Unterschied zwischen Atombindung und Ionenbindung könnte das mir jemand in einogen Sätzen verstendlich erklären wäre nett weil schreibe ne klausur mittwoch?

4 Antworten

Moin,

um Ionen- und Atombindungen besser verstehen zu können, musst du wissen, dass es bestimmte Elektronenkonstellationen in der Hülle gibt, die energetisch besonders stabil (und darum günstig) sind. Solche Konstellationen haben die Atome von Edelgasen von Natur aus. Darum nennt man diese Konstellation auch "Edelgaskonfiguration". Weil diese Anordnung so günstig ist, versuchen Atome, die ursprünglich nicht über eine Edelgaskonfiguration verfügen, diese im Verlauf einer Reaktion mit anderen zu erlangen. Dazu stehen ihnen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung: die Ionenbindung und die Atombindung sind zwei dieser drei Möglichkeiten...

Ionenbindung
• Die Ionenbindung kommt zustande, weil ein Bindungspartner Elektronen abgibt, die der andere Bindungspartner aufnimmt.
• Der, der die Elektronen aufnimmt, wird zu einem negativ geladenen Ion (= Anion). Der andere, der die Elektronen abgibt, wird zu einem positiv geladenen Ion (= Kation).
• Die Ladungen entstehen, weil der Bindungspartner, der Elektronen aufnimmt, danach mehr Elektronen in seiner Atomhülle hat. Elektronen sind immerhin negative Ladungsträger. Darum wird der "Aufnehmer" zum negativ geladenen Ion. Das Atom, das Elektronen abgibt, wird zum positiv geladenen Ion, weil es nach der Abgabe mehr positiv geladene Protonen in seinem Kern hat als Elektronen in der Hülle.
• Das passiert nicht willkürlich (also nicht so, dass zufällig mal der eine, mal der andere Elektronen aufnimmt), sondern es geben solche Atome Elektronen ab, die anfangs nur wenige Elektronen in ihrem äußeren Hauptenergieniveau (in ihrer Außenschale) haben (diese Außenelektronen nennt man auch Valenzelektronen). Das trifft auf Metallatome zu. Darum bilden Metallatome in Reaktionen gerne die Kationen. Atome, die dagegen anfangs bereits viele Valenzelektronen haben, nehmen gerne Elektronen auf und werden somit zu Anionen. Das trifft in der Regel auf Nichtmetallatome zu.
• Die Abgabe von den wenigen Valenzelektronen führt nämlich dazu, das die ursprüngliche Außenschale geleert wird und dadurch wegfällt. Die ursprünglich zweitäußere Schale wird dadurch zur äußeren. Und da die ehemals zweitäußere Schale mit Elektronen voll besetzt ist, erlangen Metallatome auf diese Weise als Kationen die begehrte Edelgaskonfiguration.
Umgekehrt fehlen Nichtmetallatomen nur wenige Elektronen für eine voll besetzte Außenschale. Die Aufnahme weniger Elektronen füllt also die Außenschale bis zur angestrebten Edelgaskonfiguration.
• Nachdem sich also Kationen und Anionen durch die Übergabe von Elektronen gebildet haben, ziehen sich die verschieden geladenen Ionen elektrostatisch an. Das führt zu einer Ionenbindung. Gleich geladene Ionen stoßen sich hingegen gegenseitig ab.
• Da die elektrische Ladung eines Ions in alle Raumrichtungen wirkt, ziehen sich die Ionen auch aus allen Richtungen gegenseitig an und umlagern sich. Das erfolgt so lange, wie Platz vorhanden ist. Irgendwann kommen sich nämlich bei der Umlagerung eines Gegenions die gleich geladenen Ionen so nahe, dass sie sich gegenseitig wieder abstoßen und auf Abstand halten.
• Am Ende entsteht auf diese Weise ein Ionengitter (Kristall).

