Unterschied zwischen William Makepeace Thackeray Und Ludwig XIV

 - (Geschichte, Ludwig XIV)

3 Antworten

William Makepeace Thackeray stellt in seiner Karikatur aus dem Jahr 1840 den natürlichen Körper und den politischen Körper (Herrscher im Staatsornat) in scharfem Gegensatz nebeneinander.

Er zerlegt Ludwig XIV. in seine Bestandteile, Ludwig (lateinisch: Ludovicus) und König (lateinisch: Rex) und demontiert damit seine Selbstdarstellung, wie sie Ludwig XIV. (der „Sonnenkönig“) auch in offiziellen Herrscherporträts verbreitete. Bei der Privatperson ist von würdevoller Majestät fast nichts mehr bemerkbar. Nur die Kleidung (links erscheint das Staatsgewand auf einer Kleiderpuppe wie eine Attrappe) bietet eine Chance, über die jämmerliche und wenig glanzvolle Beschaffenheit der tatsächlichen Physis hinwegzutäuschen.

Als Herrscher trägt Ludwig XIV. einen prachtvollen Mantel, eine hermelingefütterte Robe mit Lilien (Symbol der Königsfamilie der Bourbonen). Schuhe mit hohen Absätzen und eine große Perücke mit langen lockigen Haaren (Allongeperücke) lassen ihn größer erscheinen und ersetzen fehlendes Haupthaar. Ludwig XIV. steht leichtfüßig wie in tänzerischer Pose da. Bei der prachtvollen Kleidung fallen einige Spuren des Alters im Gesicht kaum auf. In der rechten Hand hält er ein Zepter, an der linken Seite befindet sich ein Schwert. Der Blick ist stolz.

Die Privatperson Ludwig ist klein, hässlich, alt, schwach und gebrechlich. Die Erscheinung weicht völlig vom Herrscherbild eines mächtigen Königs ab. Eine verhältnismäßig schlichte Jacke ist zu sehen. Ein dicker Bauch wird sichtbar. Ludwig hat eine Glatze und kann nicht mehr gut aufrecht stehen. Die Beine haben eine etwas gekrümmte Haltung, er stützt sich auf einen Stab wie auf einen Krückstock. Ludwig XIV. litt im Alter an Gicht und konnte sich nur noch schlecht bewegen. Der Blick hat wenig Strahlkraft und geht eher nach unten.

Wieso Privatperson? Die Abbildung in der Mitte zeigt den französischen König ohne Perücke und königlicher Kleidung.

Sieht man doch... unter den ganzen schicken Klamotten und Tuff und der Perücke steckt halt ein kleiner, hässlicher, gar nicht so mächtig wirkender Mann. So wie die Frage klingt, musst du doch im Grunde nur einen Vergleich von mit und ohne Staatsrobe machen... --> Kritik daraus: Warum sollte es eine pivilegierte Oberschicht geben, die sich nicht durch ihre Fähigkeiten, sondern nur durch ihren Erbstatus vom Rest des Volkes abhebt?

Siehste, schamil96, kaum hast du die Frage mal so richtig formuliert, kann dir auch einer helfen, Hoffe, ich konnte so wenigstens indirekt was für dich tun...

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