Kennt ihr Kapitalismuskritische Bücher?

2 Antworten

Für Marx kann ich „Die Grundsätze des Kommunismus“ von Friedrich Engels empfehlen. Der hatte damals im Prinzip das Kommunistische Manifest in komprimierter Form und einfacherer Sprache verfasst. Das ist ein recht kleines und dünnes Heft mit einigen Analysen über Produktion, Eigentum, Demokratie und Klassenverhältnisse. Das lohnt sich für einen ersten groben Überblick. Daraus ist später dann das offizielle Kommunistische Manifest geworden.

Ansonsten war Thomas Piketty mit „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ ziemlich erfolgreich. Dazu gibt es - glaube ich - auch ein Graphic Novel wenn man es einfacher haben will. Im Grunde führt Thomas Piketty das Werk von Marx zum Kapital fort und analysiert den Kapitalismus seit Ende der industriellen Revolution. Ich denke das ist ein gutes Buch, um vom Marxismus der 1850er und 1860er Jahre in die Gegenwart überzugehen.

Wenn du dich mehr mit Teilaspekten beschäftigen willst, wie beispielsweise Vermögensungleichheit, dann kann ich dir „Toxisch Reich“ von Sebastian Klein empfehlen. Er war selbst Gründer und millionenschwerer Unternehmer und hat durch seine Erfahrungen mit der Vermögensungleichheit und Ausbeutung entschieden, den größten Teil seines Vermögens abzugeben und systemkritische Arbeit zu leisten. Das Buch gibt recht kurze aber interessante Einblicke in die Machtverhältnisse von der reichen Elite, Korruption, Lobbyismus und Chancenungleichheit sowie Betrug.

Etwas weiter entfernt aber dennoch systemkritisch ist „Lobbyland - wie die Wirtschaft unsere Demokratie kauft“ vom leider kürzlich verstorbenen Marco Bülow. Er war über Jahre SPD-Abgeordneter und hat viele Jahre nach seinem Austritt aus der Partei ein Buch über seine recht finsteren Erfahrungen mit den Spielregeln des Parlaments und der Lobby geschrieben. Er beschreibt im Buch, welche Macht Lobbyisten tatsächlich haben, wie radikal Lobbyarbeit die Demokratie untergräbt und wie selbst die SPD und auch die Grünen durch Kapitalinteressen im Grunde korrumpiert wurden.

Woher ich das weiß:Hobby – Antifaschismus, Nihilismus, Sarkasmus, Apfelmus

Pierre-Joseph Proudhons "Was ist das Eigentum?".

Dann generell Muchail Bakunin, Pëtr Kropkin, Emma Goldman.

Von Bakunin währe "Mutual Aid: A Factor of Evolution" sicher sehr wichtig auch wenn es nicht 100% nur um Kapitalismus geht.

Albert Einstein schrieb auch ein kleineres Essay was zu empfehlen ist "Why Socialism". Gustav Landauer ist auch interessant aber man sollte ihn definitiv nicht zu ernst nehmen.

Von Chomsky rate ich völlig ab. Nicht nur weil er seine Finger nicht von Minderjährigen lassen kann sondern weil seine Schriften auch grosstenteils Schwach sind.