Ist es eigentlich schlimm keine Freunde zu haben?

8 Antworten

Wenn du auch ohne Freunde wirklich zufrieden mit deinem Leben und dir selbst bist, dann sehe ich keinen Grund darin irgendwas zu ändern. Vielleicht wäre es nicht schlecht mal mit dem ein oder anderen aus deiner klasse zu reden aber wenn es dir ohne Freunde gut geht musst ja ja nichts ändern.

obwohl ich denke dass jeder irgendjemanden in seinem Leben braucht mit den er über alles reden kann aber vielleicht kommt das ja noch und bis dahin wäre es nicht schlecht wenn du mit einem aus deiner klasse kontakt aufnimmst ihr müsst ja nicht Best friends werden aber einfach dass du weißt da ist jemand.

So lange du dich wohl fühlst, ist alles ok. Man kann auch ohne Freunde zurecht kommen. Man wird so wenigstens nicht enttäuscht. 

Was nicht heißt, das man keine Bekannten haben kann. Das sind dann eben nur Bekannte. Aber so bist du auch unter Menschen. 

Im übrigen kann sich das im Alter auch geben und du wirst von alleine geselliger. Also keine Panik. Ich vermute, du bist eher der introvertierte Typ. 

Man wird ganz bestimmt nicht krank wenn man lieber alleine ist. Solange es dir damit gut geht belasse es dabei. 

Charles Darwin, der große Biologe, hat als Hauptantriebskraft des Menschen die sogenannten sozialen Instinkte bezeichnet - also das Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach sozialer Gemeinschaft.

Die moderne Neurobiologie gibt Darwin recht: Der Wunsch nach Bindung ist der primäre Trieb des Menschen. Was uns Menschen ermöglicht hat, bis heute zu überleben, war nicht etwa der Aggressions- oder Jagdtrieb, sondern es war unsere Intelligenz und unsere soziale Einstellung.

Du hast geschrieben, dass du keine Freunde hast. Allerdings wissen wir nicht, ob du einen guten Halt in deiner Familie hast. Auch über deine sonstigen Lebensumstände berichtest du nichts. Lebst du in einem Dorf wo du mit anderen Menschen in gutem sympathischem Zusammenleben verbunden bist ? Hast du Geschwister?

Wenn wir Vertrauen erleben, wenn wir kooperieren, wenn wir merken, dass andere uns mögen, dann fühlen Menschen sich wohl. Wir neigen also dazu, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit wir uns wohl fühlen. 

Gutes soziales Zusammenleben macht uns glücklich. Intuitiv tendieren Menschen dazu, halbwegs soziale gute Beziehungen miteinander zu gestalten, weil wir uns dann wohlfühlen. Unser Trieb, wenn man das so bezeichnen will, besteht darin, von anderen akzeptiert und anerkannt zu werden.

Wenn du dich bis jetzt in einem sozialen Netzwerk aufgehoben gefühlt hast, dann ist es verständlich, dass du dir keine Freunde außerhalb dieses Netzwerks gesucht hast. Aber du könntest schon bald in eine Situation kommen, die dich in eine Krise stürzt - beispielsweise der Tod eines Angehörigen.

Trennungsprozesse gehören zum Leben. Menschen sind sterblich. Und es ist einfach Fakt, dass nicht alle Partnerschaften lebenslang halten. Jedermann weiß das. Wenn Trennungsprozesse stattfinden, wenn sich Kinder von den Eltern ablösen, wenn eine Gemeinschaft sich auflöst, weil ein Konflikt aufgetreten ist, dann braucht man Freunde.

Unsere Disposition geht dahin, dass wir soziale Akzeptanz brauchen. Das kann man auch daran sehen, dass Menschen, die unverschuldet einsam sind, ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko und sogar eine verkürzte Lebenserwartung haben. Wir können nur dann halbwegs gesund leben, wenn wir sozial anerkannt sind. Man kann also sagen, dass wir zur Kooperation konstruiert sind.

Immer dann, wenn diese Grundbedürfnisse des Menschen nach Bindung, nach sozialem Zusammenhalt, nach Zugehörigkeit, gefährdet sind, dann kommt die Aggression hoch. Als Notfallprogramm. Außen zu stehen, sozial ausgegrenzt zu sein, das ist für den Menschen hoch gefährlich. Das war in der ganzen Evolution gefährlich. Wir Menschen waren immer soziale Wesen, die in Gruppen gelebt haben.

Wir sollten miteinander kommunizieren, möglichst verbal. Wenn wir nicht den Mut aufbringen, das zu tun, dann staut sich entweder die Aggression auf und entlädt sich irgendwann, unkontrolliert, oder sie macht uns krank. 

Großes Aufstauen von Aggression kann Bluthochdruckerkrankungen erzeugen, kann das Immunsystem schwächen, aktiviert die Stresssysteme im Körper, lauter Dinge, die der Gesundheit schaden. Es ist also deshalb sehr wichtig, wenn wir Ärger in uns spüren, diesen Ärger einem anderen Menschen anzuvertrauen.

Interview mit J. Bauer auf YouTube ( https://YouTube.be/PyLegLWf13k)

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob es ihm ohne Freunde gut geht oder nicht

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