Sterbefasten oder Essensverweigerung?

6 Antworten

Zu berücksichtigen wäre zunächst wie alt der Mensch schon ist und dann, wie lange er bereits leiden muss. Was sind seine Aussichten für die Zukunft? Kann er noch Sinn in seinem Weiterleben sehen? Kann er vertrauen, dass Ihr seine Entscheidung aus dem Leben scheiden zu wollen respektieren könntet? Wenn Ihr es könntet, solltet Ihr das offen ansprechen und Unterstützung anbieten. Fragt auch, was ihm noch wichtig ist, was er noch erreichen möchte. Sagt ruhig: »Wenn Du so weitermachst, wirst Du an Unterernährung sterben, das kann aber einige Wochen dauern. Wenn Du wirklich sterben möchtest und es lieber schneller tätest, solltest Du auch die Flüssigkeitszufuhr einschränken und nur noch den Mund ausspülen.« Wenn er das später nicht mehr kann, könnt Ihr ihm Mundpflege anbieten, damit er keinen Durst leiden muss. Sorgt dafür, dass ein Arzt ihn palliativmedizinisch optimal betreut. Der Arzt muss dazu nicht wissen, dass er sterben will, dann hat er wahrscheinlich weniger Bedenken ihn zu betreuen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Sind Sie selbst und andere Angehörige ratlos, und Sie haben Bedenken betreffend der Nahrungsaufnahme, würde ich persönlich mich an den behandelnden Arzt wenden, bsw., den Hausarzt, der den Betroffenen bereits von früher her kennt.

Ist evtl. bereits vom begonnen Sterbevorgang auszugehen, sehen nicht wir das hier - eher wohl aber ein Arzt, an verschiedenen Anzeichen.

...Es ist übrigens keinen ein Vorwurf zu machen, womöglich nicht zu erkennen, welche Art Essensverweigerung das jetzt beim Kranken genau ist. Wir selbst standen ungefähr vor einem Jahr vor einer ähnlichen Situation - und erkannten als Angehörige das ebenfalls nicht, dass sich der Betroffene bereits im Sterbeprozess befand.

Für die folgende Zeit möchte ich Ihnen allen viel Kraft und alles Gute wünschen.

Es ist lobenswert, wie ihr euch um das Wohlbefinden eures Verwandten kümmert. Einer Vertrauensperson, evtl. Krankenhausseelsorger, könnte er sich möglicherweise öffnen. Falls er sich deutlich fürs Sterbefasten entschiede (keine Medikamente, keine Nahrung, keine Flüssigkeit), wäre das auch von allen zu respektieren. Er ist offenbar nicht dement.

@ Tasha. Aeltere Menschen befinden sich nach Operationen häufig in einem vorübergehenden Delirium. Nach wenigen Tagen sind sie dann meistens wieder gut ansprechbar. Der zuständige Arzt wird euch über die Prognose auf dem Laufenden halten. Ihr dürft darauf bestehen. Ich wünsche euch genügend Entspannungsmomente in dieser anforderungsreichen Zeit.

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Ich würde einen Palliativmediziner zur Rate ziehen und einen Psychologen.

Bis dahin würde ich Smoothies anbieten und keinen Druck ausüben.

Er scheint sich viele Sorgen zu machen...vielleicht kann er dem Palliativmediziner die Fragen stellen die er hat.

Welche Schmerzmedikation bekommt er,wenn das Morphium abgesetzt wurde?

Woher ich das weiß:Beruf – 20 Jahre Berufserfahrung Palliativmedizin und Seelsorge

Zur Zeit so weit ich weiß Gabapenthin.

Medikamente verweigern liegt teilweise an einer jahrelangen Handverkrüpppelung (Finger sind nach innen gebogen und gehen nicht mehr auf), mit der er aber gut zurecht kam. Pallitivmedizinerin ist eingeschlatet und sucht seit Freitagnachmittag nach einem Platz für ihn für 10 Tage auf ihrer Station zwecks Mobilisierung. Er weiß davon erst seit gestern und reagierte nicht begeistert.

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@Tasha

Habt ihr ihm erklärt was auf so einer Station für ihn getan werden kann?Vielleicht hat er einfach Angst vor der neuen Situation.Alles Gute und viel Kraft für euch alle

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Aus meiner Erfahrung weiß ich, wenn man genug vom Leben hat will man auch nichts mehr essen.

Das ist ja genau unsere Frage: Hat er jetzt genug vom Leben, fehlt ihm einfach der Ausblick, sagt er einfach nicht, wo genau das Problem ist (Übelkeit, falsches Essen, Ekel etc.)? Ekel könnte ja auch damit zu tun haben, dass man etwas bekommt, das man nicht mag.

Habe das gestern gegoogelt und fand viele Seiten zum Sterbefasten, aber auch ein paar Seiten zum Thema "Senioren das Essen schmackhafter machen, weil aufgrund vom Demenz oder Ähnlichem der Appeitit fehlt". Wir sind uns gerade unsicher, was zutrifft und wie wir das herausfinden. Demenz hat er unserer Meinung nach nicht, aber seit Juli für seine Verhältnisse (TV den ganzen Tag, Besuch von Pflegekräften und Verwandten, Bewegung im Haus usw.) großen Reizentzug und sehr viel emotional zu verkraften. Möglicherweise hat das den gleichen Effekt?

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