Warum bekommen Hartz IV Empfänger keine oder nur sehr schwer Wohnungen?

8 Antworten

Es werden nur Miete und Nebenkosten bis zu einer gewissen Höhe bezahlt. Es gibt aber kaum Wohnungen die so preisgünstig vermietet werden. Selbst wenn der Hartz IV Empfänger den Rest aus eigener Tasche bezahlen würde, dürfte er offiziell nicht in eine solche Wohnung ziehen. Und wenn es doch irgendwie klappen würde und er würde den Rest nicht bezahlen, dann könnte er nicht gepfändet werden. Da rentiert es sich steuertechnisch betrachtet für einen Vermieter eher eine Wohnung leerstehen zu lassen.

Die Steigerung der Mieten durch Leerstand und Aufwertung einfachen Wohnraums in Richtung Luxus- oder Mittelklassewohnungen birgt für Investierende höhere Profite als die Bereitstellung, günstigen, annehmbaren Wohnraumes. Und das ist im Kapitalismus maßgebend für das Wirtschaften.

Zudem werden Einkommensschwache und von Hartz IV Abhängige zunehmend durch Mieterhöhungen und "Modernisierungen" der Immobilien gezwungen ihre angestammten Kieze und Viertel zu verlassen. Die Behörde lässt es nicht zu, dass für eine bestimmte Wohnfläche zu viel gezahlt wird, sodass bei einer Erhöhung der Miete eine Immobilie, die vorher vllt. für das Amt annehmbar war, nicht weiter unterstützt wird.

Das Phänomen der "Aufwertung" ganzer Stadtteile wird auch als Gentrifikation (aus dem Englischen gentrification) bezeichnet.

http://www.youtube.com/watch?v=gYXgGyETEZY&feature=related

Soll also die 'Allgemeinheit' tiefer in die Tasche greifen, damit HartzIV-Empfänger nicht aus Ihrer gewohnten Umgebung wegziehen müssen?

Was hat das mit Kapitalismus und Luxussanierungen zu tun. Schon mal darüber nachgedacht wie stark Grundsteuer und Nebenkosten in den letzten Jahren gestiegen sind, die wenigsten Wohnungen in den von Dir angesprochenen Gebieten werden übrigens luxussaniert, die Mieten steigen einfach...

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Das hat ein sehr einfachen Grund:

Die meisten Mieter vermieten ihr Eigentum nicht aus Gutmenschentum, sondern Mieteinnahmen bzw Mietobjekte sind teil ihrer Finanzplanung. Es mag verrückt klingen, aber viele Vermieter sind gar auf die Mieteinnahmen zur Tilgung der Kredite für das Mietobjekt angewiesen.

Unter diesem Wissen versetze dich bitte in die Lage eines solchen Vermieters:

Du hast für dein Objekt - gerade in München - 20 Mietinteressenten. Davon sind 10 Leistungsbezieher nach SGB 2, und 10 haben unbefristete Arbeitsverträge und zum Teil Vermögenswerte... Nun kann man argumentieren, dass selbst jeder Arbeitnehmer binnen einen Jahres auf ALG 2 angewiesen könnte und dass gerade die Miete von ALG2-Empfängern immer pünktlich ankommt.

Für den Vermieter ist das aber leider kein Vorteil, denn der ALG2-Empfänger kann dieser Vereinbarung jederzeit wiedersprechen und das Geld widerrechtlich für andere Zwecke verwenden. Schwerwiegender ist allerdings die Tatsache, dass im Schadensfall (z.B. Mietausfall, Beschädigungen am Mietobjekt, ...) bei ALG2-Empfängern nichts zu holen ist und das in solchen Fällen auch über Jahre so bleiben wird. Ein Vermieter kann also gerichtlich einen Titel erwirken; dieser wird aber oft den Wert von Toilettenpapier nicht übersteigen.

Man kann dem Vermieter also keinen Vorwurf machen. Er stellt lediglich sein eigenes Wohl über das der Person, an die er Vermietet.

Das stimmt so nicht...

Jeder Vermieter, der eine preisgünstige Wohnung auf den Markt wirft, wünscht sich doch einen HartzIV-Mieter, immerhin ist die Miete doch garantiert, im unteren Segment gibt es Mietrückstände, die z.T. die Existenzen der Vermieter bedrohen...

Habe ich aber eine höherwertige Wohnung, wird diese

  1. nicht im Rahmen der vom Jobcenter festgesetzter Kosten bewegen
  2. vom Anspruch der übrigen Mieter eher gegen einen HartzIV-Empfänger sprechen...

