Medienkonzeption Gehalt?

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3 Antworten

Hallo, ich gehöre wohl zu einem der ersten, die diesen Studiengang abgeschlossen haben. Unterm Strich hat er sehr wenig mit Design zu tun!

Das Studienfach ist eine Mischung aus Medieninformatik, Online Medien und Konzeption. Im Grundstudium ist Mathe angesagt - und zwar richtig. An diesem Fach wäre ich fast gescheitert und benötigte mehrere Anläufe bei der Prüfung. Monatelanges lernen gehört dazu. Es ist schon hart und Hobbys sollte man in den ersten 2 Semestern besser keine haben. Denn das Grundstudium ist nicht ohne! Einige haben es nicht gepackt und abgebrochen.
Doch der Großteil kam ins Hauptstudium.

Zugleich hat es aber auch viel Spaß gemacht. Du lernst den Umgang mit den Adobe Programmen - Grafik und Computergrafik gehören mit dazu.
Die Professoren sind fast alle super mit wenigen Ausnahmen.

Im Hauptstudium gibts Programmieren und einen Super Professor namens
Jirka Dell’Oro-Friedl - der hat sogar seine eigene Wikipedia Seite und er ist Spieleentwickler und Karate Meister mit einer eigenen Kampfsportschule.

Man lernt das Programmieren von Computerspielen und kann das, wenn es einem gefällt später in den Wahlpflichtfächern weiter vertiefen.

Ich für meinen Teil spezialisierte mich auf das TV und Video Genre. Furtwangen hat einen eigenen TV Sender und Radiosender, dort habe ich gearbeitet und meine Wahlpflichtmodule abgeschlossen. Man lernt den Umgang mit Professionellen Kameras und hat ein eigenes Filmstudio. Je nach Fach hat man mit Tatort Kameramännern zu tun - und lernt direkt, wie es im Filmbereich so zu geht.

Dazu kommen konzeptionelle Dinge - man plant und gestaltet Apps, Digitalisiert sie, visualisiert sie oder Programmiert Prototypen. So haben wir z.B. Webseiten Konzepte für ZDF erstellt, Apps und Appkonzepte entwickelt für behinderte Menschen. Oder Crossmediale Konzepte entwickelt, womit man z.B. TV, Smartphone und Tablet vernetzen kann.

Das Studium hat sehr viel Spaß gemacht unterm Strich. Die ersten 2 Semester waren meiner Ansicht nach sehr hart und sehr schwer! Aber auch sehr aufregend und man hat viel gelernt.

Mathe z.B...
"Mathematische Grundlagen der Computergraphik
Optik von Kameraobjektiven - Detektion und Korrektur von Kameraobjektivfehlern
Endliche Geometrien und Strukturen"

Man kann also später nicht nur ein Grafikprogramm bedienen, sondern wenn man gut aufpasst, auch selbst programmieren...

Das Hauptstudium war auch klasse - auch wenn wir am Anfang noch zu wenige Dozenten für den Bereich Medienkonzeption hatten. Doch das änderte sich recht schnell - wir waren immerhin der erste Abschlussjahrgang.

Die jetzigen Studenten haben eine super Auswahl an Wahlpflichtfächern und können sich gut Spezialisieren.

Während dem Projektstudium oder dem Praxissemester arbeitet man natürlich sehr eng mit Firmen zusammen. Das kann man auch mit der Thesis machen. Daher Studiert man auch nahe am Markt und nicht fern der Realität wie bei vielen anderen "Designorientierten Studiengängen".

Jetzt hat man natürlich nach dem Abschluss das Problem, dass kaum einer den Studiengang "Medienkonzeption" kennt. Viele Unternehmen können damit nichts anfangen. Doch moderne Zukunftsweisende Unternehmen suchen Leute gerade in diesem Bereich. Marketing, Bwl und Projektmanagment sind ebenfalls Bestandteil dieses Studiums.

Einen Job hatte ich schnell, musste aber viele Bewerbungen schreiben, weil viele klassische Agenturen veraltet sind und Medienkonzeption völlig falsch einschätzen.

das Einstiegs-Gehalt variiert je nach Agentur zwischen 2500 und 4500 Brutto.
(4500 gabs in Baden Württemberg z.B. bei einer bekannten Agentur)

Also zwischen 1600 und 2600 Netto...

Man sollte sich auch wirklich nicht abspeißen lassen mit einstiegs Designer-Löhnen, denn man kann das in etwa so vergleichen:

Ausbildung zum Mediendesigner = Ausbildung zum KFZ Mechatroniker
Medienkonzeption Studium = KFZ Meister.

