Silberbesteck und Schmuck fotographieren: hochwertige Bilder mit einfacher Kamera - wie?

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4 Antworten

Diese Gegenstände zählen zu den schwierigsten Motiven überhaupt, aufgrund ihrer vielen verwinkelten und stark reflektierenden Flächen. Sie werden auf den Bildern nur gut aussehen, wenn es dir gelingt, auf diesen Flächen vorteilhafte Reflexionen als Spitzlichter auftreten zu lassen und - hier fast noch wichtiger - weniger vorteilhafte Reflexionen zu vermeiden.

Du kannst mal probieren, wie es unter den geschilderten Bedingungen wird, und dank der Digitalfotografie heutzutage kannst du es ja zum Glück auch sofort kontrollieren, oder zumindest relativ zeitnah (auf einem Bildschirm - auf dem Kameradisplay wird es schwierig). Einfach mal die Spitzlichter und Spiegelungen genau angucken und zu entschlüsseln versuchen, was sich da jeweils genau spiegelt, und dann entscheiden, ob du das da haben willst.

Aber bei den genannten Lichtquellen kannst du die Lichtführung hauptsächlich nur durch geänderte Position des Objekts und der Kamera beeinflussen (und durch Verdecken oder Verhängen von Lichtquellen, was mitunter flapsig als "abnegern" bezeichnet wird). Idealerweise macht man so was mit einer Studioblitzanlage, wo man die Lichtquellen direkt ausrichten und beeinflussen kann. Das ist dann wesentlich einfacher und geht schneller.

http://www.photoquack.de/tutorials/

Du solltest zumindest für den Anfang unter allen Umständen vom Stativ arbeiten, denn es bietet dir die Möglichkeit, wenigstens den einen Faktor der Kameraposition konstant zu halten. Du wirst eh viel experimentieren müssen und man verliert schnell den Überblick, wenn man - womöglich gezwungenermaßen - mehrere Faktoren zugleich ändert.

Bei diesen kleinen Motiven brauchst du zum Glück keine besonders großen Softboxen, um weiches Licht zu erzielen - dazu muss die Lichtquelle nur groß im Vergleich zum Motiv sein. Wenn das Motiv ein Fingerring ist, trifft das schon fast auf einen Baustrahler zu. Und da es heute LED-Baustrahler sowie LED-Leuchten für die Fassungen der alten Halogen-"Brennstäbe" gibt, könnte man relativ kostengünstig einmal damit experimentieren. Aufgrund der geringen Temperatur kann man da eventuell einfach irgend einen milchigen Kunststoff oder sogar Papier vor den Baustrahler setzen und hätte eine einfache kleine Softbox, die hoffentlich(?) nicht schon nach wenigen Minuten schmilzt oder einen Brand auslöst. Als punktförmige Lichtquellen bieten sich diese Ikea-Spots am Schwanenhals an.

Allerdings haben LEDs ein diskontinuierliches Spektrum. Individuellen Weißabgleich machen, idealerweise auf Graukarte, und testen, testen, testen. Und nicht vergessen, dass du ohne Farbkalibrierung auf dem Monitor nur einen ungefähren Eindruck von der tatsächlichen Farbwiedergabe bekommst.

Dazu Mollton, dunkle Pappe, Klammern und Schnur besorgen. Mit zunehmender Übung wird es halt immer wichtiger zu verhindern, das ungewolltes Licht aufs Motiv fällt.

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Hallo

- der Kernpunkt bei Schmuckfotografie ist Ausleuchtung und Hintergrundkontrolle. Ansonsten ist es klassische Tabletoparbeit
- wenn man aus der Hand fotografieren will/muss dann verwendet man Studioleuchten oder eben Blitzlicht
- oft greift man zu Hohlkehlen und/oder Lichtzelten. Das lässt sich standardisieren und auch zu Kunden transportieren (Schmuck wird ja meist vor Ort fotografiert weil Transport zu riskant/teuer)
- bei Schmuck ist ein Ringblitz oder Zangenblitz "Quick & Dirty" und sorgt für konstante Lichtverhältnisse
- bei "Werbefotografie" muss man anderst fotografieren als bei Dokumentation
- für "Schmuckfotografie" braucht man entsprechende Putzmittel, Ultraschallbad und ein sauberes Umfeld
- eine echte Makrooptik mit wählbarer Bildfeldgrösse ist Vorteilhaft und erspart den beigelegten Massstab
- ein Polfilter und Polfilterfolien für die Beleuchtung sind eigentlich zwingend, bei Edelsteinen sind auch Farbfilter für die Beleuchtung hilfreich
- Metalloberflächen sind tückisch und können nicht 100% "Farbkorrekt" in JPEG umgesetzt werden. sRGB ist das mindeste (also RAW). Man sollte aber Wissen das 0815 Drucker nicht mal den JPEG Farbraum ausdrucken können deswegen sind Print Proof für Kunden schon mal kritisch (wenn der Kunde dann Vor Ort direkt vergleichen kann) und man arbeitet am besten mit dem Drucker oder Art Director des Kunden.
- grosse Schmuckstücke (Ok ein Ring ist schon verdammt "Gross" beim Fotografieren) komplett scharf abbilden erfordert grosse Schärfentiefen also "kleine" Blenden oder Tilt Shift Optiken. Im Prinzip gilt je kleiner der Sensor und/oder weniger Megapixel um so besser ist die generele Makrotauglichkeit aber bei den Kompaktkameras sind dann die viellinsigen Zoom-Optiken ein Problem und der kleine Sensor hat wenig Farbtiefe/Dynamik und rauscht bei wenig Licht.
- Anderst gesagt, primär diktiert die geforderte Bildqualität bzw der Anwendungebereich das Aunahmegerät und mFT (Cropfaktor 2) ist zur Zeit der "cleverste" Schnittpunkt zwischen Sensorgrösse und verfügbaren Optiken. 

