Suche Übersetzung von "Epistulae morales, 73, 1-12 von Seneca. Wer kann mir helfen Danke?

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2 Antworten

Also aus deinem Profil entnehme ich, dass deine Vita stimmt. Ansonsten werden solche (Schüler-)Fragen hier nicht beantwortet, aber in diesem Fall helfe ich dir gerne mal:


1 Zu irren scheinen mir die, die meinen, dass die, die der Philosophie treu ergeben sind, stur und widersetzlich seien, dass sie Verächter der Könige und Beamten oder derer, die den Staat verwalten, seien. Im Gegenteil nämlich gibt es keine Dankbareren gegen jene (Amtsträger) und das nicht zu Unrecht: Niemandem nutzen sie nämlich mehr als denjenigen, denen es erlaubt ist, die ruhige Muße zu genießen.

2. Daher sollen die, denen die öffentliche Sicherheit viel zum Vorhaben des gut Lebens beiträgt, notwendiger Weise den Urheber dieses Gutes wie einen Vater verehren; um viel mehr freilich als jene Unruhigen und in die Mitte (=Öffentlichkeit) gesetzten Menschen, die den Führenden viel schulden, aber auch viele Dinge als Schuld anrechnen, denen niemald irgendeine Freigiebigkeit so großzügig entgegenkommen kann, dass es ihre Begierden, die wachsen, sättigen könnte, während sie erfüllt werden. Wer aber immer über den Empfang nachdenkt, vergisst das Erhaltene; und die Begierde hat kein größeres Übel in sich, als dass sie undankbar ist.

3. Füge nun hinzu, dass niemand von denen, die sich in der Res Publica (als Aktive) befinden, betrachtet, wie viele er wohl besiegt hat, sondern (nur) von wem er besiegt wird: Auch ist es jenen nicht so erfreulich, viele hinter sich zu sehen, wie es trüblich ist,irgendjemanden vor sich zu sehen. Der ganze Ehrgeiz hat dieses Laster: Er blickt nicht zurück. Nicht nur der Ehrgeit ist unersättlich, sondern die ganze Gier, weil sie immer vom Ende beginnt.

4. Jedoch jener Mann, rechtschaffen und lauter, der sowohl die Kurie, als auch das Forum und die ganze Verwaltung des Staates verlassen hat, um sich für Bedeutenderes zurückzuziehen, schätzt er diese, durch die ihm dies zu tun als Sicherem erlaubt ist; und ganz alleine bescheinigt er jenen ein Zeugnis ohne Gegenleistun udn schuldet ihnen, obwohl sie nichts davon wissen, eine große Sache. Wie er seine Lehrer verehrt und hochachtet, durch deren Wohltaten er aus jenen Unwegsamkeiten herausgegangen ist, so (schätzt er) auch die, unter deren Schutz gestellt er seine guten Künste üben kann.

5. "Aber auch ein König schützt Andere mit seinen (militärischen) Kräften!" Wer verneint das? Aber wie derjenige glaubt, dass er dem Neptun mehr schuldet von denen, die dieselbe Ruhe des Meeres genutzt haben, der reichere und wertvollere Dinge aus dem Meer heraustransportiert hat und wie ein Gelübde vom Kaufmann freudiger als vom Fahrgast eingelöst wird udn wie von den Kaufleuten selbst der überströmender dankbar ist, der Durftstoffe und Purpur und goldwertige Waren transportiert hat als der, der alles Tinnef und Sachen, die anstelle des Sandes (also als Ballast) existieren werden, mitgeführt hatte: So erstreckt sich die Wohltat dieses Friedens, der sich auf alle erstreckt, noch tiefer zu diesen (MEnschen), die jenen Frieden gut nutzen.

6. Es gibt nämlich viele von diesen Togaträgern, denen der Frieden mühevoller ist als der Krieg: Oder glaubst du etwa, dass für den Frieden dasselbe schulden diese, die jenen als Trunkene oder Wolllüstige verwenden oder mit anderen Lastern, die gar im Krieg zerbrochen werden müssen? ...


Das ist doch mehr als ich dachte. Ich muss jetzt erstmal der echten Arbeit nachgehen. Vielleicht übersetze ich dir den Rest morgen weiter. Vielleicht findet sich auch ein Anderer.


LG
MCX 


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Wenn du's selber machst, hast du mehr davon - gerade bei einer Lateinarbeit. Wenn dir einzelne Textstellen unbegreiflich erscheinen, kannst du ja nochmal nachfragen. Kommentar! (Sonst sehe ich es nicht.)

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Kommentar von candiro
08.02.2016, 11:00

Hallo, ich bin Rentner und habe 1959 das Abitur gemacht (seinerzeit Altgriechisch und Latein) und beschäftige mich seit einiger Zeit wieder mit den Briefen von Seneca. Epist. 73, 1-10 habe ich grob übersetzt und es wäre für mich interessant die "Gegenprobe" zu erhalten. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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