Man kann sich darüber aufregen, dass HartzIV-Empfänger aus besseren Wohngegenden vertrieben werden, nur ist es doch nicht einzusehen, dass ich auf Kosten der Allgemeinheit lebe und dann auch noch in einer bevorzugten Wohngegend. Sicher ist es unangenehm in einen Bezirk wie Marzahn-Hellersdorf in Berlin zu ziehen, wenn ich Steglitz oder Zehlendorf gewohnt bin, vielleicht ist es aber eine zusätzliche Motivation sich um eine Anstellung zu bemühen...

Generell herrscht Wohnungsnot und das betrift z.B. kinderreiche Familien deutlich stärker als z.B. HartzIvler!

Ich spreche aus Erfahrung, nicht das mich die Miete so stark tangieren würde, aber nicht jeder nimmt eine Familie mit 3 Kindern, wer es nicht so dicke hat, merkt übrigens schnell, wir stark die Mieten in den letzten 5 Jahren angezogen haben, in Städten wie München oder Frankfurt ist es selbst für Angestellte beinahe unmöglich bezahlbaren Wohnraum innerhalb der Innenstädte zu bekommen.

Warum? Weil man den Wohnungsbau jahrelang nicht gefördert hat, die Rechte der Kleinvermieter geschwächt und die der potentialen Miet-Nomaden immer noch beschützt. Wer wie ich in der Problematik der Privatvermietung steckt, der wundert sich, warum man so umfangreiche Auswahlverfahren benutzt, bevor man sich für einen Mieter entscheidet, macht man da einen Fehler, kommt man auch finanziell schnell in Schwierigkeiten, es gibt in diesem Land ältere Leute, die Ihren Ruhestand mit 1-3 Wohnungen erwirtschaften, man stelle sich vor man hat am 1. auf einmal nur 60 oder 50% seiner Rente oder seines Gehalts auf dem Konto...

^^ augenverdreh

Hartz IV Empfänger leben auf Kosten der Allgemeinheit.
So, so.

Die Allgemeinheit leistet sich Hartz IV Empfänger.
Und nicht nur das .. in der Folge sprunghaft steigende Gesundheitskosten, denn Hartz IV macht nachweislich krank. Immense Sozialgerichtskosten durch vorsätzliche Rechtsbrüche bei der Anwendung des Gesetzes. Sie leistet sich einen enormen Anteil an Aufstockern, Leuten, die von ihren Einkünften aus 40 Stunden Jobs nicht leben können.

So herum wird ein Schuh daraus.

Hallo, ist da die Bäckereifabrik Lichterfelde Süd? Ich bin Cindy aus Marzahn und wollte mich bei Ihnen um den 400 Euro Job bewerben.

Cool. Cindy hat Arbeit.
Leben kann sie davon nicht.
Umziehen auch nicht.

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@holodeck

Du kannst Deine gesellschaftspolitischen Diskurse gern mit Deinem Abgeordneten oder im Kiosk Deines Vertrauens führen, an einer Diskussion mit Dir bin ich nicht interessiert, wir haben uns dahingehend verständigt uns gegenseitig nicht mehr zu behelligen, also halte Dich bitte daran...

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hey (:

ich bin ja kein hartz iv empfänger, und werde es hoffentlich auch nie sein. Musst mir als solcher natürlich noch nie eine Wohnung suchen. Aber es weis doch jeder, dass die Wohnungen in Großstädten sehr teuer sind! In München arbeiten sehr viele Leute und die brauchen natürlich Wohnungen. Wobei die meisten Arbeiter wahrscheinlich sogar in der Umgebung von München und nicht direkt dort leben. Demnach gibt es also mehr Nachfragen als Angebote und so ist es doch logisch, dass die Wohnungen eine recht hohe Miete kosten. Das hat also garnichts mit Wohnungsnot zu tuen. Hartz IV empfänger können sich auf grund ihrer finanzellen lage nunmal nicht aussuchen wo sie wohnen können. Sie müssen sich damit zufrieden geben, was sie sich mit hilfe von staatlicher finanzeller Unterstützung leisten können. In Kleinstädten ist es bestimmt kein Problem eine Wohnung zufinden.

LG

was ist ein Hartz iv Empfänger ?

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@Claudia4711

Einer, der kein Arbeitslosengeld 1 mehr kriegt! Also zuerst kriegt man Arbeitslosengeld 1, etwa 60% vom letzten Gehalt, und dann kommt Arbeitslosengeld 2, sprich, Hartz 4!

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