieben Gemeinden um die Stadt Asiago/Schlege in der Provinz Vicenza/Wiesenthein oder die 13 Gemeinden in den Lessinischen Bergen in der Provinz Verona/Bern. Auch die Generalgemeinden (Magnifiche Comunità) im italienischsprachigen Teil Tirols waren demokratisch organisiert. Bei allen diesen Beispielen waren allerdings immer nur die Familienoberhäupter wahlberechtigt. Andere Familienmitglieder (gleich ob weiblich oder männlich) durften nicht mit entscheiden. 

Die attische sog. Demokratie war ein Sklavenhalterstaat, keine echte Demokratie.

Im Mittelalter entwickelte sich der Lehnsstaat oder Feudalstaat. Die Gefolgsleute des Königs, später Fürsten oder Grafen genannt, wurden vom König mit mehr oder weniger großem Territorium belehnt, dem sog. feudum. Auf diesem Feudum regierten sie über ihre Untertanen, von denen die Bauern in der milden Form der Leibeigenschaft, der Erbuntertänigkeit, lebten. Die Schulbildung war derart kümmerlich, dass die Untertanen fest glaubten, diese Staats- und Gesellschaftsordnung sei von Gott gegeben.

Erst als im Verlauf der Neuzeit die Schulbildung besser wurde, dämmerte es den Untertanen, bestärkt durch die Ideen der Aufklärung, dass die Feudalordnung ungerecht und mit der Würde des Menschen nicht vereinbar sei. Das feudale Regiment in Frankreich beging schließlich derart grobe Fehler, dass der Ruin des Staates 1789 nicht mehr geleugnet werden konnte. Die "Untertanen" vernichteten in der französischen Revolution den Feudalstaat, erklärten die Menschen- und Bürgerrechte und errichteten 1792 vorübergehend die erste konstitutionelle, d.h. durch eine Verfassung eingeschränkte, Monarchie.

Diese Ideen der Französischen Revolution verbreiteten sich in ganz Europa. Zunächst bildeten sich liberale Staaten, die sich dann allmählich zu Demokratien entwickelten.

In Deutschland war der letzte feudale Staat (mit liberalen und demokratischen Elementen), die 1871 gegründete konstitutionelle Monarchie, auch Bismarckstaat genannt, 1918 am Ende. Die Weimarer Demokratie nahm ihren Anfang.


Ganz Westeuropa geht ja im Grunde auf die Germanen zurück,weil germanische Stämme ungefähr so gegen Zusammenbruch des römischen Reichs in Frankreich,Spanien,die britischen Inseln und Italien geströmt sind.Germanen hatten zwar demokratische Züge in Form von Gerichten oder Verhandlungen,aber der Großteil der Ständeordnung bestand aus Herrschaft der Oberhäuptern,Kurfürsten oder Herzogen usw. Das wurde also quasi in die Gebiete getragen und weil das Christentum noch im römischen Reich zur Staatsreligion erklärt und finanziell in Westeuropa aufgebaut wurde,erlangte es unter den germanischen Stämmen noch mehr Bedeutung und die Hunnen wurden verfolgt.
Damit hat sich die Kirche eben nach ganz oben schaukeln können und dem strenggläubigen Volk alles religiös rechtfertigen können.

Zu Osteuropa kann ich da aber nicht viel sagen,auch bei meiner Ausführung hier bin ich mir nicht ganz sicher,ich meine,das mal so gelesen zu haben,ich freue mich aber über Verbesserungen!

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