Lyrik,Alexandriner?

1 Antwort

Der typische Alexandriner setzt sich zusammen aus jambisch alternierenden sechshebigen Reimversen, die männliche und weibliche Kadenzen aufweisen und aus 12 und 13 Silben bestehen, wobei eine Zäsur den Mittelpunkt der einzelnen Verszeilen bildet. Hat man nur 6 oder 7 Silben, dann lässt sich damit kein Alexandriner bilden, denn der zeichnet sich eben durch diese speziellen Merkmale aus. Allerdings gibt es beispielsweise auch den französische Alexandriner, wo ein jambisches Versmass nicht angestrebt bzw. zwingend notwendig ist.

Hier ist ein Überblick über die verschiedenen Versmasse und ihre Bezeichnungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Versma%C3%9Fen

Dankeschön!Und wenn es z.B nur 6/7Silben sind in einem Vers handelt es sich nicht um ein Alexandriner aber Jambus,Trochäus,Anapäst und Daktylus können ja unabhängig von der Silbenanzahl trotzdem da sein,oder?

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@LenaEgl

Ich vermute, du bist dir nicht ganz sicher, wie du die Begriffe einordnen musst - ich hoffe, die folgende Erklärung hilft dir:

Wenn man ein metrisches Schema betrachtet, also die Struktur der Sprache hinsichtlich ihrer Regelhaftigkeit und Regelmässigkeit, dann betrachtet man dies aus verschiedenen Ebenen.

Auf der untersten Ebene sprechen wir von einem Versfuss, das ist der kleinste Teil eines Verses. Das was du oben nennst sind verschiedene Versfüsse (Jambus, Trochäus, Anapäst, Daktylus, etc.). Je nach Versfuss (zwei-, drei-, viergliedrig) benötigt man zwei oder mehr Silben - um deine Frage zu beantworten: Ja, die Silben sind die "Laute", in welche ein Wort geteilt werden.

Auf der nächsten Ebene sprechen wir vom Versmass, auch Metrum genannt. Je nach Anzahl enthaltener Versfüsse spricht man von Monometer (1 Metrum), Dimeter (2 Metren), Trimeter (3 Metren), Tetrameter (4 Metren), Pentameter (5 Metren) oder Hexameter (6 Metren).

Danach kommen Strophen- und letztlich Gedichtform.

 

Du siehst also, der Ausdruck "Alexandriner" ist auf der Ebene des Versmasses einzuordnen, während die Begriffe Jambus, Trochäus, Anapäst und Daktylus bei den Versfüssen anzusiedeln sind. Das sind unterschiedliche hierarchische Ebenen, wenn man die sprachliche Struktur betrachtet.

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