Katze halten(Pro-Contra)

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Hast du dich denn mit der Verantwortung und den Pflichten, die eine Katze mit sich bringt, auseinandergesetzt? So groß der Katzenwunsch auch ist - man sollte unbedingt vor der Anschaffung wissen, worauf man sich einlässt. Auch sollten sich alle Familienmitglieder eine Katze wünschen. Da Katzen sehr feinfühlig sind, merken sie schnell, ob sie nur geduldet oder auch willkommen sind und können schlimmstenfalls mit Unreinheit reagieren. Im Wesentlichen geht es bei Katzenhaltung und -pflege um folgende Aspekte:

  • Da du nur von einer Katze sprichst, setze ich voraus, dass du ihr Freigang gewähren kannst. Wohnungseinzelhaltung wäre somit ein NoGo - nur allzu oft mündet sie leider irgendwann in Verhaltensstörungen (Tapetekratzen, Urinieren in der Wohnung, übermäßige Fellpflege mit kahl geleckten Stellen usw.) - alles rein kummerbedingt! Eine zweite, die ihr das Leben versüßt, ist für diesen Fall ein Muss! Nicht raus zu dürfen und einsam in der Wohnung auszuharren, ist schlichtweg grausam. Ein Mensch kann da gar nicht genug entgegenwirken, zeitlich am wenigsten! Die Anwesenheit der anderen Katze ist eine Bereicherung, die nicht unterschätzt werden sollte.
  • Soll es eine Babykatze werden? Achte darauf, dass sie erst nach(!) der 12. Woche zu dir kommt. Dabei geht es neben Sozialisierung auch um eine langfristig gestärkte Immunabwehr. Die Rede ist von Muttermilch, die dem Aufbau der Abwehrkräfte dient, was kein alternatives Nahrungsmittel dergestalt hinbekommt, siehe auch http://www.tierschutz-lauf.de/abc/vermittlung.htm Katzenwelpen, die zu früh von der Mutter getrennt werden, können zeitlebens krankheitsanfälliger sein als Artgenossen, die lange genug beim Muttertier waren. Außerdem: Babykatzen sind stets zu zweit zu halten, da sie die ersten Monate in der Wohnung verbringen!
  • die richtige Futterart, d. h. kein Trockenfutter, sondern hochwertiges Nassfutter mit mindestens 60% Fleischanteil ohne Getreide und Zucker. Trockenfutter ist vielfach die Ursache für Nierenversagen, Übergewicht, Diabetes, Zahnprobleme, Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind. Trockenfutter wird somit zum NoGo!
  • die richtige Futtermenge: Babykatzen dürfen noch(!) soviel fressen wie sie möchten. Begründung: Es gibt Phasen, wo sie innerhalb kürzester Zeit ihr Gewicht verdoppeln; außerdem schließen Katzen den Großteil ihres Wachstums erst zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat ab. Danach ist die Futtermenge abhängig von Gewicht, Alter, Rasse und Aktivität. Erstgenanntes (und somit das Idealgewicht) kannst du notfalls beim Tierarzt erfragen und es wöchentlich kontrollieren, indem du sie wiegst. Verweigert sie die Waage, stell dich vorher rauf, nimm sie anschließend auf den Arm und zieh dein Gewicht ab. Achtung: Aufgrund der Kastration sinkt der Energiebedarf, weshalb die Futtermenge dann um 20-30% zu reduzieren ist.
  • Strikt vermeiden solltest du bei deiner Katze rohes Schweinefleisch, Schokolade und Zigarettenrauch, da diese NoGos (lebens-)gefährlich für sie werden können.
  • Zahnpflege: 2 bis 3x pro Woche Zähne putzen, entweder mit einer Katzenzahnbürste und Katzenzahnpasta (z. B. mit Geflügelaroma; kein Ausspülen erforderlich); beides bekommst du im Zoofachhandel und ist dort günstiger als in der Tierklinik. Ist sie nicht daran zu gewöhnen, empfiehlt sich alternativ ein rohes Stück Rindfleisch.
  • Gefahren: Stelle nie ein Fenster auf Kipp, wenn sie ohne Aufsicht ist. Auch auf Halsbänder solltest du verzichten - Strangulationsgefahr!
  • Stichwort Erziehung: Wenn sie unerwünschtes Verhalten zeigt (z. B. Kratzen an der Tapete), dann begegne ihr mit einem scharfen Naaaaaa. Reagiert sie nicht, klatsche zusätzlich laut in die Hände, am besten in direkter Nähe. Warum? Weil Katzen Lautstärke und Schreckmomente hassen! Irgendwann wird sie ihre "Schandtaten" mit der Lautstärke und dem Schreck verbinden und sie unterlassen. Wichtig: Niemals ihren Namen dabei rufen! Sie soll ihn schließlich auch noch positiv wahrnehmen, wenn sie kommen soll wegen Fressen, Streicheln oder Spielen. Es erfordert womöglich Geduld, doch Katzen sind durchaus erziehbar - ich zumindest habe es mit dieser Methode hinbekommen.

