Kennt jemand Geschichten über Vergebung?

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Ein Beispiel findest Du in Matthäus 18

Matthäus 18:21-22
21 Dann trat Petrus herzu und sagte zu ihm: „Herr, wievielmal mag mein Bruder gegen mich sündigen und soll ich ihm vergeben? Bis zu siebenmal?“
22 Jesus sprach zu ihm: „Ich sage dir: Nicht bis zu siebenmal, sondern: Bis zu siebenundsiebzigmal.

Wie wichtig das Vergeben für uns ist, erklärte Jesus im Anschluß an diese Worte mit einem Gleichnis in den Versen 23-35.

Wenn Du keine eigene Bibel hast, kannst Du hier online lesen:

http://watchtower.org/x/bibel/mt/chapter_018.htm

Ich kenne eine sehr warmherzige und schöne Geschichte über Vergebung: Das Buch heißt "Der Teppich des Dichters" von Laura Gallego García. Es ist allerdings keine religiöse Geschichte und sie spielt im Orient. Wenn dich das nicht stört, dann kann ich dir die Geschichte nur wärmstens empfehlen! Mich hat sie jedenfalls sehr berührt.

Vergebung ein Lebensstil - es liegt in deiner und meiner Hand.

Unbegrenzte Bereitschaft zur Vergebung und das Gleichnis vom hartherzigen Schuldner. Matthäus 18,21 bis 35

Vergebung hat große Wirkung.

Häufig fühlen wir uns überfordert, wenn wir anderen vergeben sollen. Viele sind der Meinung: "Vergeben heißt vergessen". Mag es uns auch mitunter schwer fallen, das Prinzip des Vergebens in unserem Leben zu verwirklichen, so bringt es doch bedeutende Ergebnisse hervor. Vergebung, bedeudet: "loslassen" oder auf "Strafe verzichten". Wenn wir vergeben, entscheiden wir uns, jemanden für sein verletzendes Verhalten nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Vergeben ist also eine Sache der Entscheidung.

Die Frage ist nicht, ob ich vergeben kann, sondern ob ich vergeben will. Gott hat uns in Jesus Christus vergeben. Dies bedeutet Gott verzichtet darauf, uns zu strafen, weil Jesus unsere Strafe getragen hat. Vergebung geschieht aus Gnade, und Gnade ist ein unverdientes Geschenk. Vergebung ist der einzige Weg einen Konflikt zu beenden. Es liegt also in Deiner und meiner Hand. Vergebung hat nichts damit zu tun, wer Recht oder wer Unrecht hat.

Was muss ich tun?

Wir alle sind schon durch andere Menschen verletzt worden. Diese Verletzungen erzeugen tiefe Auswirkungen. Unsere Gedanken und Gefühle werden durch diese Verletzungen geprägt. Gibt es Dinge, im Herzen die Schmerz, Wut, Groll oder Bitterkeit bewirken? Jetzt ist es an uns, die Entscheidung zu treffen, diesen Menschen zu vergeben. Die Frage ist nicht, ob ich vergeben kann, sondern ob du vergeben will. Vergebung ist also ein Akt der Entscheidung. Wenn ich vergebe entscheide ich, diesen Menschen und die Verletzungen los zulassen und auf Bestrafung zu verzichten. Vergeben ist also nicht vergessen.. Sondern der erste Schritt zur Aufarbeitung.

Wie geht es weiter?

Verletzungen in unsere Seele lassen sich mit einem Dorn vergleichen, der unter der Haut steckt. Solange der Dorn steckt, schmerzt jede Berührung, und Heilung ist nicht möglich. Vergebung heißt auch, den Stachel entfernen. Die Ursache der Verletzung ist weg, und Heilung kann beginnen. Wenn wir jemanden vergeben, bedeutet das nicht. dass sein Verkehrtes tun richtig ist und gutheißen. Vergebung bedeutet nicht, Verfehlungen zu rechtfertigen, sondern Verfehlungen zu vergeben. Gott allein kann rechtfertigen.

Eine weitere Lektion über Vergebung ist in der Antwort auf die Frage des Petrus enthalten.

"Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er mir Unrecht tut? Ist es genug sieben mal?" Jesus antwortete: "Nein, nicht nur sieben mal, sondern siebzig mal sieben mal!" Ich soll bereit sein, immer zu vergeben. Stellen wir mal folgende Rechnung auf. Ich soll 490 mal sieben mal 70 mal vergeben!" Das wären z. B. 16 Stunden am Tag, die ich wach bin, vergeben. Das bedeutet 30 mal in der Stunde oder einmal alle zwei Minuten. Mit andern Worten: Vergeben ist eine Vollbeschäftigung ... vergeben ... vergeben ... vergeben!

