Warum benimmt man sich auf dem Dorf so anders?

12 Antworten

Alles eine Frage des Umgangs.
Ich mag es auf dem Dorf lieber, eben weil man noch ein Auge auf den Nachbarn wirft. In unserem Wohnblock interessiert es keinen, wenn Fahrräder und Kinderwagen geklaut oder Autos zerkratzt werden. Ja Dörfer können manchmal "engstirnig" sein, aber wenn man einmal in der Gemeinschaft drin ist, ist die Voreingenommenheit sofort weg.

Ich glaube auch nicht, dass man einen großen Unterschied zwischen den Trinkgewohnheiten der Jugendlichen feststellt. In der Stadt stört sich halt niemand daran.

In der ländlichen Gegend kennt jeder jeden, man ist verwurzelt, kennt die Familiengeschichten in und auswendig. Da gibt es offene und versteckte Feindschaften und Freundschaften.

Der Zusammenhalt ist oft groß, man hilft sich gegenseitig, weil an selbst vlt. auch mal Hilfe braucht.

In so eine Gemeinschaft als "Extern" hineinzukommen, ist oft nicht leicht. In Städten ist es im jeweiligen Quartier oft such nicht viel anders- geläsert wird überall nur hört man es dort nicht so offensichtlich.

Und trinken tut man hier wie da!

Also ich erlebe das genau andersherum:

Ich selbst lebe in einem Dorf und gehe auf eine Schule, die nur von sehr wenigen "Stadtkindern" besucht wird und die kommen höchstens aus Kleinstädten.

Das Jugendliche trinken sehe ich eigentlich nur an Silvester. Da trinken auch die 14-jährigen mal ein Glas Sekt (mit Orangensaft), was aber nicht viel ist.

Auf Dorffesten übertreiben es einige tatsächlich, die gehen aber schon auf die 60 zu. Minderjährige, die sich betrinken, habe ich noch nie gesehen.

Was ich aber schon erlebt habe ist, dass 15-/16-jährige extra zu Freunden oder Verwandten in die Stadt fahren, um sich "ungestört" betrinken zu können.

Ich denke das liegt daran, dass man sich in einem Dorf sehr gut kennt. Wenn sich ein Jugendlicher da betrinkt und das jemand sieht, weiß es am nächsten jeder (auch die Eltern).

Ich habe einige Bekannte, die in Städten (auch in großen Städten, wie Berlin) leben und empfinde die als deutlich voreingenommener.

Vielleicht liegt das daran, dass Städter zwar viele Menschen um sich rum haben, aber nur wenige davon wirklich kennen. So bilden sie sich bei der ersten Begegnung ihre Meinungen, ohne weitere Gespräche mit ihnen zu führen und somit die Möglichkeit zu haben, die Meinung zu überdenken.

Das sind aber meine persönlichen Erfahrungen. Man kann wahrscheinlich nie mit 100%iger Sicherheit sagen, ob jetzt die Leute vom Land oder die aus der Stadt voreingenommener/offener/gemeiner/etc. sind.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich finde, man kann nicht pauschal sagen, dass Leute vom Dorf mehr lästern usw. Der Punkt, dass Menschen in Großstädten oft toleranter und weltoffener sind, stimmt. Die Leute dort sehen ja auch mehr und Menschen aus verschiedensten Kulturen leben zusammen. Im Dorf ist alles ein wenig traditioneller und konservativer. Ich persönlich liebe es aber, in einem Dorf zu leben. Es ist ruhig, man grüßt sich und es ist nicht so stressig wie in einer großen Stadt. Hier wird auch nicht gelästert und ich bin der Meinung, dass der Zusammenhalt in einem Dorf oder in einer Kleinstadt größer ist.

Wenn man in einer grossen Stadt über jeden spottet, der seltsam daher kommt, hätte man viel zu tun - man gewöhnt sich dran, dass hinter jeder Ecke jemand auftauchen könnte und auch tut, der völlig anders, als man selber ist.
Man ist der menschlichen Vielfalt deshalb sehr viel toleranter gegenüber bzw. es ist einem egal.

Der Kreis, in dem man in der Stadt oder auf dem Land verkehrt mag ähnlich gross sein - das drumherum ist aber unterschiedlich gross und unterschiedlich vielfältig.

Was möchtest Du wissen?