Tochter liest zu viel, lebt schon fast in ihrer eigenen Welt.

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ich kann mir auch vorstellen, dass sie so extrem viel liest, weil sie über irgend etwas nicht nachdenken möchte. villeicht hat sie liebeskummer oder streit mit einer guten freundin. villeicht wäre eine ablenkung bei der sie sich eher unterhält gut. irgendwas was sie gerne macht, zu zweit ins kino gehen, ein spaßbad besuchen oder auch essen gehen.

der förderaspekt ist ja schön und gut aber trotzdem sollte man nicht vergessen, dass man sich im alter der pubertät schnell in einer krise befindet und es deshalb wichtig ist, jemanden zu haben mit dem man darüber sprechen kann was in einem vorgeht.

falls sie nicht so gern etwas mit anderen menschen macht wäre es villeicht eine gute idee ihr vorzuschlagen tagebuch zu schreiben. meiner meinung nach ist es wichtig sie nicht allein zu lassen.

Hallo Simomama,

Dein Beitrag ist genau auf mich zugeschnitten, ich war als junges Mädchen genau so eine Leseratte. Wobei bei mir auch ein Hauptgrund war, dass ich mich in der Schule nicht wohlgefühlt habe, so habe ich mir mit den Büchern einen Zufluchtsort geschaffen, in dem mich keiner ablehnt oder hänselt. Der Vorteil war auch dass ich sehr gut in Deutsch war, um nicht zu sagen die Klassenbeste. Vielleicht solltest du sie mal zu einem VHS Kurs Kreatives Schreiben oder ähnliches schicken. Denn mir hat Schreiben damals auch sehr viel Spaß gemacht. Unterstütze sie ruhig und kaufe ihr ein paar neue Bücher. Denn mit dem Alter wird das auch weniger werden, wenn andere Interessen in den Vordergrund treten.

Liebe Grüße einer passionierten Leseratte

Lesen ist nicht gleich lesen. Manch einer liest, um Informationen zu einem Thema zu ergattern, und wenn er abgesättigt ist, legt er das Buch zur Seite. Andern vergraben sich in einem spannenden Krimi, oder einem Roman, und versinken darin. Aber wie du deine Tochter schilderst, nimmt das Lesen in ihrem Leben eine übertrieben großen Raum ein. Das kann mehrere Ursachen haben: 1) Das sich vertiefen in einem Buch gibt ihr die Möglichkeit, sich von der Welt zu isolieren. Möglicherweise ist sie wirklich introvertiert, und am glücklichsten mit sich alleine, aber es kann auch sein, dass sie verhaltensunsicher ist, und im Umgang mit ihren Mitmenschen manchmal verunsichert ist, oder enttäuscht wird. Aus "Selbstschutz" zieht sie sich mit einem Buch zurück, und hat ihre Ruhe. 2) Übermäßige Anpassung oder "Gefallsucht". Es kann sein, dass sie versucht, deine Ansprüche gerecht zu werden, und so Zuwendung und Lob zu erhalten. Kann es sein, dass du in der Vergangenheit sehr betont hast, wie gut lesen ist, und wie wenig du von Internet, PC etc. hältst? 3) Eine "orale" Störung. Man kann sich alles einverleiben: Drogen, Alkohol, Essen, aber auch zuviel "Hirnfutter". Das Lesen, und Hineinziehen von Fakten, ist auch eine "orale" Tat, und sie kann Suchtformen annehmen. Natürlich ist die Frage, wie man das Verhalten etwas korrigieren kann. Auf keinem Fall solltest du Kritik üben, oder ihr als "gestört" darstellen, denn dann zieht sie sich noch mehr zurück. Es könnte helfen, wenn sie in einem Literaturkreis wäre. Oder wenn sie "umsatteln" müsste, statt lesen, z.B schreiben. Vielleicht kannst du es so einrichten, dass sie für eine Schülerzeitung schreibt, oder eine Kurzbiografie schreibt für einen Verwandten. Sie muss eben mehr Zeit in Gesellschaft verbringen. Ideal ist ein Hund, den sie zweimal am Tag ausführen muss, und nicht einmal ums Block, sondern richtig weit. Dann kann sie zwar ihr Buch mitnehmen, aber das hält sie nicht lange durch. Wer ein Hund hat, ist nie alleine. Und unterwegs lernt sie bestimmt andere Hundebesitzer kennen.

