Konnte ein Bastard nachfolger eines Königs werden?

5 Antworten

Das Thronfolgerecht war* in den verschiedenen Königreichen unterschiedlich* geregelt (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Thronfolge). Es kam aber immer wieder vor, dass Abkommen aus nicht-standesgemäßen Ehen Nachfolger wurden vgl. Wikipedia zu Bastard: "Bastarde behielten im Abendland normalerweise den Stand ihrer Mutter und hatten keinerlei Privilegien. Wenn jedoch die Gemahlin eines Adligen unfruchtbar war oder alle seine Nachkommen vorzeitig verstarben, konnte ein Bastard die Erbfolge antreten, so wie ein Adliger natürlich auch andere nahe Verwandte als seinen Erben einsetzen konnte."

Die Antwort auf die Frage konnte, ist ein klares ja. Können konnte er schon, aber das hing von verschiedenen Vorbedingungen ab.

Zum ersten, die regulären Thronfolger, sprich männliche wie weibliche Nachkommen des Herrschers mit seiner Ehefrau, bzw. seinen Ehefrauen, mussten bereits tot sein als der König starb, bzw. er hatte gar keine mit seinen Ehefrauen gezeugt.

Zweitens, der illegitime Sohn musste dem Vater bekannt und von diesem auch annerkannt sein. Es gibt eine hinreichende Zahl von Beispielen, dass ein König seine Kinder nicht anerkannte, sich nicht um sie kümmerte, wie auch umgekehrt, das er sie kannte, dafür sorgte das es Mutter und Sohn gut ging, und dass der Sohn passend erzogen wurde. Manchmal ging die anerkennung des Sohns sogar soweit, dass er durch die Vergabe von Lehensgütern geadelt wurde, und damit lebenslang versorgt war. Richtig ist jedoch auch, dass ein illegitimer Sohn dem Stand der Mutter angehörte wenn der König nichts tat, und ich schätze wenn man eine statistische Untersuchung anstellen würde, wären die meissten Bastarde eher Kinder von Dienerinnen denn von Adligen Frauen. (aber das ist wie gesagt mehr meine persönliche Schätzung)

Dittens musste das Erbrecht des entsprechenden Landes eine begünstigung illegitimen Nachwuchses mit Erbschaft gestatten. Da sowas sich ändern kann muss man da auch etwas auf die Zeit achten.

Als Beispiel allgemeiner Natur für die Anerkennung und erbliche Bedenkung von Bastarden mag hier die Heraldik herangezogen werden. So war es nämlich üblich, dass ein illegitimer Sohn das Wappen seines Vaters durchaus übernehmen durfte wenn er von diesem anerkannt wurde, allerdings musste er zusätzlich zum normalen Wappen den "Bastardfaden" tragen, einen dünnen roten Schrägstrich über den ganzen Schild. Dass die Herolde es für nötig befunden haben dafür eine eigene Bezeichung einzuführen sollte klar machen, dass das wohl durchaus öfter passiert ist. Zumindest in den anderen Rängen des Adels.

Vorsicht mit dem Wappen, mit dem Bastardfaden, mit den Herolden! Die Herolde haben mit den Motiven,Attributen des Wappens nichts am Hut. Ihre Aufgabe besteht darin, zu "künden", den Untertanen plakativ zu zeigen, was bedeutsam (in der Herrschaft) ist. Der Faden konnte nicht mehr entfernt werden, er blieb in der Ahnentafel hängen. Es gibt Dokumente, in denen dieser Faden wesentlich breiter ist und an signifikanter Stelle - meist schräg - verläuft und "befördert" wird in Balken oder Pfahl. Ein solches Wappen (quasi Visitenkarte) fällt meist ins Auge und führt zu Fragehaltung.

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@breitengrad50

Ich nehme den Hinweis positiv zur Kenntnis, möchte im Gegenzug aber dementieren, dass die Aufgabe der Herolde allein das verkünden war. Sie führten auch die Wappenrolle, sozusagen das Nachschlagewerk der Wappen, und legten die Regeln dafür fest. Woher die Beizeichnung 'Bastardfaden' stammt, darüber will ich nicht spekulieren, aber ich weiß, dass es ihn gibt, und das er so verwendet wurde wie gesagt, was letztlich der Grund ist, weshalb ich diese Sache angeführt habe.

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Die Geschichte Englands der Briten, also nach der römischen Besatungszeit und einer dunklen Phase mit vielen Widrigkeiten und Einfällen der Dänen gelangte zu neuer Blüte mit einem Bastard. William the conquerer, battle of Hastings 1066 Eigentlich sollten wir in Guillaume le conquérant, denn er war ein französischer Herzog, der Normandie. Sein Vater, Herzog Robert hatte zuerst von seinen Feudalherren die Anerkennung Guillaumes als seinen legitimen Nachfolger ertrotzt. Später leistete dieser dem König den Lehenseid und festigte dadurch seinen Anspruch noch mehr. Doch die Lage von Bastarden ist immer gefährlich ja geradezu prekär. Fast alle Männer die iihm zur Seite gestellt wurden, als er noch unmündig war und seine Ausbildung erhielt, wurden ermordert oder starben zumindestens auf nicht immer geklärte Weise. Fast ständig mußte er sich Häme und Spott gefallen lassen und seine Ansprüche mehr als einmal mit Waffengewalt durchsetzen. Letzendlich siegte er. Doch seine Herkunft legte seinen Lebensweg eigentlich nicht von vorne herien so fest, , dass er es sein sollte, der langfristig gesehen zu einer Befriedigung Britaniens beitragen sollte..

Natürlich.

z. B. William der Bastard, den sie später den Eroberer nannten.

Mit Nachfolger ist freilch gewiss nicht Nachfolge aufgrund von Eroberung gemeint, sondern Erbnachfolge. Auch als Herzog wurde er Nachfolger erst nach Legitimierung: "Um sein Reich für den Fall seines Todes in der Fremde zu sichern, überredete er die Feudalherren, Wilhelm als legitimen Nachkommen anzuerkennen. Sie schworen Wilhelm die Lehnstreue und den Gehorsam." (Wikipedia)

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@Fontanefan

König Edward (der Bekenner) hatte einen unehelichen Sohn Namens William (Herzog der Normandie). Er hatte verfügt, diesem, nach seinem Tod, die Königswürde zu übertragen. Auch Harold Godwinson (Earl of Wessex) hatte diesen Thronanspruch von William anerkannt und sich in den Dienst von William gestellt.

Als Edward starb, hat Harold Godwinson sich aber nicht an den Treueschwur gehalten und sich selbst die Krone genommen, weil William noch in der Normandie war. Erst darauf hin, hatte William mit militärischen Mitteln sich die Krone zurück erobert, die ihm von Rechts wegen zu stand.

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Wenn nicht unbedingt jeder das weiß.

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