Seid ihr gläubig?

34 Antworten

Ich bin keine Christin, aber ich halte die Möglichkeit, dass Gott, Göttin oder Götter existiert/en für möglich. Elohim, das hebräische Wort für Gott, ist ungeschlechtlicher Plural, neutral, weiblich-männlich, was nahelegt, dass Menschen früher einmal an eine Vielheit von Göttern geglaubt haben, die das Weibliche als Schöpferisches nicht - wie später in der Bibel immer wiederkehrend - abgewertet oder ausgeschlossen hat. Diese Idee der Vielheit von Göttern oder Göttlichem haben mich langsam zu meinem Glauben geführt. Zum Pantheismus, und dann zum Animismus, nichts davon in Reinform.

Ich glaube an die Kraft der Liebe. Und ich suche nach meiner Liebe zu mir, da ich andere Wesen nur wirklich lieben kann, wenn ich mich selbst liebe.

Ich glaube daran, dass das Göttliche in jedem Wesen ist. Ich glaube daran, dass alles beseelt ist, sowohl Menschen, Tiere, Pflanzen als auch Gestein, der Wind, das Meer, Orte und und und...

Ich bin überzeugt, dass es im Chaos eine Art höhere Ordnung gibt und das alles miteinander verwoben ist und ein Ganzes bildet, von dem wir nur jeweils einen kleinen Teil erkennen (wie die Blinden, die jeweils einen Teil eines Elefanten ertasten). Und dass wir aus den Umständen, die uns das Leben bietet, das Beste machen sollten, denn wir haben nur dies. Übrigens sehe ich Chaos auch als wiederkehrende Chance.

Ich weiß, dass ich mir beim Universum etwas wünschen kann, wenn ich es klar genug formuliere und es aus meinem Herzen kommt. Kein Lottogewinn, sondern wirklich benötigte Dinge oder Lösungen.

Ich halte es für wahrscheinlich, dass es eine unendliche Energie- und Lebensquelle gibt, aus der wir kommen und in die wir zurückkehren, gegebenenfalls, um daraus neu zu entstehen.

Du hälst die Möglichkeit für möglich? - Nett gesagt. :)

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Eine wirklich interessante Formulierung. Hochachtung - Du hast Dir intensiv Gedanken gemacht. Das finde ich gut, auch wenn ich Deine Überzeugungen nicht teile.

In einer Aussage muss ich Dich aber korrigieren. "Elohim" ist ein sog. Erhabenheitsplural. Da die Israeliten damals nur einen einzigen Gott angebetet haben (s. a. das erste der Zehn Gebote), macht Deine Definition keinen Sinn. Der Erhabenheitsplural soll die besonders erhabene Stellung Jehovas (oder Jahwes) als der allein wahre Gott im Gegensatz zu den falschen Göttern der umliegenden Nationen herausstellen.

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Insgesamt schön formuliert... Ist Dir auf dem Weg schon mal Tiplers "Die Physik der Unsterblichkeit" begegnet? :)

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Ich glaube an mich,weil ich mich darauf verlassen kann.Ich glaube an meine Familie,weil ich mich auf sie verlassen kann.Und ich glaube an die Menschen,weil die meisten im Herzen gut sind.

Was verstehst Du in diesem Zusammenhang unter "glauben"?

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@wiele

Was willst Du?Hab mich doch verständlich ausgedrückt,oder?Glaube ist für mich Vertrauen,Zuverlässigkeit,Ehrlichkeit und Menschlichkeit.Wo ist denn Deine Antwort?

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@krauthexe

@krauthexe:
Liebe Krauthexe, danke für Deinen Kommentar. Mir scheint, Du fühlst Dich angegriffen, das war nicht meine Intension. Entschuldige bitte, falls Dich mein Nachfragen genervt hat. Mir war wirklich nicht klar, was Du unter "glauben" fasst. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass verschiedene Leute teilweise sehr verschiedene Vorstellungen von Glauben haben, daher mein Nachfragen.
Glaube ist für mich eben etwas anderes. Glaube bedeutet für mich ein festes Vertrauen auf Gott und dass ich ihm sehr bewusst mein Leben in die Hand gebe. Ich unterscheide auch zwischen "jemandem glauben" und "an jemanden glauben". Und das Ganze hat auch nichts mit reinem für-wahr-halten zu tun. Ich werde nicht an einen Menschen glauben, ich werde aber Menschen glauben.
Noch was zum Thema "die meisten Menschen sind im Herzen gut": Genau das denke ich nicht! Umgekehrt wird meines Erachtens eher ein Schuh daraus. Ich glaube eher, dass die Menschen (es mag Ausnahmen geben) Egoisten sind.
Du fragst, wo meine Antwort ist: Schau bitte in der Liste der Antworten nach "beantwortet von einem Gast". Das war ich (habe etwas länger gebraucht, musste zwischendurch telefonieren und bin wohl abgemeldet worden).
Gruß wiele

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.. hört sich gut an, aber dass die Menschen im Herzen gut sind glaube ich weniger, wenn ich mir die ganzen Abzocker, Betrüger etc. so ansehe, die selbst der Oma noch ein paar Cent abgaunern...