Der Schwierigkeitsgrad und die Anforderungen sind sehr hoch. Der Informationsgehalt gigantisch. Wenn ich mit alten Klassenkameraden sprechen, die Designstudiengänge gemacht haben
(z.B. bei der HDM in Stuttgart oder HFG-gmuend Vergleiche),
dann sind die verblüfft über meinen Wissenstand.

Es scheint so, als sei Furtwangen mit der Fakultät Digitale Medien
den anderen Hochschulen um einiges voraus.

Grafikdesign haben wir natürlich auch im Studium, doch das wird eher "erwartet" als gelernt. Man muss sich vieles selbst beibringen. Wer kein Gespür dafür hat, muss es sich aneignen. Unterm Strich ist man ein nützlicher Allrounder nach dem Studium - mit Kentnissen in Konzeption, Grafikdesign, Marketing, Fotografie, Filmdreherfahrung sowie Programmierung.

Das Studium hats in sich, denn man muss schon großes Engagement zeigen um hier durchzukommen. Es ist schwer, aber es macht auch großen Spaß - und das motiviert natürlich. Man lernt sehr viel! Dazu kommt eine familiäre atmosphäre und enger Kontakt zu den Dozenten und Kommilitonen (Mitstudenten). Ich habe dort auch einige gleichgesinnte Freunde kennengelernt. Es studieren auch viele Frauen dort. Der Anteil M zu W ist fast 50/50. Die meisten Dozenten helfen einem bei Problemen und die Studenten halten stark zusammen, wie bei einer Familie.

Natürlich gibt es auch negative Seiten, wie z.B. Schnee im Winter, eine
schlechte Nahverkehrsanbindung und wenig Sonne im Winter. Doch durch die
Studenten lebt die Stadt - man muss sich nur integrieren und schnell
den Inoffiziellen Facebook Gruppen beitreten. Die heißen meistens "HFU
DM WS oder SS + euer Beitrittsjahr - z.B. WS 2010" Bei Fragen, gerade am
Anfang vom Studium, gibt das Sekretariat gerne auch per Mail gute
Antworten.

Ich kann diesen Studiengang empfehlen mit gutem Gewissen, genau so wie die Hochschule Furtwangen!

Achja, und die Mieten sind sehr günstig! Macht ne 2er oder 3er WG, mein Tipp ;-)

Ich hoffe, ich konnte mit dieser Antwort Licht ins Dunkel bringen :)

Hallo, ich habe mir mal den Studienablaufplan der HS Furtwangen angesehen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich dabei um einen Mediendesign-Studiengang handelt. Nach dem Studium kannst du von einem Brutto-Einstiegsgehalt von 2000 Euro ausgehen. Infos zum Studiengang, beruflicher Perspektive usw. gibts auf der Seite: http://www.medien-studieren.net/medienberufe/mediendesigner-grafikdesigner/

Da taucht schon die erste Frage auf - warum wohl geben die einem Mediendesign-Studiengang ohne Not einen neuen Namen?

Beim Militär würde man das wahrscheinlich Vernebelungstaktik nennen.

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@BalduinB

Weil der Studiengang unterm Strich kaum was mit Design zu tun hat ;-) - siehe meine Antwort weiter unten.

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Die gleiche Frage hast Du schon mindestens einmal gestellt, und ich hab sie schon beantwortet.

Selbst wenn man danach gute Berufsaussichten hätte, könnte Dir niemand das Gehalt nennen - der Studiengang ist doch völlig neu.

Und was macht denn ein Medienkonzeptionierer / Medienkonzeptionist oder wie immer sich das auch nennen mag? Darüber solltest Du Dich als allererstes informieren - das sollte man schon tun, wenn man einen solchen Studiengang in Erwägung zieht. Außerdem sollte man grundsätzlich nicht alles glauben, was eine Hochschule so an Prosa auf ihren Internetseiten verbreitet.

Ich nehme an, dass auch eine andere Frage zu BWL und Medienkonzeption - ich will sie mir erst gar nicht ansehen - von Dir stammt.

BWL ist ein völlig überlaufenes Massenfach, da sind die Aussichten ebenfalls mau. Klar, es werden laufend BWLer für alle möglichen Jobs gebraucht - aber keinesfalls so viele, wie dieses Fach studieren.

Ich kenne Dich und Deine schulischen Leistungen und Interessen nicht, aber wenn es um einen halbwegs sicheren und fair bezahlten Job geht, würde ich Dir in erster Linie einen ingenieurwissenschaftlichen und in zweiter Linie einen naturwissenschaftlichen Studiengang empfehlen. In beiden Feldern sind allerdings solide Mathekenntnisse erforderlich, sonst wirst Du scheitern.

Die Betonung liegt auf "halbwegs sicher" - sichere Jobs gibt's nicht mehr, die gab's nur im vergangenen Millenium.

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