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

Ebenso wichtig ist, dass du dir über die Kosten klar wirst, da sie vielfach unterschätzt werden:

Erstbeschaffungs- bzw. Einmalkosten:

  • Kastration (90 €)
  • Chippen (30 €)
  • Klo (je Stück 15-25 € ==> Faustformel: Anzahl der Tiere plus ein Extra-Klo)
  • Transportbox (20 €)
  • Futternäpfe (10-15 €)
  • Kratzbaum (je nach Größe 20-200 €)

Unterhaltskosten:

  • Hochwertiges Futter (kein Trockenfutter, sondern zucker- und getreidefreies Nassfutter mit einem Fleischanteil von mindestens 60%; Preis zwischen 0,49 € und 1,39 € je Dose; selbst wenn ich den Wert bescheiden mittel, komme ich für ein normalgewichtiges Tier schon auf ca. 30 € Futterkosten im Monat)
  • Katzenstreu: abhängig von Freigang oder Wohnungshaltung. Kosten eines qualitativ hochwertigen, aber günstigen Produkts: 2,99 € je 6 Liter Katzenstreu.
  • Jährliche Schutzimpfung (ca. 50 €)
  • Flohkuren (ca. 75 € pro Jahr)
  • Wurmkuren (ca. 36 € pro Jahr)

... auch eine Katze wird mal krank:

  • Manchmal bedarf es nur ein wenig Zugluft für eine Blasenentzündung (ca. 50 €).
  • Eine Zahnsanierung (ca. 200 €) ist die Antwort auf jahrelange Fehlernährung, z. B. mit zucker- und getreidelastigem Nassfutter oder gar Trockenfutter. Nicht wenige Tierbesitzer sparen leider an diesem falschen Ende,
  • was im Alter nicht selten Behandlungen wegen Niereninsuffizienz und / oder den Anschluss am Blasenkatheter mit sich bringt (Kosten abhängig von Dauer und Schwere der Erkrankung).
  • Tumore können ebenso auftreten - darunter fallen folgende Leistungen: Voruntersuchung, Beratung, Röntgen, Narkoselegung, Operation, histologische Untersuchung, Schmerzmittel, Wundkontrolle usw. (ca. 500 €)
  • Frakturen, z. B. aufgrund eines Unfalls (400-1100 €)

Anbei: Die Kosten verdoppeln sich, wenn es zwei Katzen werden (müssen), Stichwort Wohnungshaltung. Wie du siehst, bedeuten Katzen eine ernstzunehmende Verpflichtung und große Verantwortung - für gut und gerne 20 Jahre, wenn gar mehr! Ich hoffe, ich konnte dir bei der Entscheidungsfindung helfen!

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Katzen brauchen nicht so viel pflege, gibt Schmusekatzen, entspannen irgendwie (Wissenschaftlich Erwiesen) und sie sind niedlich :) Nachteile sind : Haaren, miauen eventuell sehr viel, Man muss Katzenklo sauber machen. Können auch Beute mit Nachhause bringen. Ist aber nicht so schlimm wie man denkt ;)

Erst mal etwas Grundlegendes überhaupt zur Haustierhaltung: es ist unbedingt und zwingend nötig, dass alle in dem Haushalt lebenden Personen mit der Haltung eines Tieres einverstanden sind, denn Tiere merken sehr schnell einmal, ob sie geliebt oder nur geduldet sind. Es ist sicher schön, Haustiere um sich zu haben, aber sie sollten dann auch mindestens annähernd artgerecht gehalten werden. Ein Haustier kann man nicht einfach in eine Ecke stellen, wenn es einmal nicht nach den Wünschen seines Halters tickt, sondern man übernimmt die Verantwortung für ein solches Tier, solange es lebt.

Dann geht es los: Katzen sollten, vor allem wenn sie als reine Wohnungskatzen gehalten werden, niemals alleine sein, sondern immer mindestens paarweise gehalten werden. Weiter solltest Du Dir darüber im klaren sein, dass Katzen 20 Jahre und älter werden können und Du solange die Verantwortung für Deine Katzen hast, was heisst, Kosten für Futter, Katzenstreu, Tierarzt etc. Es ist nicht nur eine Sache des Geldes, sondern ebenso eine Sache von Gedult und Liebe zum Tier, denn es ist nun mal nicht damit getan, einer Katze das Futter hinzustellen und ihr Katzenklo zu reinigen, sondern Jedes Haustier beansprucht zudem noch eine ganze Menge Deiner Zeit, sei es für Spiel, oder Schmusen. Dazu kommt noch Fellpflege, also Bürsten der Katze. Nun solltest Du Dir mal sehr genau überlegen, ob Du die Zeit, die Geduld und die Liebe in den nächsten mindestens 20 Jahren dafür aufbringen kannst und willst oder bleibt alle Arbeit, die ein jedes Haustier nun mal macht, Deiner Mutter überlassen.

Also geh erst mal in Dich und überlege Dir das alles sehr gut, bevor Du nach Argumenten suchst, um Deine Mutter zu überzeugen, dass Du eine Katze bekommst.

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