Kann mir jemand die Ursachen vom 1 Weltkrieg erklären?

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7 Antworten

1. Vor dem Bündnissystem ist noch das Prinzip der Nationalstaaten wichtig. Wenn sich eine Gruppe aufgrund von Sprache oder Kultur oder Geopolitik als Volk gesehen hat, dann wollten die ein Land für dieses ihr Volk. Z.B. die Deutschen um 1848 rum, deswegen wird in der 1. Strophe der deutschen Nationalhymne Deutschland über Alles gestellt. Nicht das Land/Volk über Andere, sondern die Idee und das Ziel über alles Andere. Jetzt wollten die Slawen, Allen voran die Serben das auch. Heißt sich Panslawismus. Die waren aber im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn, die die Regionen nicht hergeben wollten. Die Russen fühlten sich als Mitslawen als deren Schutzmacht. Als dann das Attentat von Sarajewo war, und die Österreicher den Serben ein brutales Ultimatum diktiert haben, haben sich die Russen (verständlicherweise) auf deren Seite geschlagen. Wilhelm II, der sich wohl für den großen Bruder der Österreicher gehalten hat, war dann auch so saudumm, den Blankoscheck an die Österreicher auszustellen, also die bedingungslose Zusage von Hilfe. Beide Konfliktparteien waren deswegen mutig und unbesonnen. Und mir nach hätten sich der "liebe Willi" und der "liebe Nicki" (so haben sich Wilhelm II und Zar Nikolaus angeschrieben) zusammensetzen und ihre Protegés auf Spur bringen können. Haben sie aber nicht. Dann hat das Bündnissystem gegriffen, da hilft Dir wiki.
Außerdem war - wohl aufgrund des Nationalstaatsdenkens - fast jedes Volk darauf erpicht, den Anderen zu zeigen, wie viel besser sie sind. Und haben den Krieg damals noch als nicht so schlimmen Wettkampf gesehen.

2. Deutschland wollte als Kolonialreich einen "Platz an der Sonne". Ohne große Flotte kein Weltmachtanspruch. Ist heute noch so, die Amis haben die Größte und die meisten Marinebasen (interessanterweise haben sie das Gros von den Engländern, ihren diesbzgl. Vorgängern übernommen - im ersten Weltkrieg). Deutschland war super industrialisiert und hat produziert ohne Ende, das heißt, sie konnten den Briten gefährlich werden. Die Briten haben aber eigentlich seit Heinrich VIII. gelernt, dass sie die größte Flotte brauchen, um ihren imperialen Anspruch durchzusetzen. Weil die zweitgrößte Flotte hilft einem gar nix, wenn man gegen die Größte kämpft (hat sich ja im ersten Weltkrieg gezeigt). Wilhelm II wollte aber zeigen, was er bzw. Deutschland kann, und Deutschland war halt produktionstechnisch so aufgestellt, dass sich die Engländer wirklich Sorgen machen mussten.

3. müsste ich schon in 1. haben...

Wenn Du n Wort nicht verstehst, oder was in Anführungszeichen steht, dann ist das n Fachausdruck, bei dem Dir wiki weiterhelfen kann, z.B. Blankoscheck oder Panslavismus - da bin ich nur zu faul, das zu erklären & hinzuschreiben^^

1. Der Auslöser des 1. Weltkrieges wird immer noch diskutiert, Stichwort Kriegsschuldfrage. Deutschland wollte größer werden, England, Frankreich und die Sowjets wollten das verhindern. Das Attentat von Sarajevo war vermutlich eine Ausrede Österreichs, den Konflikt am Balkan kriegerisch zu beenden. Der deutsche Kaiser hatte den Österreichern seine Hilfe versprochen, egal bei was. Also zog auch Deutschland in den Krieg. Und da Frankreich und England damit nicht einverstanden waren, zogen sie auch in den Krieg. Und da die Amis sich wieder mal nicht auf ihrem Kontinent halten konnten, griffen sie ein und machten aus dem Europakrieg einen Weltkrieg.

2. England wollte Seemacht Europas sein. Auch hat England sich geschworen, die Ruhe in Deutschland aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, dass kein Land zu groß werden würde. Der deutsche Kaiser wollte aber eine größere Flotte als die Engländer, was denen natürlich nicht gefallen hat. Und so hat sich das immer weiter in die Höhe geschaukelt.

Drittens kann ich dir leider nicht genauer beantworten, weil ich nur weiß, dass das Attentat einem Mitglied des österreichischen Königshauses das Leben kostete und der serbische Attentäter in einem österreichischen Gefängnis während des Krieges versauerte, weil sich keiner mehr um ihn gekümmert hat. Das zeigt wohl allzu deutlich, dass Österreich mehr daran interessiert war, den Vorwand des Attentates zu nutzen um in den Krieg zu ziehen, als den Attentäter zu bestrafen.

-ibi-

Linuxaffiner 23.04.2017, 18:15

Erzherzog Ferdinand war gemäßigt und war eher auf einen Ausgleich mit den Serben bedacht. Das passte aber Teilen der herrschenden Nomenklatura im Hause Habsburg nicht. Man hätte den Konvoi 1914 viel besser schützen können - hat es aber nicht gemacht.

An dieser Theorie scheint etwas dran zu sein - Politik kann ein schmutziges Geschäft sein. 

