Regiestudium: Bewerbung & Aufnahmeprüfung - Hilfe!

5 Antworten

als erstes solltest du dich um einen Praktikumsplatz bemühen - bei den meisten Studiengängen ist Erfahrung in dem Bereich erforderlich. Dann kauf dir mal ein paar Drehbücher bzw. Theaterstücke. gut hier für ist der Reklamverlag, der sehr viele Stücke veröffentlich hat. Dann siehst du schon mal wie so etwas aussieht und kannst für die Materie ein Gefühl entwickeln. Wahrscheinlich musst du für die Bewerbungsunterlagen ein Exposé schreiben. Dafür empfehl ich dir das Buch "Drehbuch Handwerk" von David Howard und Edward Marbley. Es erklärt im ersten teil die Grundsätze für einen Film, was auch für ein Theaterstück git. (Protagonist/ Atntagonist ; Einführung; Vorankündigung etc).

Die Frage ist ja schon ein wenig älter, aber sicher für manche noch immer aktuell:
Wie schon erwähnt, ist Erfahrung am Theater ein wesentlicher Punkt, den auch viele Studiengänge in diesem Bereich voraussetzen. Ich denke aber, ausschließlich Erfahrungen in Laienspiel- oder Schultheatergruppen können schnell ein falsches Bild erzeugen, wie Arbeit am "richtigen Theater" (sprich: Stadt- oder Staatstheater, Landesbühnen, oder größere Häuser, etc...) aussieht.
Wichtig ist, denke ich, auch kennen zu lernen, was für ein Aufwand hinter einer jeden Produktion steckt und wie größere Häuser (mit mehreren Hundert bis 1000 Zuschauern) "funktionieren". Stichwort: Beläuchtungsproben, welche Rolle spielt ein Künstlerisches Betriebsbüro, was macht ein_e Inspizient_in, was ist eine HP oder GP, was eine italienische oder technische Probe.
Die beste Möglichkeit all das (und noch viel mehr) zu lernen, bietet sich über Praktika und Theaterhospitanzen. Speziell eine Regiehospitanz ist in etwa ein Praktikum als Assistent des Regieassistent für die Dauer einer Theaterproduktion (in der Regel, je nach Größe/Aufwand der Produktion, um die 6 Wochen Probezeit).
In den meisten Fällen besteht die Arbeit des Hospitanten darin, all das zu tun, wofür der Assistent zu faul ist. Also: Bühneaufräumen, Kaffee kochen, Einkaufen gehen, Regiebuch führen, etc... Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen. Letztendlich hat jeder Regisseur mal so angefangen und Regieassistenten sind mehr als dankbar für jede helfende Hand, die mit Begeisterung anpackt und noch so lästige Arbeiten abnimmt. Übrigens: ein zufriedener Regisseur = ein zufriedener Assistent = ein Hospitant, der mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterempfohlen wird!

Mir ist in meiner Zeit als Regieassistent mal die "ungeschriebene Regel" zu Ohren gekommen, dass an den meisten staatlichen Theatern mindestens 4 Regiehospitanzen Voraussetzung seien, bevor man als Regieassistent an diesem Haus tätig werden kann - natürlich abhängig davon, wie es dem Haus finanziell geht. In der Regel herrschen aber an den meisten Häuser, zumindest bei Hospitanten, chronische Unterbesetzung, da diese eher selten vergütet werden - Also der ideale Einstieg, um sich durch Tatendrang und Wissensdurst einen Namen zu machen und hochzuarbeiten.
Achja: die Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse, die man bei seinen ersten Produktionen als Hospitant sammelt, sind für kein Geld der Welt aufzuwiegen!!! Und auch der eine oder andere Kontakt, den man in dieser Zeit knüft (ob zu Gleichaltrigen, die ebenfalls gerade erst starten oder zu bereits gestandenen Regisseuren, Schauspielern, Bühnenbildnern, Technikern, etc...) kann später Gold wert sein!
In diesem Sinne: Toitoitoi

Dieses Wissen hättest Du Dir mit etwas Engagement in deiner Freizeit aneignen können durch die Teilnahme an Theater-AGs oder bei Aufführungen von Laienspielgruppen. So wird es sehr schwer, dein echtes Interesse an dem Beruf zu belegen.

Hast du dich in deiner Freizeit nicht mit sowas beschaeftigt? ZB inner Theatergruppe, Laienspielgruppe oder so? Da bekommt man doch viel mit. Wenn du damit keine Erfahrungen bisher gemacht hast, wirds mit nem Studienplatz ganz sicher schwierig! Da werden doch eher die vielen engagierten Kleinkuenstler genommen.

Ein solches Studium ist für Personen gedacht, die eine entsprechende Veranlagung haben und sich dementsprechend schon eine Zeit lang damit beschäftigen. Nur weil du in der Schule kein entsprechendes Fach hattest, bedeutet das nicht, dass du nicht schon in deiner Freizeit Theatererfahrung hättest sammeln können. Es kommt zwar auf die Hochschule und die zu vergebenden Plätze an, aber ich denke trotzdem, dass du deine Zeit eher der Suche nach einem für dich geeigneterem Studium widmest. Es kann dir hier keiner in einem kurzen Absatz erklären, wie man eine Inszenierung gut darstellt. Erfahrungsgemäß sind derartige Aufnahmeprüfungen enorm anspruchsvoll. Da reicht es nicht nur zu wissen, wie man dieses und jenes macht - man muss es gut machen.

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