Mein Freund verpflichtet sich für 12 Jahre beim Bund. :(

4 Antworten

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Hallo Regentropfen, dann gib doch bitte meine Antwort an Deine Freundin weiter. :-)


Hallo "Freundin", :-)

Du selbst wirst irgendwann vor der Entscheidung stehen, was Du beruflich machen möchtest - im Idealfall findest Du von Anfang an Deinen Traumberuf!

Daher finde ich, dass Du wirklich ganz toll reagiert hast. Du scheinst aber auch Deinem Freund wichtig zu sein. Ansonsten hätte er nicht angeboten, auf seinen Traumjob zu verzichten.

Dein Freund bringt für sein berufliches Ziel ein sehr wichtige Voraussetzung mit: Entschlusskraft! Das ist mit 17 nicht selbstverständlich. Viele Frauen wünschen sich einen Mann mit festen Zielen und Vorstellungen.

Ich kenne viele Soldatenfamilien, und viele von ihnen funktionieren ganz hervorragend. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Scheidungsrate im Vergleich zum Rest der Bevölkerung geringer ist. Warum? - Weil die Partner voll hinter dem Beruf ihres Partners stehen.


Was erwartet Euch nun?

Dein Freund wird zunächst die Grundausbildung machen. Dafür muss er unter Umständen etwas weiter reisen. Grundsätzlich dürfte er am Wochenende zu Hause sein. Weil er Zeitsoldat ist, dürfte es für ihn normalerweise kein Problem sein, die Fahrtkosten zu bezahlen. In dieser Zeit wird er viele neue Eindrücke bekommen, diese werden sich wohl auch auf das private Umfeld auswirken. Mit etwas Neugier und Interesse wirst Du sicher auch spannende Geschichten erfahren.
Nach zwei bzw. drei Monaten Grundausbildung, die ihn sicher fordern werden, wird Dein Freund voraussichtlich an einen neuen Standort versetzt (muss jedoch nicht sein). Dort lernt er evtl. das erste Mal seinen künftigen "festen" Arbeitsplatz kennen, muss jedoch noch einiges an Ausbildung absolvieren.

Das heißt, dass er für die nächsten 2-3 Jahre noch einige Lehrgänge besuchen wird, deren Ausbildungsstandorte quer durch die Republik verteilt sein können. Also werdet Ihr auch hier "nur" das Wochenende für Euch haben.

Das alles wird am Anfang eine Umstellung für Euch bedeuten. Jedoch geht Ihr gestärkt daraus hervor, wenn Ihr Euch wirklich liebt. Nur wenige Beziehungen werden so früh einer derartigen Probe unterzogen. Es macht Euch auf jeden Fall um viele Dinge erfahrener. Wenn die Liebe stark genug ist, wird es Eure Beziehung bereichern.

Irgendwann wirst Du vor der Entscheidung stehen, Deinem Partner evtl. zu folgen und ihr zieht an den Ort, wo er Dienst leistet. Über die Zeit kann man so viele schöne Ecken in Deutschland kennen lernen. Und man hat die Möglichkeit überall neue Freundschaften zu schließen. Auch dies ist eine Erfahrung, die man sonst nicht machen würde.

Eine Beziehung kann also so eine Zeit und über so eine Distanz bestehen. Auf jeden Fall! Sie kann sogar noch viel tiefer werden und sich festigen.
Es muss also keine Fernbeziehung auf 12 Jahre sein, sondern hängt davon ab, wo Dein Freund stationiert sein wird bzw. ob Ihr evtl. irgendwann sogar zusammen zieht.

Eine Trennung würde ich derzeit auf keinen Fall vornehmen. Du kannst die Zeit nutzen und Dich selbst mit dem Berufsbild des Soldaten auseinander setzen. Was Dich belastet ist eine große Unbekannte. Über Gespräche, Foren und andere Internetseiten kannst Du Dich informieren. Damit verschwindet eine große Lücke und die Ungewissheit. Das beruhigt, weil Du weißt, was auf Deinen Freund zukommt.

Dann darfst Du auch ruhig die Zeit nutzen und weinen. Natürlich ist man anfangs traurig. Das geht vielen Paaren so. Aber jedes Paar gewöhnt sich an diese neue Situation und zieht das Positive daraus - und davon gibt es wirklich viel. :-)

Ich wünsche Dir und Deinem Freund alles Gute!

Vielen Dank für diesen Stern.

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mach nen guten schluss

dann kann er auch reinen gewissens die knappe freizeit während der ausbildung effektiv nutzen

Natürlich würdet ihr euch sehen, schließlich ist er beim Bund und nicht im Gefängnis. In der Regel ist er dann ja jedes Wochenende zuhause wenn er nicht auf Übung oder im Einsatz ist. Und Urlaub hat er ja auch. Vielleicht wird er ja auch bei dir in der Nähe stationiert wenn ihr Glück habt. Ich würde der Liebe also erstmal eine Chance geben und versuchen sie aufrecht zu erhalten. Man kann ja jeden Abend telefonieren und chatten.

du schreibst hier nicht, wie groß die Distanz ist, Berufssoldaten haben ja schon einen gewissen Handlungsspielraum, wo sie stationiert werden