LA

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Zehn Jahre vor dem Attentat in Sarajevo, standen die Zeichen auf Konfrontation. Bereits 1905 entwickelte der deutsche Generallfeldmarschall einen Plan, Frankreich zu erobern. Dabei fühlten sich die europäischen Mächte vom weltpolitischen Auftrumpfen des Deutschen Kaiserreich bedroht und schlossen Bündnisse gegenüber Deutschland, durch die Deutschland zuletzt isoliert wurde. Der einzige Bündnispartner blieb Österreich. Zehn Jahre später geschah der hauptsächliche Grund für den Kriegsbeginn, das Attentat auf den österreichischen-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau. Am 28. Juni 1914 besuchten diese die bosnische Hauptstadt Sarajevo. Bei der Einreise erschoss ein neunzehnjähriger Student das Adelspaar. Die serbische Regierung wollte diesen nicht bestrafen, und Österreich-Ungarn erklärten durch die Unterstützung der Deutschen den Krieg gegen Serbien. Dagegen kam russland Serbien zur Hilfe.

LG

Das Deutsche Reich wollte etwas vom Kuchen abhaben. Nur waren die Kolonien  schon unter den anderen Nationen wie England und Frankreich aufgeteilt - Deutschland kam zu spät. Dazu kam eine problematische Persönlichkeitsstruktur von Wilhelm II. Und eine militärisch geprägte Gesellschaft in Deutschland. 

Bis dahin militärisch unbesiegt glaubten die Deutschen Militärs es geht einfach so weiter - ein verhängnisvoller Irrtum. 

Es gab viele kleinere und größere Ursachen die letzten Endes zum Ausbruch des WK I. führten. 

Das Attentat von Sarajewo war der Funke im Pulverfass Europa. 

Dazu kam dass es in Deutschland keine Demokratie gab und die Generalität Politik durch Gewalt ersetzte. 

Es gab niemanden der diesen Wahnsinn stoppen wollte und konnte. 

LA

Linuxaffiner 23.04.2017, 18:09

Das damalige Europa fühlte sich durch Deutschland bedroht. Und Deutschland fühlte sich umzingelt- aus diesen Teufelskreis konnte niemand entkommen. 

LA

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Die anscheinende Ursache war damals die Ermordung des Österreich-Ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand.Die wahren Ursachen waren aber Größere.

Frankreich,Deutschland,Großbritannien,Spanien,Portugal,Italien... haben damals eine exzessive Kolonialpolitik betrieben.Alle wollten ein Imperium aufbauen.Alle Staaten haben Jahre davor aufgerüstet, wie "blöde".In ganz Europa wurde vom Krieg gesprochen,dass er bald kommt...Aber da kam er noch nicht.Und das lief noch 2 Jahre so weiter.In dieser Zeit war die Politische Lage sehr angespannt.Mit der Ermordung des Tronfolgers gab es dann endlich einen Grund,weshalb man in den Krieg ziehen konnte.Und diese Möglichkeit wurde genutzt.Damals war es ein bisschen verzwickter mit den Bündnissen,und so folgte eine Kettenreaktion,wo ein Staat dem Anderen zur Hilfe eilte und schlussendlich jeder Jeden bekämpft hat.

  Ich werde dir jetzt Dinge erzählen, die du noch nie gehört hast.

   Bismarck war ein genialer deutscher Außenpolitiker; die Tommies hatten keinen.

  Hätten uns die Engländer niemals Helgoland zurück gegeben - nie hätte es eine deutsche Hochseeflotte gegeben ( Idee von meinem Lehrer )

  Die Japse hatten seit 1902 ein Flottenbündnis mit GB und ließen schon seit 1890 ihre Schiffe auf britischen Werften bauen.

  Nichts anderes wollte Kaiser Wilhelm: er unterstellte, seine Flotte werde die Engländer geneigt machen zu einem Bündnis.

  ( Ich schick erst mal ab, weil dieser Editor so instabil ist. )

gilgamesch4711 23.04.2017, 18:04

 Wäre auch nicht abwegig; bereits im siebenjährigen Krieg waren GB und Preußen Bundesgenossen gewesen - ohne dass sich England die Finger schmutzig gemacht hätte.

  Das ist nämlich für mich das Unfassbare. Wie konnte eine Seemacht wie GB ihre Streitkräfte in Frucht losen Landkämpfen verzetteln wie an der Somme und in Gallipoli? Groß geworden war GB unter Elisabet zu einer Zeit, als die Briten noch gar keine ausreichenden Landstreitkräfte besaßen, um auf dem Festland mitzumischen.

  Mit der Reichsgründung war die traditionelle ===> Balance of Power gescheitert; was du vielleicht nicht weißt. GB war ja mit den Russkis gegen uns verbündet; und da versprachen die Engländer den Russen als Bündnisangebot, ihre Flotte dürfte durch die Dardanellen ins Mittelmeer vorstoßen.

  spätestens da hätte den Engländern dämmern müssen, dass nicht Deutschland, sondern Russland ihr natürlicher Feind ist; Aktion de Gaulle

  " Staaten haben keine Freunde. Staaten haben nur Interessen. "

  Nimm den ===> Krimkrieg; eben weil Russland als der natürliche Gegenspieler wahr genommen wurde, besagte eine Konstante der britischen Außenpolitik: Der Spielstein Türkei ist zu halten um jeden Preis ( z.B. durch Militär-und Entwicklungshilfe. )

  die Tommies mussten sich doch irgendwo sagen, dass die Türkei in jedem Fall einer antirussischen Koalition beitreten würde.

   Vor diesem Hintergrund  kommt Lorenz von Arabien ja ein völlig anderes Gewicht zu; besonders helle kann der Mann nicht gewesen sein.

   Ihm hätte klar sein müssen, dass ein Krieg gegen die Türkei der Krieg gegen den falschen Feind ist. Nun kann ich nichts dagegen tun, wenn meine Regierung eine Entscheidung trifft, die ich nicht billige ( Ich verweise in diesem Zusammenhang auf Reinhart Meys Chanson gegen die Bundeswehreinsätze im Nahen Osten. )

  Aber mich dann noch in der Planung AKTIV beteiligen so wie dieser Lorenz???

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