Romantik - Themen, Merkmale, "blaue Blume"

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Wiki sagt ja allerhand zur Blauen Blume und zur Romantik. Vielleicht kommst du an Rüdiger Safranskis "Romantik" (Eine deutsche Affäre) (Gibt es als Taschenbuch oder vielleicht in eurer Stadtbücherei) . Da erfährst du viel. Sinnvoll wäre auch, den Heinrich von Ofterdingen zu lesen. Safranski meint:" Er (also Novalis) hatte nichts Geringeres vor, als den Deutschen ihren romantischen Mythos zu dichten. Es sollte darin alles seinen Platz finden, die Entstehung des christlichen Abendlandes, griechisch-antike Einflüsse, morgenländische Weisheit, römisches Herrschaftswissen, die hohe Zeit der Staufer-Kaiser, die politischen und geistigen Schicksale Deutschlands von den Anfängen bis zur Gegenwart, mürchenhaft und gedankenreich, erzählend und reflektierend; am Ende sollte Heinrich, in dessen ........., die blaue Blume, die er im Traume geschaut hatte , pflücken und sodann zum klingenden Baume werden. ...........Die Wirklichkeit, richtig verstanden, ist selbst so phantastisch, dass nur ein Höchstmaß an poetischem Geist sie erfassen kann...."

Dir viel Freude bei dem Thema. Aus meiner Sicht bringt es aber nur wirklich etwas, wenn du dich einliest.

Romantisch bedeutet soviel wie “romanhaft“, gefühlsbetont, abenteuerlich, wunderbar, phantastisch, schaurig. Die Romantik lehnte die Wirklichkeit des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jh. radikal ab. Sie sah die Gesellschaft geprägt vom Gewinnstreben und vom bloßen Nützlichkeitsdenken des beginnenden industriellen Zeitalters. Den aufblühenden Naturwissenschaften warfen die Romantiker vor, sie würden alles mit dem Verstand erklären, alles auf das Nützliche, Verwertbare untersuchen und keine Geheimnisse mehr lassen. Der bürgerliche Alltag erschien den Romantikern als grau, spießig, beherrscht vom eintönigen bürgerlichen Berufsleben. - Zwei Dichter ragen hervor: Novalis und Eichendorff. Der erste zählt zur Frühromantik, in der das Dämonische, Irrationale, Spekulative und Abseitige dominiert; der zweite zur Spätromantik; hier treten die stark irrationalen und subjektiven Elemente zurück zugunsten einfacherer Formen, die aber die gleichen Motive der frühen Romantik enthalten, nur gedämpfter und stärker objektiviert. - Novalis (eigentlich Friedrich von Hardenberg) kann als der typische Romantiker angesehen werden. Seine „Hymnen an die Nacht“ (1797) sind reinster Ausdruck der romantischen Sehnsucht nach einer höheren Welt: nach der Ewigkeit. Die Nacht, als Gegenstück zum klaren, nüchternen, geschäftigen Tag, wird in der Romantik zum Sinnbild für das Mysteriöse und Rauschhafte, für den Tod als Aufhebung aller Grenzen. Ein anderes Symbol ist die Blaue Blume, auf dessen Suche der Titelheld in Novalis' Roman Heinrich von Ofterdingen (1802), stellvertretend für den romantischen Künstler, sich befindet. Die Blaue Blume steht symbolisch für die reale Unerfüllbarkeit der Sehnsucht nach dem Unendlichen, nach Vollkommenheit und Einheit von endlicher Welt (der Realität) und dem Unendlichen. Eichendorff meidet die Zerrissenheit und die spekulativen Überspanntheiten der anderen Romantiker, besonders der Frühromantiker. Er übernimmt die Motive der Romantik als fertige Muster, weicht aber allem Kult des Überzarten, des Dämonischen und der mystischen Überschwänglichkeit aus. Exemplarisch für ihn, aber auch für die typischen romantischen Motive sind die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ und das Erzählgedicht „Die zwei Gesellen“. Hier z.B. heißt es: “Die strebten nach hohen Dingen”. Der Romantiker ist eben Idealist! Oder: „Sie wollten ‘was Rechts vollbringen”; in Verbindung mit den “hohen Dingen” bedeutet das: sie wollen das Ideal verwirklichen, was leider “unerreichbar” ist (Hier ebenfalls ein romantisches Kriterium: das Unerreichbare). Beide Gesellen sind sehr gefühlsbetont, denn sie “zogen… jubelnd in die klingenden, singenden Wellen… hinaus”. Dann folgt wieder ein romantisches Motiv: der Abscheu gegenüber dem Spießertum. Der erste wird zum Philister, eine Katastrophe, gemessen an seinem ursprünglichen Streben (”hohe Dinge”). Der platte Materialismus steht im Gegensatz zu den ’hohen Dingen’: Haus, Hof, Liebchen, Bübchen, behaglich, Feld; alles ohne eigene Leistung erworben: die “Schwieger” kauften es ihm. Der zweite Geselle kommt unter die Räder, er erliegt den Gefahren des Lebens, bei seinem Streben nach den ’hohen Dingen’, die eben unerreichbar sind. Die Welt, in die er hineinstolpert, wird als unheimlich, dämonisch, aber auch als faszinierend dargestellt „Sirenen, buhlende Wogen, farbig klingender Schlund“). Auch hier also das typische romantische Motiv: die Welt ist nicht “vernünftig” geordnet, wie die Aufklärung behauptete oder die Klassik für erreichbar hielt, sondern geheimnisvoll, rätselhaft, voller Gefahren und Abgründe. Der Romantiker lebt also gefährlich, ja, er will auf dieses gefährliche Leben gar nicht verzichten. Das Spießbürgerliche allein kann auf einer niedrigen Ebene Ordnung schaffen, aber das ist für den Romantiker „unterste Schublade“; dann lieber das andere Extrem, welches u.U. Wahnsinn, Untergang, Scheitern bedeutet: “…und als er auftaucht vom Grunde, da war er müde und alt”. Der einzige Halt ist ihm am Ende nur noch der Glaube (”Ach Gott, führ uns liebreich zu dir!”). Einige Romantiker sind zum katholischen Glauben übergetreten!

Wikipedia bietet eine gute Erklärung zur blauen Blume: http://de.wikipedia.org/wiki/Blaue_Blume

Themen/Merkmale der Romantik (unter anderem):

Sehnsucht, Liebe, Leidenschaft, Poesie, Sinnlichkeit, Mysterien, Geheimnisse, Realitätsflucht der Dichter

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