Ist ein Vorwurf (Definition).....

2 Antworten

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Die kurze Antwort: Nein, ein Vorwurf ist nicht zwangsläufig mit einer Unterstellung verknüpft. Und eine Unterstellung ist auch nicht zwangsläufig ein Vorwurf.

Die lange, philosophisch angehauchte Antwort:

"Vorwurf" hat ja den gleichen Ursprung wie "vorwerfen". Und was dabei vorgeworfen wird, kann unterschiedlicher Art sein. Es kann entweder etwas sein, was der betreffende Mensch tatsächlich getan hat und das dem Vorwerfenden nicht gefallen hat (warum auch immer) oder es kann natürlich auch etwas sein, was der Mensch nicht getan hat, wobei aber der Vorwerfende glaubt oder zumindest behauptet zu glauben, dass der Mensch es getan hat. Im zweiten Fall wäre der Vorwurf mit einer Unterstellung verknüpft, im ersten nicht.

Beispiele zu Vorwürfen:

1. Vorwurf ohne Unterstellung: Ein Ehemann kommt spät nachhause und sagt: Hallo, Schatz! Ich hatte noch ein Geschäftsessen und komme deshalb erst jetzt heim. Die Frau macht ihm dann einen Vorwurf: Ich finde das nicht gut, dass Du so spät Nachhause kommst. Ich habe nutzloserweise für Dich gekocht. Du hättest doch wenigstens vorher anrufen können.

2. Vorwurf mit Unterstellung: Ein Ehemann kommt spät nachhause und sagt: Hallo, Schatz! Ich hatte noch ein Geschäftsessen und komme deshalb erst jetzt heim. Die Frau macht ihm dann einen Vorwurf: Du Schwein! Du betrügst mich. Du warst ja bei Deiner Freundin. Ich verlasse Dich morgen!

Nun noch zur Unterstellung: Eine Unterstellung ist meiner Meinung nach die Annahme, dass ein anderer etwas getan hat, die denjenigen, der diese Annahme hat zu Folgehandlungen (Reaktionen) bewegen. Dabei ist es wichtig, dass noch weitere Handlungen flgen, zum Beispiel ein Vorwurf oder eine Belohnung, möglicherweise auch eine Abwehr, sonst ist es keine Unterstellung sondern eine bloße Vermutung oder Annahme. Ich persönlich finde allerdings, dass man zwei Arten von Unterstellungen unterscheiden sollte: eine subjektive und eine objektive. Eine Subjektive Unterstellung liegt dann vor, wenn der Unterstellende nicht weiß, ob der andere die Tat auch tatsächlich unternommen hat, eine objektive dann, wenn er sie tatsächlich nicht unternommen hat. Allerdings können Unterstellungen sich nicht nur auf negativ bewertete Handlungen erstrecken.

Wieder einmal zu den Beispielen: Wir bleiben bei dem Beispiel #2:

  1. Angenommen, der Mann war wirklich bei einem Geschäftsessen: Dann macht die Frau eine subjektive Unterstellung, die zugleich eine objektive Unterstellung ist.

  2. Angenommen er war tatsächlich bei seiner Freundin: Dann macht die Frau eine subjektive Unterstellung, aber keine objektive.

  3. Angenommen die Frau hat einen Privatdetektiv auf ihren Mann angesetzt und weiß schon, dass er tatsächlich bei einem Geschäftsessen war. Sie wollte ihn aber sowieso verlassen und sucht nur einen Grund dafür, macht ihm also deshalb solche Vorwürfe: Dann macht sie eine objektive Unterstellung, aber keine subjektive. (Diese Kombination ist in der Realität wahrscheinlich am seltensten. Und sie ist auch besonders hinterpfotzig.)

Und nun zu guter Letzt noch zwei Beispiele für eine positive Unterstellung:

  1. Fritzchen ist im Schulunterricht immer ziemlich still und sagt nur selten etwas. Die meisten Lehrer geben ihm deshalb eine drei oder eine vier. Nur der Musiklehrer, der zufälligerweise weiß, dass Fritzchen sehr gut Trompete spielt, gibt ihm eine Eins, obwohl er auch im Musikunterricht eher still ist. Der Musiklehrer denkt nämlich, dass Fritzchen sicherlich mehr sagen könnte, sich aber vor den Mitschülern nicht traut.

  2. Tom erschießt aus purer Mordlust Jerry. Er ballert dazu wie ein Irrer hinter Jerry her, sodass nur eine einzige Kugel wirklich trifft; die aber tödlich. Jerry hatte zufälligerweise kurz vorher eine Bank überfallen und war mit dem Geld auf der Flucht. Die dann anrückenden Polizisten befragen Tom kurz und lassen ihn dann laufen. Sie glauben, dass Tom den Bankraub mitbekommen haben muss und deuten die vielen Einschusslöcher in der Nähe von Jerry als Warnschüsse, die Tom zuerst abgegeben haben müsse um den Bankräuber zu stoppen. Da Jerry aber weiterlief musste Tom schließlich auf ihn schießen um die endgültige Flucht des Bankräubers zu verhindern. Die Polizisten unterstellen ihm also er habe völlig richtig gehandelt, obwohl er von Jerrys Bankraub gar nicht wusste und ihn aus bloßer Mordlust umgebracht hat.

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

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Hi, Vorwurf: Tadel, tadelnde Vorbringung/Vorhaltung. Hat also mit Unterstellung (irrig, fälschlich etwas unterschieben) direkt nichts zu tun. Haben also schon etwas unterschiedliche Sinninhalte. Gruß Osmond

Ja, danke, aber mir geht es ja um den Kontext, denn Vorwurf ist ja immer ein negativ behaftetes Wort.

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