Ist Sushi in Japan viel günstiger als in Deutschland?

5 Antworten

Also so ein Kühltruhen-Sushi, wie man es (leider) in deutschen Supermärkten findet, habe ich in Japan noch nicht gesehen. Das sieht schon so grau und unappetitlich aus, dass ich es ehrlich gesagt auch in DE noch nie probiert habe, und das auch in Zukunft nicht vor habe. :)

Es gibt in Deutschland einige ganz akzeptable Sushi-Restaurants, die allerdings aufgrund des Mangels an Auswahl bzgl. der (frischen) Zutaten mit dem japanischen Original überhaupt nicht mithalten können. (Auch wenn einige gar nicht mal so schlecht sind!)

Wir essen relativ häufig Sushi in Japan, und dass man dabei fast 20 Euro für ein einziges Nigiri ausgibt ist keine Seltenheit, aber auch nicht die Regel. Es hängt immer sehr stark von der Saison ab, und welche Fischsorten gerade im Angebot sind.

Ich esse z. B. auch sehr gerne in Essig eingelegte Makrele (also Shime-Saba). Das sind mit die billigsten Nigiri, aber wer deutschen Rollmops mag, der wird die Dinger lieben. Die kosten selbst in gehobenen Restaurants selten über 300 Yen und ca. 150 Yen dürften die Regel sein ... also ungefähr 1,20 € ... abhängig vom aktuellen Umrechnungskurs.

Wenn man allerdings das beste Stück vom Maguro will, bezahlt man selbst in "billigen" Sushi-Restaurants umgerechnet weit mehr als 5€ bis 15€ pro Nigiri.

Ich esse aber sehr gerne "Standardsushi", also diverse Muschelsorten (v. a. natürlich Hotate), diverse Ika-Sorten (v. a. Hikari-Ika-Gunkan, falls gerade Saison ist), diverse Tako-Sorten (v. a. Nama-Tako, wenn er sehr frisch ist), diverse Krebstiere (v. a. Ama-Ebi und Gasu-Ebi) und die üblichen Verdächtigen Fischsorten (Nodo-guro, Kohada, und gefühlt eine Million weitere).

Die kosten alle im Schnitt 200 bis 600 Yen, pro zwei Stück (Nigiri, Gunkan). Zumindest bei den Läden, in denen ich oft Mittag essen gehe. Die Geschäfte, in denen ich zu Abend esse, sind ein wenig teurer, aber es gibt auch genügend Sushi-Ketten, die sehr billig Sushi anbieten. (Kappa-Sushi, Sushirooooooo, usw.) Die billigen sind aber weithin bekannt dafür, qualitativ nicht allzu hochwertig zu sein. Trotzdem vermutlich aber immer noch um Welten besser als irgendwelche Bahnhofssushi-Läden oder deutsches Supermarkt-Sushi.

Generell schließe ich mich der Antwort von Enzylexikon an, dass man eigentlich keinen Vergleich zwischen Sushi aus DE und JP ziehen kann, da die Qualität, die Zubereitung und vor allem die Vielfalt eine ganz andere ist.

Wie gesagt, man kann auch in Deutschland ganz akzeptables Sushi kaufen, aber selbst das Beste darunter, wird sich leider hinter gutem Japanischen verstecken müssen. Dafür können die Sushi-Meister selbst aber überhaupt nichts, da es einzig und allein am Mangel der Zutaten liegt!

Ich esse auch sehr gerne etwas "exotische" Gunkan mit Seeigel, Seegurke oder Qualle. Und gerade ersteres bekommt man selbst in Japan nur in einem sehr engen saisonalen Zeitfenster an sehr wenigen Orten wirklich frisch. Ansonsten schmeckt "Uni" nämlich auch in Japan oft sehr stark nach Natron, was als Konservierungsstoff eingesetzt wird, da sich Seeigel ansonsten (und ohne Kühlung) binnen Minuten zersetzt und ungenießbar wird.

Am besten, Seeigel direkt am Meer vom Felsen abrupfen, aufknacken und auslutschen ... frischer gehts nicht mehr. Das darf man allerdings bei weitem nicht überall und zu jeder Jahreszeit. Aber das nur am Rande ...

Fazit: Man kann in Japan auch weniger bezahlen, als in Deutschland. Das ist tatsächlich möglich! Und vermutlich ist dabei die Qualität im Schnitt sogar auch noch wesentlich besser. Aber wer einmal "richtiges" Sushi gegessen hat, wird dieses in jedem Falle bevorzugen. :)

Im Schnitt gebe ich für ein Mittagessen in Japan in einem "normalpreisigen" Sushi-Restaurant pro Person ca. 4000 Yen aus, wenn ich nicht besonders hungig bin, und ungefähr doppelt so viel, wenn ich richtig Kohldampf habe.

Aber da da ist dann meistens noch ein Wackelpudding als Nachtisch für 250 Yen inbegriffen. Mit Schlagsahne oben drauf. Und Karamelsoße. Und bunten Zucker-Sträuseln. :)

Die Frage ist nicht so sehr der Preis, als vielmehr die Qualität.

Sushi aus fangfrischem Fisch und echtem japanischen Reis, der von einem Itamae von Hand gerollt und mit einer Paste aus echtem, frisch geriebenem Wasabi serviert wird, ist eine ganz andere Welt.

Das kann man mit dem hier angebotenen Sushi und der grüngefärbten Meerrettichpaste gar nicht vergleichen.

Ob man für echtes Sushi in Japan den gleichen Preis, oder höhere Preise zahlt, ist angesichts dieser qualitativen Unterschiede eigentlich fast schon irrelevant.

... und der grüngefärbten Meerrettichpaste ...

hahaha ... schön ausgedrückt! :)

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@TeeTier

Zugebenermaßen nicht ganz gerecht

Eine kleine Spur "Wasabi-Aroma" oder ein paar Prozent Wasabipulver ist immerhin enthalten, damit man die Produkte hier als "Wasabi" verkaufen darf.

Nicht, dass das die Qualität heben würde....

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@Enzylexikon

Mir ist schon des öfteren mitgebrachtes Wasabi ausgegangen, und dann mussten wir so eine deutsche Wasabi-Tube kaufen.

Das war so "mild", dass man die ganze Tube direkt hätte auslutschen können. Bei so etwas fühlt man sich dann schon etwas veräppelt.

Wenn Wasabi draufsteht, sollte es auch zumindest ein wenig nach Wasabi schmecken. Wenn man dann gerade so schön dabei ist, sich über den Fehkauf zu ärgern, darf man auch keineswegs an frisch geriebene Wasabi-Wurzel denken ... sonst platzt man. ><

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Vor allem ist die Auswahl viel größer. Es gibt sehr spezielle und ausgefallene Sachen, die du in Deutschland nie finden wirst.

Die Preise variiren sehr stark. Es gibt Supermarkt Sushi, das (im Gegenteil zu Deutschland) sehr lecker und recht preisgünstig ist. "Normales" Sushi dürfte etwa unseren Preisen entsprechen, aber mann kann auch problemlos einen dreistelligen Eurobetrag für ein Essen hinlegen.

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