[sozusagen gelöst] Kondensatoren für Frequenzweiche Canton LE400 gesucht

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Wenn die Bauteile der Weiche nicht eindeutig beschriftet sind, kann man sie natürlich nicht korrekt austauschen. Schade, dass Canton hier kein Archiv pflegt, beinahe enttäuschend, wo man doch als bekannter Hersteller auf die Langzeitqualität seiner Produkte Wert legt und damit wirbt...

Aber auch wenn die Teile eindeutig beschriftet wären, würden sie zu den Chassis nicht mehr passen. Ein Lautsprecherchassis altert. Die Aufhängung (Sicke) wird je nach Material früher oder später spröde. Das kann bis zum Zerbröseln der Sicke gehen. Die Zentrierung (gelb, gefaltet, unterhalb der Membran, meist am Ansatz des Schwingspulenträgers) wird weich, sie besteht aus getränktem Textilgemisch und wird immer "flatteriger". Der Lack auf dem Schwingspulendraht wird auch spröde und kann abbröseln. Das Magnetmaterial lässt in seinen magnetischen Eigenschaften ebenfalls nach, gerade die verbreiteten Ferrit-Magneten, das seltenere Neodym ist deutlich langzeitstabiler. Das trifft auf alle klassischen Konuschassis zu, aber auch Hochtonkalotten sind davon betroffen. Somit ändert sich das Klangbild eines Lautsprechers über die Jahrzehnte wesentlich.

Lösung Nr. 1: Bei besonders hochwertigen Lautspechern (und ich meine damit nicht deine LE400) tauscht man je nach Verfügbarkeit Weiche und Chassis, perfekt wird es mit neuer Bestückung nach erfolgter Messung. Quasi ein Neubau.

Lösung Nr. 2: Man kauft sich neue Lautspecher (oder auch jüngere gebrauchte). Schon deshalb eine Lösung, weil auch die Lautsprecherentwicklung ihren Gang genommen hat. Deine 70er-Jahre-Teile sind hoffnungslos weit weg von den Möglichkeiten heute. Wenn du schon auf guten Klang stehst, gönne dir ein Paar neue. Muss ja nicht so teuer sein. Ein kompaktes Paar Magnat Quantum 603 für deutlich unter 200 Euro. Oder für's doppelte Geld ein Paar Standlautsprecher Magnat Quantum 655. Auch die Canton GLE-Serie ist etwas härter abgestimmt, aber auch interessant. Muss man halt hören und vegleichen, was einem besser gefällt.

Aber in die LE400 noch was zu investieren, nee, würde ich explizit abraten.

Ich habe mich an den Canton-Kundendienst gewandt. (Kann ich nur empfehlen.) Die konnten mir helfen.

Zwar nicht in Form von Werten von den Kondensatoren aber mit einem Checken der Frequenzweichen.

Nach 30 Jahren ist ein Austausch der Elektrolytkondensatoren in der Tat sinnvoll.

Evtl. sind sie schon ausgetrocknet.

Kleiner Hinweis von mir: Das hat der Fragesteller schon erkannt... Und weiter?

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