Wandaufbau eines Holzrahmenhauses

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4 Antworten

Grundsätzlich ist der Wandaufbau so machbar, allerdings würde ich folgendes verbessern (von außen nach innen): Putz (diffusionsoffen!), Putzträgerplatte 60 mm (z.B. Holzweichfaserplatte), Holzständer (aus techn. getrocknetem Konstruktionsvollholz 200 mm), dazwischen Dämmung (Zellulose-Einblasdämmung), darauf eine 18 mm starke (bzw. nach Statik bemessene) OSB-Platte als Aussteifung und Dampfbremse, die Fugen der OSB-Platte und deren umlaufende Anschlusspunkte an die umgebenden Bauteile (Wände, Decken, Boden) müssen sorgfältigst luftdicht abgeklebt werden (mit z.B. hierfür zugelassenen Klebebändern), auf die OSB-Platte 40-60 mm Lattung als Installationsebene, darauf dann entweder eine 15 mm OSB-Paltte + 12,5 mm-Gipskartonplatte oder eine 12,5 mm-Fermacellplatte. Nur die Gipskartonplatte als letzte Schicht halte ich für etwas schwach.

Wichtig bei der Geschichte ist zum einen, dass die Luftdichtigkeit hergestellt wird und zum anderen, dass die ganze Konstruktion diffusionsoffen ist, d.h. die Raumluftfeuchte von innen nach außen durch die Wand diffundieren kann. Bei der Dämmung würde ich nur dann Mineralwolle nehmen, wenn diese Maßnahme in Eigenleistung erfolgen soll. Anderenfalls (das wäre meine Empfehlung) lass die Dämmung von dem Zimmereibetrieb einblasen, der die Wände stellt, das kostet kaum mehr und du hast dafür sowohl einen besseren sommerlichen Wärmeschutz als auch einen besseren Schallschutz. Die Putzträgerplatte würde ich deswegen in 60 mm Stärke ausführen, da du dadurch außer der besseren Wanddämmung auch noch das Problem mit der Wärmebrücke durch die Holzständer in den Griff kriegst.

Ich habe mal grob nachgerechnet: Du kannst bei dem von mir beschriebenenen Wandaufbau von einem U-Wert ausgehen, der je nach verwendetem Dämmaterial und je nach Ständerabstand bzw. Gefachbreite um die 0,16 W/m²K liegt. Die zu beachtenden Anforderungen nach der EnEV 2009, die ab 01.10.09 gilt, hast du damit locker erreicht. Bei der von dir beschriebenen Wand beträgt der U-Wert dagegen 0,22 W/m²K, ist also um über 30% schlechter.

Die Dimension der U-Werte wurde oben nicht richtig dargestellt, es muss heißen: W/m2K

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Aber mal angenommen , ich würde eine Dampfbremse nehmen/bzw Die Osb platte verkleben , wie kann denn dann die raumfeuchte diffundieren?? Durch die Folie? Ich denke die Folie ist dazu da , um die Raumfeuchte nicht in das Dämmmaterial etc.. kommen zu lassen?

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@schlumpf1990

Die OSB-Platte ist die Dampfbremse. Dampfbremse heißt: nicht Dampfsperre! Es darf durchaus Raumluft-Feuchtigkeit in den Wandquerschnitt eindringen (eindiffundieren), allerdings nicht mehr, als wieder ausdiffundieren kann. Da die OSB-Platte dichter ist, als die außen abschließende Putzträgerplatte aus Holzweichfasern und der (diffusionsoffene !!!) Putz, ist die Funktion gewährleistet. Die Regel lautet: innen dichter bauen als außen. Das Abkleben der OSB-Platte erfolgt nur auf den Stößen, nicht auf der Platte selber und dient lediglich der Luftdichtigkeit der Außenhülle, hat also mit Diffusion erstmal wenig zu tun. falls noch Fragen sind, einfach melden.

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klingt im großen und ganzen nicht schlecht. Ich frag mmich nur welchen Zweck die Konterlattung erfüllen soll. WIchtig bei der Sache ist dass sich kein Kondenswasser innnerhalb der Wand niederschlägt, daher ist dei Dampfberemse wichtig. Um sicherzugehen dass die Wärmedämmung ausreicht und die richtige dampfbremse gewählt wird wäre allerdings eine Berechnung notwendig. Der "Umbau" bedarf ja gewiss einer Baugenemigung zu der Auch eine statische Berechnung vorligen muss. In der regel machen die Ing. Büros, die die Statik erstellen auch Wärmeschutznachweise, also einfach mal da nachfragen.

Peter hat das wesentliche schon gesagt, für dauerndes Wohnen bessere Wärmedämmung vorsehen, die Holzständer bilden aber Kältebrücken. Du brauchst keine Konterlattung, aber Sparschalung, wo du die Gipskartplatten aufnagelst. Mit dem Einsatz der Putzträgerplatte Bluclad(Eternit) sollen sich große Flächen fugenlos und dauerhaft ausführen lassen. In der Weise hab ich vor langer Zeit mein WE-Haus gebaut. Bauantrag nötig.

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ja, die dampfbremse soll verhindern, dass die raumfeuchte in die konstruktions- u. dämmebene vordingt. es ist aber eben nur eine dampfbremse und in der regel keine dampfsperre, so dass bei einem dampfdruck von innen nach außen trotzdem feuchtigkeit in kleinen mengen durch die dampfbremse diffundiert. damit sich diese nicht in der dämmschicht ansammelt, sondern nach außen abgeführt werden kann, muss die dampfdichtigkeit nach außen abnehmen und die äußeren schichten diffusionsoffen sein. im normalfall soll die raumfeuchte natürlich durch lüften aus dem raum entfernt werden und nicht durch diffusion. ansonsten kann ich nur bestätigen, dass der beschriebene wandaufbau von borrmann sehr gut ist und auf die installationsebene würde ich auch möglichst nicht verzichten.

hast du auch an die statische Berechnung gedacht?

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