Atombindung (= Elektronenpaarbindung = kovalente Bindung)
• Die Atombindung kommt zustande, weil Bindungspartner Elektronenpaare gemeinsam nutzen.
• Das passiert, wenn beide Bindungspartner bereits viele Valenzelektronen haben und folglich Elektronen aufnehmen, aber nicht abgeben wollen. Atombindungen sind also die typische Bindungsart zwischen zwei Nichtmetallatomen.
• Die Bindung kommt zustande, wenn zwischen den Bindungspartnern ein Elektronenpaar liegt, das im Grunde von beiden Atomrümpfen gleichzeitig beansprucht werden kann.
• Ein solches Elektronenpaar bezeichnet man sinnigerweise auch als "bindendes Elektronenpaar".
• Betrachten wir das Beispiel Kohlenstoffdioxid:
 _             _
 O = C = O
 ¯             ¯
Für ein volles Hauptenergieniveau brauchen die Atome acht Elektronen. Wie die Lewisformel (Elektronenschreibweise) des Moleküls zeigt, ist das gegeben. Beide Sauerstoffatome haben je zwei freie, nichtbindende Elektronenpaare (macht jeweils vier Elektronen) plus zwei bindende Elektronenpaare zum Kohlenstoffatom (macht noch einmal jeweils vier Elektronen). Das Kohlenstoffatom kann auch acht Elektronen für sich reklamieren (nämlich aus den vier bindenden Elektronenpaaren). Alle sind "glücklich".
• Die Atombindung ist gerichtet, das heißt, dass die Bindung zwischen zwei Atomrümpfen ausgebildet wird und nicht - wie bei der Ionenbindung - in alle Raumrichtungen erfolgt.
• Darum entstehen bei Atombindungen Moleküle (und keine großen Gitter).
• Für diesen Bindungstyp gibt es drei (synonyme) Bezeichnungen: Sie wird Atombindung genannt, weil es hier nicht durch die Übergabe von Elektronen zur Bildung von Ionen kommt, sondern Atome miteinander verbunden sind, die (mindestens) ein Elektronenpaar gemeinsam nutzen. Die Bindung heißt auch Elektronenpaarbindung, weil es Elektronenpaare sind, die die Bindung vermitteln. Der Name kovalente Bindung zielt darauf ab, dass es hier Valenzelektronen sind, die miteinander kooperieren, um die Bindung zustande zu bringen: kooperierende Valenzelektronen = kovalente Bindung.

LG von der Waterkant.

vermutlich zu spät, aber für alle., die ähnliche Fragen haben:

Alle Atomen versuchen, 8 bzw, 2 Elektronen auf der Außenschale zu nutzen.

Wenn sie weit links im PSE stehen, geben sie am besten die Außenelektronen ab, sodass sie nur noch die zweitäußerste Schale besitzen.

Dann werden sie zu positiv geladenen Ionen, Kationen und bilden Ionen.

Wenn sie eher in der Mitte des PSE stehen, teilen sie sich die Elektronen, es entstehen Atombindungen.

Wenn sie rechts stehen, entstehen eher Anionen, sie nehmen Elektronen auf.

Tipp:

Vor der nächsten Klausur einfach mal eine nette, unterhaltsame Einführung in die Chemie lesen, die alles ganz einfach erklärt: https://www.amazon.de/Jule-Schrecken-Chemie-Erlebnis-Wissenschaft/dp/3527334874

Ist wirklich das Beste, was ich als Chemie-Lehrerin meinen Schülerinnen und Schülern empfehlen kann, die sich die Grundlagen erarbeiten wollen...

ich hoffe, die Klausur ist gut gelaufen und du hast Chemie mit gutem Abschluss hinter dich bringen können? Man kann es mit den richtigen Materialien wirklich verstehen...

Ich könnte dir das jetzt erklären, aber es wäre für uns beide einfacher wenn du einfach bei Wikipedia nachschaust oder sonst wo googlest. Es gibt einen Haufen von Seiten und das ist wirklich nicht schwer zu verstehen. Ansonsten gibt es auch noch deine Aufzeichnungen und dein Chemiebuch.

ja eben hab geguckt auch in internet aber da steht es voll kompliziert weiste ich brauch jez nur das halt in paar sätze wissen 1-2 😀

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