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@Computermagic

und wo ist die Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit der Kirchen? Damals und heute? Begründet mit dem Glauben wurden und werden auch heute noch durch die Kirche zig-tausend Menschen getötet. Wo war der Papst, der von den KZ-Lagern gewußt und geschwiegen hat? Die Hexenverbrennungen im Namen der Kirche? Und selbst heute steht die Kirche nicht dazu, das wird geflissentlich verschwiegen. Schöne Kirche, aber ohne mich. Krauthexe hat vollkommen Recht.

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@gri1su

@gri1su:
Lieber gri1su, die Anfragen an die Kirchen kann ich gut verstehen und halte sie für berechtigt. Aber für mich ist nicht die Intitution Kirche entscheidend, sondern Gott bzw. Jesus Christus. Die Kirche hat verschiedentlich großen Schaden angerichtet, das stimmt und ich möchte das auf keinen Fall gut heißen.
Menschen machen nun mal Fehler (im Gegensatz zu: die Menschen sind im Herzen gut) und bei Menschen, die in bestimmten Positionen sind, wirken sich Fehler unter Umständen katastrophal aus. Ich möchte aber auch zu bedenken geben, dass nicht jeder, der sich Christ nennt, tatsächlich Christ ist! Ich habe die recht starke Vermutung, dass bei verschiedenen Gelegenheiten kirchliche Ämter zweckentfremdet wurden. Darüber kann man nun trefflich streiten - will ich aber gar nicht. Vielmehr ist doch die Frage, was ist mit Dir ganz persönlich? Wie stehst Du zu Gott? Glaubst Du an ihn oder nicht? (Die Ausgangsfrage war ja auch "seid ihr gläubig" und nicht "ist das, was die Kirchen machen, in Ordnung")
Gruß wiele

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@wiele

@wiele: Die Frage lautet doch ganz eindeutig: "seid ihr gläubig" Kirche und Glaube(n) ist doch untrennbar miteinander verbunden. Durch die Kirche wird Glaube vermittelt. Für mich persönlich: Wie kann ich an einen Gott glauben, der zuläßt, dass seine Vertreter hier auf Erden als Mörder agieren können. Wie kann ich einen Gott akzeptieren, der zulässt, dass in seinem Namen und Auftrag Verbrechen begangen wurden und werden? Nein, ich glaube nicht an Gott. Ich glaube ganz sicher, dass es etwas gibt, was wir nicht fassen, nicht wahrnehmen können. Aber für mich ist es kein Gott, Allah, Manitu, oder wie er sonst genannt werden mag. Ich glaube -wie krauthexe- an mich, an die Menschen, die mich lieben und die ich liebe, und ich glaube nach wie vor und trotz anderer Erfahrungen immer noch an das Gute im Menschen.

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@gri1su

@gri1su: Danke für Deine ehrliche Antwort. Allerdings gehört nicht jeder, der an Gott glaubt, automatisch einer Kirche an. Z.B. gibt es Religionen, in denen es schlicht weg keine Kirche gibt! Falls Du es auf den christlichen Glauben beziehst: Hier unterscheide ich bei dem Begriff "Kirche" zwischen den Institutionen, die sich "Kirche" nennen und der Gemeinde Jesu, die sich aus den Menschen zusammensetzt, die an Jesus gläubig sind und aus verschiedenen Denominationen kommen können. Wenn Du letzteres mit "Kirche" meinst, gebe ich Dir Recht, sonst nicht.
Mach doch nicht Gott verantwortlich für Dinge, bei denen Menschen seinen Namen missbrauchen. Abgesehen davon mutet es mir etwas merkwürdig an, wenn man die Existenz von jemandem leugnet, weil derjenige einem ungerecht erscheint.
Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, Deine Existenz zu leugnen, nur weil mir Deine Antworten nicht passen (nichts gegen Dich oder Deine Antworten - sollte nur ein Beispiel sein). Ich könnte natürlich dem GuteFrage-Team vorwerfen, sie würden mir hier einen gri1su vorgaukeln, den es in Wirklichkeit nicht gibt.
Gruß wiele

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@gri1su

@gri1su: Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass Du einerseits meinst, Kirche und Glaube(n) gehört untrennbar zusammen, andererseits glaubst Du zwar nicht an Gott aber Du glaubst an Dich, Deine Familie etc. Welche Kirche gehört zu diesem Glauben an Dich ?
gruß wiele

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@Computermagic

Der Meinung bin ich leider auch, die Menschheit einschließlich mir, wurde durch den Wohlstand egoistisch und selbstbezogen. Leider.