Ich lese selber sehr viel (ich bin 7.Klasse Gymnasium). Ich treffe mich trotzdem mit Freunden und in der Schule habe ich auch keine Probleme! Auch ich lese manchmal noch sehr spät nachts. Allerdings passiert mir das nur weil ich so in die Bücher versunken bin. Wenn Ihre Tochter während des Lesens in ihrer eigenen Welt lebt, ist das denke ich okay. Wenn sie allerdings auch so (also in der Schule und so) ist, ist das galube ich nicht sehr positiv. Die Bücher wegnehmen würde ich auf keinen Fall. Das würde sie nur traurig machen. Und sie ist schlecht gelaunt. Vielleicht sollten sie ich etwas überlegen, beispielsweise Wochenendausflüge, wo sie gar keine Zeit zu lesen hat. So wie im Kletterpark. Das wird sie sicher ablenken.Es ist normal das Sie sich sorgen, aber es ist besser, das ihr Kind Bücher liest und eine normale Sprache (was auch durch die Bücher kommt) benutzt, als wenn sie eine unnormale Sprache benutzt und andere Jugendliche beleidigt oder perverse Sachen sagt. Das ist in meiner Klasse nämlich sehr extrem. Da kann es nur helfen wenn sie liest. Viel Glück und ich hoffe Ihnen hilft die Antwort weiter ;) Ginny

Wegen genau diesem Grund sorgen sich viele Eltern. Das ist schon eine Art Suchtverhalten! Viele wollen das nicht wahrhaben, aber natürlich kann auch durch solche "harmlosen" Dinge, eine Abhängigkeit entstehen. Du solltest dringend versuchen ihr mal die "Außenwelt" zu zeigen. Versuch sie wieder für ihre Freunde zu begeistern, geh mit ihr ins Kino oder mach sonst etwas mit ihr. Lass dich nicht unterkriegen und mach immer weiter. Das ist wirklich sehr wichtig, weil sonst psychische Probleme entstehen können. Das habe ich schon in einigen Fällen, leider (!) mitverfolgen können.

Danke für die Antwort.

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Die Tochter kommt doch durch den Schulbesuch mit der "Außenwelt" in Berührung.

Ich bin gegen dieses krampfhafte "alle Kinder müssen gleich sein".

Diese Nichtakzeptanz des Anderssein hat viele erst recht in (psychische) Probleme gestürzt.

Toleranz wird zwar oft gepredigt - gilt aber Kindern gegenüber nur in einem eng abgestecktem Rahmen.

Zudem kann keiner sagen, ob sie nicht in ein paar Wochen, Monate oder einem Jahr ihre Bücher in die Ecke legt und "nach draußen" geht.

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@kiniro

@kiniro triffst den nagel auf den kopf aber > Die Tochter kommt doch durch den Schulbesuch mit der "Außenwelt" in Berührung.< dem kann ich nicht ganz zustimmen... ich will jetz nicht noch mehr panik machen oder so etwas, aber es macht absolut keine Probleme aufm schulhof zu sitzen und von Büchern zu träumen anstatt auch nur mit irgendjemandem zu reden^^ gerade wenn die Bücher spannend und gut geschrieben sind, bzw wenn man sich dermaßen drin verliert und sie so "durch suchtet" neigt man dazu auch in der "realen Welt" in seiner Phantasiewelt zu bleiben und nachzugrübeln wies weitergeht, warum dies oder jenes passiert ist, wie man selbst gehandelt hätte und so weiter nur vor die tür gehen hat absolut nichts mit "kontakt zur realen welt" zu tun^^ und schule ist sowieso en Ort für sich... da ist kaum was "normal" xD

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@Bemmi2: Ich habe auch viel gelesen - und tue dies heute noch - ich denke, dass die psychischen Probleme eher entstehen, wenn man dann damit auf die Nerven geht nach dem Motto "Leg doch mal das Buch weg"

Das sage ich aus eigener Erfahrung - ich wurde ohne meine Bücher recht schnell depressiv, weil ich mich nicht mehr von der Außenwelt richtig erholen konnte.

Kinder brauchen ihre Fantasie-Welt.

Natürlich stimme ich aber deiner Antwort durchaus mitunter auch zu - man sollte dennoch nicht gänzlich den Bezug zur Realität verlieren...

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