Vergebung ist ein Lebensstil - es liegt also in deiner und meiner Hand. Unbegrenzte Bereitschaft zur Vergebung.

Vergebung ein Lebensstil!

Jesus gibt uns eine weitere Lektion in Form eines Gleichnisses. Ein gewisser König entdeckt, das ihm einer seiner Verwalter 10.000 Pfund schuldete. Darum gibt der König den Befehl, ihn, seine Frau, seine Kinder und seinen gesamten Besitz zu verkaufen, um so an sein Geld zu kommen. Der Fall ist klar. Der beste Vorsatz : "ich will bezahlen" ist unmöglich! Die Schuld ist zu groß. Lebenslänglich ins Gefängnis. Der Knecht, bezw. der Verwalter sieht seine aussichtslose Lage. Er fällt nieder vor dem König und fleht um Gnade. Da geschieht das Wunder, der König empfindet Mitleid, gibt ihn frei und erlässt ihm seine Schulden. Er ist ein freier Mann, aber er ist nicht bereit diese Gnade weiterzugeben.

Er trifft einen Mitarbeiter der ihm 100 Groschen schuldet. Anstatt ihm seine Bitte um Erbarmen zu gewähren, fordert er sofortige Bezahlung aller Schulden und lässt seinen Mitarbeiter ins Gefängnis bringen, bis er alles bezahlt hätte. Die Geschichte endet traurig. Als der König das hört, was sich ereignet hat, wird er zornig, und das zu recht. Er lässt den Verwalter ins Gefängnis werfen und übergibt ihn den Folterknechten, bis er alle Schulden bezahlt hätte.

Jesus begann dieses Gleichnis mit den Worten: "Man kann das Reich Gottes mit einem König vergleichen, der mit seinem Verwalter abrechnen wollte". Er endet mit der ernsten Mahnung: "So wird euch mein himmlischer Vater auch tun, wenn ihr nicht von Herzen vergebt". Dieses Gleichnis zeigt, wie ein Leben der Vergebung aussieht, wie es funktioniert. Wie Gott an dir und mir handelt. Und er zeigt uns wie wir handeln sollen. In diesem Gleichnis werden uns drei Schritte aufgezeigt. Ein Lebensstil der Vergebung.

1.) ich bin barmherzig, oder ich habe Erbarmen.

Der König versetzt sich in die Loge des Verwalters. Er verschließt sein Herz nicht, obwohl er genügend Gründe hatte, ihm die Schuld nicht zu vergeben. Keine Vorwürfe, wie: du Nichtsnutz, du Versager usw. Vers 27, der König hatte Erbarmen.

2.) Er erließ ihm die ganze Schuld.

Er entscheidet, ich vergebe dir! Er spricht es aus, ich vergebe dir die Schuld! Dies ist ein juristischer Akt. Das ist sehr wichtig! Da wo Sünde, wo Schuld bekannt und vergeben wird, da wird ihr auch die Macht genommen.

3.) Ich entlasse den andern aus meiner Anklage.

Matthäus 18, Vers 27: und er ließ ihn frei! Der König hatte:

1. erbarmen. 2. Er vergab ihm die Schuld. 3.) Er ließ ihn frei.

Ich entlasse den andern aus meiner Anklage. Das heißt ganz praktisch: der andere darf anders sein, wie ich ihn gerne hätte. Es lohnt sich zu vergeben. Die Folgen der Vergebung: Wir kommen aus Problemen heraus. Gott stellt sich zu uns. Gott regelt Dinge, die vorher unlösbar schienen. Wo wir Vergebung praktizieren, entstehen neue Beziehungen. Wir leben gesünder, befreiter, in einer besseren Lebensqualität.

Wenn wir jemandem vergeben haben, werden sich nicht immer sofort positive Gefühle für die Person einstellen, noch wird eine zerstörte Beziehung augenblicklich in Ordnung kommen. Aber Gott kann mit dem Heilungsprozess beginnnen. Vielleicht entwickeln sich nach einer Zeit sogar wieder negative Gefühle. Dies bedeutet aber nicht, dass wir nicht richtig vergeben haben. Heilung braucht Zeit. In solchen Momenten ist es wichtig, dass wir folgendes laut ...

1.) bekennen, dass wir vergeben haben. 2.) die negativen Gefühle Gott übergeben. 3.) Gott um Fortsetzung der Heilung bitten. 4.) Gott will uns weiter verändern!

Die Bitterkeit wird sich nicht damit abfinden klein zu bleiben. Sie ist damit nicht zufrieden, nur ein kleiner Groll zu sein, sondern nährt sich von jedem Ärger, den wir mit uns herumtragen, und kann so immer weiterwachsen.

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