Kind taufen lassen, ja oder nein?

30 Antworten

Dein Mann hat Recht, und deine Argumentation 

"Wir sollten ihn nicht taufen lassen, da er seine Religion selbst bestimmen soll. " hat einen entgscheidenden Fehler. 

Ein Kind lernt nur kennen, was die Eltern ihm zeigen. Wenn du ihm den Glauben nicht näherbringst, wird es ihn auch nicht kennenlernen wollen, und kann nicht überblicken welcher Glaube der für ihn richtige ist.

Ich würde hier die evangelische Konfession wählen, und deinem Mann die Aufgabe zuteilen sich darum zu kümmern. Das hindert dein Kind nicht daran, sich später einer anderen Konfession(oder keiner) zuzuwenden, wie du es getan hast.

Die Taufe ist unter Kindern kein Gesprächsthema, mit Hänseleien ist daher nicht zu rechnen. Taufe und Religionszugehörigkeit werden erst im Berufsleben wichtig. Wenn er in einem konfessionellen Krankenhaus oder Kindergarten arbeiten will muss er Mitglied der entsprechenden Religion sein. Alle andere Berufe stehen auch "Heiden" offen. Heiraten kann man auch ungetauft. Bei einer kirchlichen Trauung kommt es auf die gewünschte Hochzeit an, orthodoxe, jüdische oder muslimische Frauen stellen manchmal andere Ansprüche an ihren Angetrauten. Bis dahin hat er aber nach einige Jahre vor sich :-)

Ich vergaß den Nachteil einer Taufe anzugeben. Ab Taufe ist das Kind Kirchensteuerpflichtig. Das könnte beim ersten Lehrlingsgehalt eine böse Überraschung mit sich bringen.

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@stubenkuecken

ja richtig böse, 8 oder 9 % Kirchensteuer vom Lohnsteuer, die bei 900 EUR Gehalt überhaupt nicht anfällt

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Die Frage ist echt schwierig. Zwei Gesichtspunkt der Taufe (nicht die einzigen) sind das Bekenntnis des Glaubens und die Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen. In den frühen Zeiten der Kirche wurden Erwachsene getauft, die sich frei entscheiden konnten, heute werden meist kleine Kinder getauft. Ich halte das auch für sinnvoll, in einem Glauben aufzuwachsen. Ihr lasst das Kind ja auch nicht selbst entscheiden, welche Verwandten es grüßen soll, welcher Kindergarten besucht wird, welche Grundschule und vieles andere. Die freie Entscheidung kommt dann später bei der Firmung oder der Konfirmation. Seit einigen Jahren besteht auch zwischen der evangelischen Kirche und der katholischen Kirche das Einverständnis, dass jede Kirche die Taufe der anderen anerkennt. Die Entscheidung für das Kleinkind treffen die Eltern und die Paten, die stellvertretend für das Kind das Einverständnis geben, in die Kirche einzutreten und sie bekennen den Glauben.

Nun seien sie bitte konsequent: Wenn Sie das für ihr Kind wollen, dann würde ich mich für die Taufe entscheiden. Wenn ich Pastor wäre (bin ich nicht!), dann würde ich taufen, würde aber voraussetzen, dass Sie beide (ob ev. oder kath.) sich über Glauben und Kirche gut informieren, damit sie auch begründet hinter Ihrer Entscheidung stehen können.

Wenn die Gesichtspunkte aber Spielkameraden, Schule, Bewerbung, Meinung der Öffentlichkeit, usw. sind, dann seien Sie genauso konsequent und lassen sie das Kind nicht taufen.

Oh, jetzt bin ich vom "du" in das "Sie" gewechselt. Das passiert mir eben, wenn ich jemanden ernst nehme.

Ich, gläubiger Katholik sage: es macht keinen Sinn euer Kind taufen zu lassen, da ihr eurem Kind keine religiöse Bildung und Bindung liefern könnt/wollt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird euer Kind ebenso Atheist sein wie ihr. Es sei denn er erlebt im Erwachsenenalter in Erweckungserlebnis. Aber dann kann er sich ja selbst entscheiden, ob er sich taufen lässt bzw. zu der besagten Religion konvertiert.

Ein Kind nur deswegen Taufen zu lassen "weil es sich so gehört" empfinde ich gar schon fast als Beleidigung meines Glaubens. Deswegen liebe Eltern: lasst eure Kinder nicht taufen, wenn ihr die Taufe nicht wertschätzen könnt.

Ich sage: Wir sollten ihn nicht taufen lassen, da er seine Religion selbst bestimmen soll.

Sehe ich genauso. Jeder sollte für sich wählen.

Meine Mutter ist inaktiv oder mehr traditionell evangelisch und mein Stiefvater konfessionslos (eigentlich sogar atheistisch). Sie ließen meiner jüngeren Schwester und mir die Wahl, den religiösen Weg zu gehen oder die Alternative zu wählen. Beide entschieden wir uns unabhängig voneinander die Kirche zu besuchen. Was meine Schwester anfangs dazu bewog, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es für mich darauf begründet war, dass ich von mir selbst aus schon als Kind an mehr glaubte als nur das irdische Dasein. Lediglich in Hinsicht auf die Taufe wurden wir nicht vor die Wahl gestellt, sondern haben diese beide erhalten.

Dennoch glaube ich, dass ein Kind die Gelegenheit haben sollte, wenn es diese Entscheidung wirklich verstehen kann, ob es getauft werden möchte, oder eben nicht.

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