- Das teuerste beim Job ist die Arbeitszeit deswegen tendiert man dazu immer mit maximaler Qualität zu fotografieren weil der Kunde evtl. später "bessere" Bilder kaufen will und man dann einfach nur ins Archiv muss

- die "optimale" Kamera für Schmuckrepros oder Werbung ist eigentlich eine Sigma DSLR mit Foveonsensor. Der Sensor (Cropfaktor 1,8) geht erst weit jenseits Blende 22 in Beugung und hat "Vollfarbpixel". Aber Foveon braucht gutes Licht und erlaubt keine "Schlampereien". Auch der Workflow im Postprozess ist "spezieler". Zudem hat Sigma kein T/S im Angebot. Da greift man dann zwangsweise zu Novoflex, Hartblei oder Zörkendörfer Adaptionen. Sigma SD15 gibt es ab 100€ das passende 50/2.8 Makro kostet ab 200€
- für leichte Jobs beliebte Kameras die Preisgünstiger sind und leichter handhabbar sind die Olympus Stylus oder mFT, Lumix G oder LX Typen, Ricoh GR, Fuji X, Canon Powershot G.

Die FZ28 hat zwar eine "Makrofunktion" hat aber keine Makrooptik. Makrofunktionen bei Kompaktkameras sind meist technisch mässig umgesetzt und schon ab Frontlinse scharf (Weil die Knipser das so wollen) womit man in der Praxis wenig anfangen kann weil man ja noch ausleuchten muss. Die FZ28 ist für das was Sie kann recht ordentlich aber für solche Jobs würde ich raten sich eine Lumix FZ50 (gebraucht ab 50€) zu besorgen damit ist die Arbeitstechnik einfacher und die Bildqualität schon mal ordentlich bis brauchbar. Zudem hat die FZ50 einen System-Blitzschuh und ein Filtergewinde. Anderersseits ist man in Makrobereich bei denn Bildfeldern recht beschränkt und braucht für viele Motive noch eine Nahlinse. Eine Lumix LX5 oder LX7 sind in dem Bereich im Vorteil.

Die FZ50 ist eher die "Makrokamera" für entferntere Motive

Die FZ28 hat einen 1/2,3 Sensor da macht abblenden keinen Sinn weil alles nach Blende 5.6 in "Begung" geht und nicht mehr schärfer wird. Deswegen haben diese Sensorgrössen meist nur denn Blendenbereich bis 8 verfügbar. Aber Blende 8 bei 10mm Brennweite ist eigentlich von 15cm bis 50cm alles einigermassen scharf (in der Mitte, zum Rand wird es Matsch)

Der Punkt ist man kann mit einer FZ28 durchaus einiges erreichen und man sieht ja dann irgendwann wo die Kamera oder der Anwender technisch an die Grenzen kommt. Um Produktbilder für Epay oder Amazon zu erzeugen reicht die Kamera. Auch für Repros zur Dokumentation des Zustands oder für Polizei/Versicherung. Aber für eine Werbekampange mit Citylights und Anzeigenschaltung in Hochglanzmagazinen ist die Kamera nicht tauglich auch weil so eine Kampange denn Kunden mehr als ein Mittelklasseauto Anlaufkosten verursacht und der dann beim Fotografen nicht eine 300€ Kompaktknipse sehen will, selbst DSLR werden da oft nicht mehr akzeptiert (Auch wenn man dann am Ende mit einer 300€ Kompaktknipse arbeitet als Fotograf muss man immer "verkaufen" vor allem die Kundenerwartungen erfüllen.)

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Stativ ist ein Muss, ISO auf 100, Blende zwischen 5,6-11, Auslöser per Fernbedienung oder eben per Selbstauslöser der Kamera, damit nichts verwackelt. Mit dem Licht musst Du selber schauen, wie es am besten wirkt.

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siegesgewiss 02.05.2016, 23:35

Danke! Interessant. Wie siehst Du das denn mit Makro - und wenn nicht, warum nicht - ?

Stativ geht leider nicht immer, da ich ziemlich exotische Perspektiven einnehmen muß, manchmal. Aber grundsätzlich klar, auch der Selbstauslöser, ja - danke!

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nextreme 02.05.2016, 23:49
@siegesgewiss

Makros sind vorallem eins und zwar scharf, dafür sind sie oft weniger Lichtstark, deshalb ist unteranderem auch ein Stativ wirklich sinnvoll. Keine Ahnung welches Stativ Du nutzt aber meine sind ab Werk recht klein, erreichen eine höhe von 1,50-1,70 können aber auch auf den Tisch gestellt werden, da sie eingezogen nur eine Armlänge von ca 30-50cm haben und da diese sich fast 180° abspreizen können und die Kamera sich auch kopf über unten drunter hängen lässt, es also kaum einen Blickwinkel gibt den man nicht erreichen könnte. Ich glaube dir fehlt die Ruhe zur Perfektion. Produktfotografie ist nicht gleich dem Speedknipsen von einem Model, was €ros pro Stunde kostet.

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Untergrund sollte dunkler Samt sein. Wirkt edel.

Wenn Tageslicht, dann ist das sehr einseitig und hart. Hellen Karton oder Silberfolie von der anderen Seite.

Aber Makro?

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