War Darth vader jetzt eigentlich ein Held, Opfer oder der boesewicht? Was meint ihr

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Er war der Auserwählte. In sofern war er vielleicht das Opfer einer Prophezeiung, die übermittelt wurde, lange bevor es Ani auch nur ansatzweise gab. Ansonsten könnte man es glaube ich ganz gut erklären mit den Worten von Sirius aus einem der Potter-Filme. Er war kein böser Mensch. Er war ein Mensch, dem Böses widerfahren ist. Natürlich rechtfertigt das nicht, einen Tempel voller Jünglinge hinzuschlachten oder einen tyrannischen Imperator zu unterstützen, auch wenn er ihn letztlich (wortwörtlich) zu Fall gebracht hat. Es gibt ja dieses Allerweltssprichwort "Man hat immer eine Wahl.", und ich will nicht behaupten, dass Anakin nicht auch eine Wahl gehabt hätte. Er hatte oft die Wahl. Er hätte sich Leuten anvertrauen können, denen er sich nicht anvertraut hat. Er hätte sich gegen Leute stellen können, gegen die er sich nicht gestellt hat. Er hätte alles viel früher beenden können... Hätte er wirklich?

Anakin wurde als junger Erwachsener von so ziemlich allen Leuten verraten, die ihm etwas bedeuteten. Er hat fast alle Leute verloren, die ihm je etwas bedeutet haben. Übrig blieb einzig und allein der neue Imperator Palpatine. Der wiederum hat grauenhaftes von ihm verlangt, mit der Aussicht auf die einzige Belohnung, die Anakin etwas bedeutete: das Leben seiner geliebten Frau und ihres Kindes. Doch Padmé starb und Anakin musste fortan mit der (falschen?) Gewissheit leben, direkt an ihrem Tod schuld zu sein. Ich bezweifle, dass es einen Zwanzigjährigen in unserem oder dem Star-Wars-Universum gibt, der das unbeschadet verkraftet hätte. Der Körper geschunden, der Geist gebrochen. Vor Gericht würde ein psychologischer Gutachter ihn vermutlich für nur eingeschränkt schuldfähig befinden. Von der Verwandlung zu Darth Vader hat Anakin tiefe seelische Wunden davongetragen, und es brauchte mehr als 20 Jahre, bis sie heilen konnten. Er war nicht der Bösewicht. Er wollte nie böse sein. Er wollte seine Familie retten, und geriet damit in die Fänge des Bösewichts, des Imperators.

Das macht ihn allerdings noch lange nicht zum Helden. Wobei man sich hier ohnehin fragen müsste, was genau ein Held eigentlich ist. Einer, der seine Wünsche zurückstellt und tut, was von ihm verlangt wird? Genau diese Formulierung verwendet Anakin übrigens in Episode II gegenüber Padmé. Dabei geht es allerdings weniger um Heldentum, als vielmehr um Pflichtbewusstsein. Nach dieser Definition wäre Anakin weder ein Held noch pflichtbewusst. Er ist seinen Wünschen gefolgt. Ist ein Held einer, der sich für andere aufopfert? Immerhin war Anakin bereit, sich dem Dunklen Lord der Sith zu unterwerfen um Padmé und ihr Kind zu retten. Und er hat sich viele Jahre später zwischen seinen Sohn und den Imperator geworfen, seinen Sohn gerettet und die Galaxis von einem Tyrannen befreit. Er selbst fand bei dieser (Helden?)Tat den Tod. Möglicherweise also ein Held. Zumindest in Teilzeit.

Meiner persönlichen Meinung nach war er aber die meiste Zeit etwas ganz anderes: Ein Mann, der seinen Weg und seinen Platz in der Galaxis sucht. Hin und her gerissen zwischen Pflichten, sei es gegenüber den Jedi oder den Sith, und Liebe, zwischen seinen Träumen und der Realität. Er war der Auserwählte, aber keiner hatte ihm je gesagt, was eigentlich von ihm erwartet wird.

Eine echt tolle Antwort, Daumen hoch:)

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Schöne Antwort - dennoch Ergänzung / Überlegung von mir dazu:

Anakin war nach der Prophezeiung "der Auserwählte, durch den die Macht ins Gleichgewicht kommt". Prophezeiungen sind aber nicht immer ganz leicht zu deuten - vielleicht bringt er die Macht ja dadurch ins Gleichgewicht, dass er Luke zeugt, der dann ihn und den Imperator bekämpft. Oder vielleicht sogar erst dadurch, dass er sich vor seinem Tod von der dunklen Seite der Macht abwendet und (ich vermute, als erster Sith überhaupt) wieder auf die helle Seite bekehrt - diese Bekehrung wäre aber ohne seinen vorherigen Abfall gar nicht möglich gewesen.

Insofern kann man Vader m. E. schon - über die ganze Geschichte gesehen - als den "tragischen Helden" ansehen.

