Verleihungsgründe EK2 2. Weltkrieg

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Ich war Soldat im 2. Weltkrieg. Die Verleihung war unterschiedlich. Unteroffiziere und Offiziere waren da bevorzungt, wenn ihre Einheit was besonderes an der Front geleistet hat. Ich habe einmal in Rußland die Verleihung eines EK2 erlebt. Da sind wir mit einem Pferdewagen ins Niemandsland zwischen den Fronten gefahren und haben Munition aus einem aufgegebenen Bunker geholt. Die beiden Kutscher bekamen das EK2. Der Rest, ca 10 Mann, ging leer aus.

Hi, das EK 2. Klasse wurde nur an Kämpfer verliehen für außerordentliche Tapferkeit vor dem Feind sowie hervorragende Truppenführung. Zitat aus Gesetzblatt: Artikel 2

(1) Das Eiserne Kreuz wird ausschließlich für** besondere Tapferkeit** vor dem Feind und für hervor- ragende Verdienste in der Truppenführung verliehen. (2) Die Verleihung einer höheren Klasse setzt den Besitz der niedrigeren Klasse voraus. Zitatende. Im Link der jüngste Träger des EK2. Alfred Czech. Gruß Osmond http://www.militaria-fundforum.de/showthread.php?t=275304

http://www.youtube.com/watch?v=NtuxrGncxS0

Für jede Einheit gabs ein festgelegtes Kontingent an Orden. Die "Fechtende Truppe" erhielt die gößten Kontingente. Die Orden konnten nach Leistung oder nach Gusto verliehen werden. Üblicherweise wurden in der Tat zuerst die "hohen Tiere" bedient und dekoriert. Wie soll man denn auch sonst einen Major oder Hauptfeldwebel, die ja üblicherweise nicht gerade häufig an Kampfhandlungen teilnehmen mit einem EK auszeichnen, außer durch außergewöhnliche Bevorzugung? Das war wie überall auf der Welt: Zuerst werden die Großkopfeten bedient, ob sie's verdient haben oder nicht! Und es sieht doch auch zu blöd aus, wenn der Kompaniechef mit blanker Bluse rumläuft, weil er nur seine Leute so schön erfolgreich delegiert und koordiniert und der tapfere Obergefreite einen ganzen Klempnerladen an der Brust hat, nur weil er eben zufällig ein tapferer Mann ist. Also kriegen die Bosse zuerst die Orden, schon weil besser aussieht!

Ein paar erfolgreiche Spähtrupps wären eine Möglichkeit fürs EK II. Die Einnahme schwieriger Gegnerstellungen. Erfolgreiche Vor- oder Nachhutgefechte. Erfolgreiche Panzer- oder Flugabwehr evebtuell mit Abschüssen. Wichtige Beobachtungen. Erfolgreiche Auftragserfüllung allgemein. Da war es allerdings oft nicht einfach, zu entscheiden, welche von den vielen der in Frage kommenden Männer, denn die Orden erhalten sollten, wenn denn die Gruppen- oder Zugführer alle schon das EK hatten? Üblicherweise wurden dann eben von den Gruppen- oder Zugführern die Leute zur Auszeichnung vorgeschlagen.

Was nun, wenn man das Odenskontingent, mangels Kampfhandlung gar nicht so recht unterzubringen vermochte? Zurückgeben? Niemals! Da konnte der Kommandeur nur losen oder den mit der schönsten Nase bestimmen. Aber meistens wurden die dann wie immer von oben nach unten verteilt. Nehmen wir mal an in Dänemark liegt eine Küstenartilleriebatterie. Die Orden kommen und seit einem halben Jahr ist - mangels Gegner - kein Schuss gefallen.

Kraftfahrer oder Funker, Monteure und alle ohne direkten Feindkontakt oder überhaupt alle rückwärtigen Dienste, die Kampfunterstützungstruppen erhielten üblicherweise das KvK. Da gabs allerdings auch Ausnahmen!

Ein paar Beispiele, die mir spontan für die Luftwaffe einfallen:

Bei der Nachtjagd z.B. bekam man als Pilot nach 20 Einsätzen schon automatisch das EK I. Ob man einen Gegner abgeschossen hatte oder nicht.

Die Jagdbomberpiloten hatten sich beschwert, dass sie keine Gelegenheit hätten, sich ein Ritterkreuz zu erwerben. Drei Jaboeinsätze seien mindestens so gut wie ein Abschuss, so das Argument. Nicht ganz von der Hand zu weisen, da bei jedem Jaboeinsatz etwa ein Drittel der Piloten nicht zurückkam.

Mein Opa hats dafür gekriegt, daß er einen Feind von der andern Frontseite (lebend) beschafft hat, damit er verhört werden kann.

Was dann nach der "Befragung" mit einer solchen "Zunge" geschah, kann man sich ausmalen.

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