Müssen Gedichte sich reimen?

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9 Antworten

Natürlich müssen sich Gedichte nicht reimen. Das ist in der deutschsprachigen Lyrik seit Klopstock (18. Jhdt.) anerkannt. Wichtiger als der Reim ist das Metrum. Auch das muss nicht sein, aber es hilft einem Gedicht, sich von Prosa abzuheben. Ich würde auf jeden Fall empfehlen mit gereimten und metrischen Gedichten anzufangen, d.h. erst regelmäßig geformte Gedichte zu schreiben und wenn man das intus hat, kommt es von ganz allein, dass man versucht aus den Schemata auszubrechen. Es ist allerdings ein Unterschied, ob man "regellose" Gedichte schreibt, weil man's nicht anders kann / nie anders gemacht hat oder weil man sich bewusst von den Regeln löst. Ein Vorteil der Methode mit Reim und Metrum anzufangen, ist, dass man viel gelenkiger in der Sprache wird und nicht nur schreibt, wie einem der Schnabel gewachsen ist, was bei mangelndem Talent zu ziemlich unpoetischen Texten führt.

RalRam 28.11.2013, 18:54

Mhm, ich weiß nicht ob es maßgebend ist, wenn etwas in seiner eigenen Art anerkannt ist.

Abstrakte Maler behaupten auch standfest sie würden 'Kunst' produzieren ... das ist unter 'Experten' auch anerkannt.

Wobei ich Deine Erklärung zum Versmaß teilen würde. Aber so gaaaanz ohne Reim, ist es doch eher Vogonischer Machart oder?

Oh zerfrettelter Grunzwanzling dein Harngedränge ist für mich Wie Schnatterfleck auf Bienenstich. Grupp, ich beschwöre dich mein punzig Turteldrom. Und drängel reifig mich mit krinklen Bindelwördeln Denn sonst werd ich dich rändern in deine Gobberwarzen Mit meinem Börgelkranze, wart's nur ab!

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Ich finde Gedichte die sich nicht reimen oder zumindest einer Gesetzmäßigkeit folgen nicht schön.

Zu welchen abstrusen Ergebnissen das führen kann, hört man in 9 von 10 Rap-'Liedern'

Ein besonders schlimmes Beispiel ist für mich ebenfalls ein Lied:

Bosse - Schönste Zeit

Wenn ich das hören muss, gruselts mich regelmäßig. Solche Texte haben wir als Kinder improvisiert, während wir mit Stiften auf umgedrehte Mülleimer als Schlagzeug gespielt haben.

Ein Gedicht ist allein dadurch definiert, dass das Zeilenende bewusst gesetzt ist. Das kann durch Reime entstehen, wie bei den meisten Gedichten bis zum Impressionismus, einen Reim geben muss es aber nicht. Gerade seit dem Impressionismus wird oft auf einen Reim (@GDichte: und auch auf das Metrum) verzichtet. Beispiele, die ich klasse finde sind z.B.: "Todesfuge" von Paul Celan oder "Ikarus" von Ernst Jandl, aber es gibt einen Haufen von Gedichten, die sich nicht reimen (von Else Lasker-Schüler z.B.)

Entweder es reimt sich dauerhaft oder gar nicht. Künstleriche Freiheit. Aber einen Wechsel kann ich nicht empfehlen.

User50780 27.11.2013, 18:17

wieso?

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cba321 27.11.2013, 18:21
@User50780

Klingt etwas holprig. (Laut unserer Deutschlehrerin :D)

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cba321 27.11.2013, 18:33
@User50780

Ich kenne leider kein solches Gedicht. Kann mir aber schon gutvorstellen, dass das etwas seltsam klingt.

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Nein, es gibt auch Gedichte, die sich nicht reimen. Meistens sind das Dinge, die dann wirklich von Herzen kommen

Nein,schon früher bei den Grieche hatte sie keine (End)Reime. Was aber schon alternmann sagte....

Schon die Griechen hatten Gedichte ohne jeden (End-)Reim

Doch müssen sie oder sollten sie , nur elfchen reimen sich nicht ( just think so )

Gedichte müssen sich nicht umbedingt reimen. :)

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