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Oh weh, Menschen sind nicht gut, aber sie können gut handeln - schau Dich doch mal in der Welt um. Verlassen kann man sich auch nicht immer auf alle, was Dir hoffentlich nicht passieren möge

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@Sternenfee

Ich habe auch nicht geschrieben "Alle" Menschen sind gut.Ich glaube AN die Menschen und vertrauen ihnen.Ausnahmen wird es immer wieder geben.Wenn wir nicht an uns glauben,dann kann uns auch kein "Gott" oder wer auch immer helfen.

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Bin auch katholisch und auch gläubig. Allerdings gehe ich nicht regelmässig in die Kirche und sehe auch manche Äusserungen des Pabstes für fragwürdig an. Jedoch glaube ich an Gott und bin der Meinung als Christ, dass 10 Gebote als Gesetzeswesen ausreichen.

.. klar reichen die 10 Gebote, und wenn der Gläubige dann dagegen verstösst, dann husch husch in die Kirche zum Beichten ..

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ich bin nicht mehr gläubig, obwohl meine eltern alles versucht haben, mich zu einer gläubigen katholikin zu erziehen (jeden sonntag aus dem bett geholt und in die kirche geschickt).

einige wenige der gründe: vor 6 jahren ich bin durch stress im job krank geworden: nach ansicht meiner eltern würde ich gesund, wenn ich in die kirche gehe und bete. ich habe da lieber an meine therapeutin "geglaubt". mein sohn starb letztes jahr bei der geburt: nach ansicht meiner eltern, weil ich zu wenig zum "lieben gott" gebetet habe und erst während der schwangerschaft geheiratet hab - und das auch nur standesamtlich! seit diesem ereignis glaube ich nicht mehr an einen gott, jesus oder sonst wen, der es zulässt, dass ein baby stirbt (aber wahrscheinlich sollte ich ja "nur" von gott getestet werden. gott hat es ja sicher nicht ohne grund so gewollt...)

und meine streng gläubigen eltern, die JEDEN sonntag und feiertag in die kirche gehen und nach gottes willen handeln und leben? mein papa hat jetzt parkinson, meine mama hatte schon mehrfach mit einer wundrose am bein zu kämpfen. das sollen tests von gott sein, um den glauben zu prüfen, wie meine eltern denken?

sorry, aber DAS glaube ich auf keinen fall! was sollte das für ein gott sein, der so etwas macht???

man kann auch ohne den glauben an einen gott als guter mensch leben und handeln.

Ich kann das nachvollziehen, was Du schreibst. Es wundert mich nicht, dass Du keinen Glauben hast. Und es tut mir schrecklich leid um Dein Kind!

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Ich weiß schon, warum ich nicht katholisch geworden bin, Deine Eltern sind ja echt die Härte... Ich dachte immer gerade Katholiken glauben daran, daß jemand (grad ein unschuldiges Kind) zu Gott geht, wenn er stirbt, wie können sie es dann als Bestrafung für Dich sehen? Denn wenn man den Gedanken weiterspinnt - Dein Kind ist bei Gott, und ihm geht's gut - könntest Du Dich ja rein theoretisch auch für Dein Kind freuen, statt über Deinen Verlust zu trauern, wo wäre dann die Strafe? Außerdem glaube ich nicht an einen strafenden Gott, seit ich das erste Mal ins NT geschaut hab...

Warum Gott Krankheiten, Schmerzen und Tod zuläßt? Ich weiß nicht, ob man das als direkte Prüfungen des Betroffenen sehen muß oder sollte, wenn, dann gleichen sich da glaub ich alle Religionen, denn alle Menschen sind von diesen Dingen betroffen. Und jede Religion, nicht nur die christliche, käme da in Erklärungsnot.

Aber wenn es diese Dinge nicht gäbe, hätten wir heute schon den Himmel auf Erden, und den sollen wir doch, wenn wir brav waren, was ja bei jeder Reli was anderes heißt, erst nach dem Tod erleben, oder? ;)

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Liebe Ulrike, Auch mir tut es sehr leid um Dein Kind, aber Dein Kind ist auf jeden Fall bei Gott. Was Deine Eltern da so verzapft haben - oh je, die haben wohl einiges falsch verstanden. Das man an Gott glaubt, heißt nicht, das man ein Leben ohne Schmerz oder Krankheit führt - und Gott hat Dich auch nicht bestraft oder so. Schade ist, das Du Gott an dem Glauben Deiner Eltern festmachst - entdecke ihn doch mal völlig unabhängig

Alles Gute

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@Sternenfee

danke, nein. was es in meinen augen nicht gibt, brauch ich gar nicht erst suchen, geschweige denn entdecken.

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Es ist doch wirklich unglaublich wie dieses Thema immer wieder die Leute antreibt. Wohl zu keinem Thema gibt es so viele Antworten, Diskussionen usw. Das zeigt doch wohl, das es wohl fast jeden Menschen in irgendeiner Form beschäftigt. Ob katholisch oder anderst gläubig. Also lässt das wohl keinen richtig kalt.

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