Kann man "totgekitzelt" werden?

3 Antworten

Ob man wirklich totgekitzelt werden kann, weiss ich nicht. Ich weiss aber, dass Kitzeln als Foltermethode mehr mit der Phantasie als mit der Wirklichkeit zu tun hat. Bisher habe ich keine seriöse historische Quelle gefunden, die belegt, dass es Kitzeln als Foltermethode tatsächlich gegeben hat - weder im Mittelalter noch im Dreissigjährigen Krieg nochbei der Inquisition, weder durch Ziegenlecken noch durch Pfauenfedern.

Die Ziegenleckmethode hat übrigens, falls sie praktiziert wurde, wenig mit Kitzelfolter zu tun. Vielmehr werden durch die rauen Zungen der Ziegen die Haut und schliesslich das Fleisch verletzt, so dasss das Opfer grosse Schmerzen leidet.

Im Mittelalter war Kitzeln eine Art der Folter, ob man davon starb, weiß ich nicht.

Folter (Ziegenlecken)

Der Akt des Kitzelns ist auch als Methode des Folterns bekannt, da ein verlängertes Kitzeln einer Person für diese schmerzhaft werden kann. Zur Römerzeit wurde dauerhaftes Kitzeln als brutale Methode der Exekution verwendet. Kitzeln als Folter überlebte bis ins Mittelalter und die Zeit des kolonialen Amerika, allerdings im Wesentlichen zur öffentlichen Demütigung. Der „Stock“ war eine spezielle Form des Prangers, die entworfen wurde, um die nackten Füße des Opfers zu fixieren, damit Passanten die Fußsohlen kitzeln konnten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kitzelfolter von Söldnern und Marodeuren angeblich in Form von Ziegenlecken eingesetzt in der Absicht, Nahrungsmittel, Geld oder andere Sachwerte von der Zivilbevölkerung zu erpressen. Bei langer Fortdauer dieser Folterung kam es vor, dass durch die raue Zunge der Ziege und das Salz die Haut gewissermaßen „aufgeleckt“ wurde und letztlich das Salz auf Fleisch gestreut wurde. Die Folter konnte also nach Belieben verstärkt werden.

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen beschreibt in seinem Roman Der abenteuerliche Simplicissimus sowohl die Foltermethode des Schwedentrunks als auch die des hier so genannten Ziegenleckens. Simplicius, der Held des Romans berichtet, wie Soldaten den elterlichen Hof überfallen und seinen Vater folterten: „(S)ie banden ihn, dass er weder Händ noch Füß regen konnte, und rieben seine Fußsohlen mit angefeuchtem Salz, welches ihm unser alte Geiß wieder ablecken und dadurch also kitzeln musste, dass er vor Lachen hätte zerbersten mögen; das kam so artlich, daß ich Gesellschaft halber, oder weil ichs nicht besser verstund, von Herzen mitlachen mußte. In solchem Gelächter bekannte er seine Schuldigkeit, und öffnet' den verborgenen Schatz, welcher von Gold, Perlen und Kleinodien viel reicher war, als man hinter Bauren hätte suchen mögen.“ Außer bei Grimmelshausen ist diese Foltermethode im Unterschied zu dem von ihm ebenfalls beschriebenen Schwedentrunks nicht bezeugt. Es ist daher auch möglich, dass Grimmelshausen sich das nur ausgedacht hatte - gewissermaßen als Scherz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kitzeln#Folter_.28Ziegenlecken.29

Bei den Osmanen war das Kitzeln mit Pfauen- oder Straußsenfedern eiene beliebte Foltermethode. Es soll dabei - wenngleich sehr selten - zu todesfällen gekommen sein. Also... u.U. - JA!!!

Was möchtest Du wissen?