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Er war eigentlich alles weil der held war er wo er den imperator getötet hat der bösewicht war er von episode 4 bis 6 und das opfer war er wo der imperator ihn manipuliert hat und weil er verbrannt ist aber wo anikan (darth vader) verbrannt ist,ist ja später gedreht worden

Liebe Zoé, ich denke, er war einfach ein Mensch wie du und ich, mit Gutem und Bösem- Stärken und Schwächen - verführt aber trotzdem verantwortlich. Irgendwie tut er mir leid, ich kann mit ihm mitempfinden, obwohl das was er getan hat, sicher durch nichts zu rechtfertigen wäre. Gewollt hat er das alles sicher nicht, man merkt ja auch, wie verzweifelt er am Ende ist - es hilft aber auch nicht, die Verantwortung auf die Umstände oder andere (Palpatine) abzuschieben. Ich sehe in der Person Anakin auch ein Bild für den verlorenen Zustand der ganzen Menschheit, kann mich in seiner menschlichen Schwachheit auch ein Stück weit mit ihm identifizieren, denn Verführbarkeit und Neigung zum Bösen ist doch in jedem menschlichen Herzen drin. Oder kennst du nicht diesen inneren Kampf zwischen Gut und Böse, dass du Gutes möchtest aber irgendwie doch das Gegenteil tust, wie Paulus schon sagt „Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.“(Röm.7,18) ?
Wieviel Krieg und Gewalt, Hass und Leid gibt es in unserer realen Welt, wieviel zerbrochene Herzen, zerbrochene Beziehungen auch bei uns! Ich glaube, dass wir alle wirklich Vergebung und Erlösung brauchen, auch wenn wir keinen umgebracht haben -oder?

Ich weiß nicht, ob dich Fragen nach Sinn und Gott interessieren, aber ich sehe in den StarWars -Filmen viele tiefe Wahrheiten der Bibel bildgewaltig umgesetzt wie Verführung, Schuld und letztendlich Erlösung, darum bewegt es mich im Moment auch so tief. Es ist schon seltsam, ich bin seit 15 Jahren Christ, aber in den letzten Jahren war mir durch Alltagsstress und manche Schwierigkeiten die Freude am Herrn ziemlich abhanden gekommen – dass Gott ausgerechnet einen Film wie Star Wars benutzt, um mich neu für das Evangelium zu begeistern. Aber so redet Gott auch. Ich hatte tatsächlich wie Ani Wutgefühle nicht unter Kontrolle, auf einmal merke ich, wie sich bei mir selber etwas Hartes im Herz gelöst hat und ich mich wieder freuen kann, dass ich Gottes Kind bin. Mich hat tief berührt, wie Darth Vader am Ende endlich zum Guten umkehrt und Erlösung für seine Seele findet. Aber die findet er nicht aus eigener Kraft, wie hätte er auch, so zerbrochen wie er ist, alleine beschließen können, sein Leben zu verbessern. Das kann er nicht, und ich denke, dass können wir auch nicht. Erlösung muss von außern kommen, von jemand, der liebt und jemand, der nicht selbst vom Bösen beherrscht wird – ich glaube, dieser Jemand ist Jesus, Gottes Sohn. In diesem letzten Duell trägt Luke, meine ich, ganz klar jesus-ähnliche Charkterzüge, er ist so gütig und voll Vertrauen. Mich hat beeindruckt , wie Luke seinen Vater nicht aufgibt und ihn trotz allem was er getan hat liebt und wie er die ganze Kraft seines Glaubens und seines Herzens daran setzt, ihm zurück zu helfen zum Guten - bis dahin, dass er sein Schwert wegwirft und sich in die Hand des Imperators gibt und in Kauf nimmt, gequält und getötet zu werden – wie Jesus am Kreuz. Er sagt ja auch ausdrücklich „Ich bin gekommen um dich zu retten.“ wie Jesus in die Welt gekommen ist, nicht um zu richten, sondern zu retten. Ist das nicht eine wunderschöne Botschaft der Gnade? Was auch immer ein Mensch getan haben mag, sobald er umkehrt zu Gott – zu Jesus- wird Gott mehr als vergeben, er hält uns Menschen nicht die Fehler vor, er fordert nichts außer dein Vertrauen – sobald du kommst, nimmt er dich total an in völliger Liebe, ähnlich steht es ja in diesem wunderschönen Gleichnis vom verlorenen Sohn in der Bibel (Luk.15,11ff.) Ich weiß, das war eigentlich nicht deine Frage(sollte auch eigentlich Antwort auf die Frage "Findet ihr das Ende in Teil III auch so traurig" sein, die hab ich aber nicht mehr gefunden), aber es liegt mir am Herz, das Dir zu sagen, denn ich weiß nichts Besseres was ich Dir zeigen könnte, als einen Gott, der Dich so liebt! Angelika

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