Ist ein Partner für einen schon lange alleine lebenden Wellensittich sinnvoll?

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3 Antworten

Hallo,

aber ja, er kannte ja schon mal das Leben in Vogelgesellschaft.

Wirf den Spiegel raus, der kann nicht wie ein Tier agieren und verursacht bloß Verhaltensstörungen wie Dauerfüttern oder Aggressionen (wie du siehst.)

Du solltest den kleinen Kerl erstmal akzeptieren, wie er ist, er muss sich auch etwas eingewöhnen. Dann kannst du einen 2. Vogel (m/m oder m/w ist eine gute Kombination) anschaffen. Der sollte etwa im gleichen Alter sein, jedenfalls aber schon erwachsen (ab ca. 10 Monaten).

http://www.birds-online.de/kauf/neuerpartner.htm

-> Dort findest du Vergesellschaftungstipps sowie auch spezielle Infos für Wellis, die nach langer Einsamkeit wieder vergesellschaftet werden sollen. Ich hatte schon zweimal einen "verwitweten" Welli und die Vergesellschaftung hat prima geklappt. Der einsame Welli ist beide Male sichtlich aufgeblüht.

Versuch es also! Viel Erfolg und schön, dass du dem kleinen Kerl (der kleinen Dame?) ein besseres Leben bereiten willst :)

Bei einer behutsamen Vergesellschaftung stehen die Erfolgschancen hoch, Wellis sind da zum Glück viel unkomplizierter als z.B. Ratten, Kaninchen oder Rennmäuse. Probleme gibt es nur sehr selten.

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Auch nach so langer Zeit kann eine Vergesellschaftung klappen. Dass von euch wahrgenommene aggressive Verhalten ist lediglich reine Abwehr seitens des Vogels. Er hat keinerlei Vertrauen zu euch und dann dringt ihr in seinen Käfig ein, den er als Rückzugsmöglichkeit ansieht, und kommt ihm womöglich zu nahe. Es soll euch lediglich als Warnung dienen.

Bitte entferne den Spiegel. Dieser gaukelt dem Vogel einen Artgenossen vor, da er nicht erkennt, dass es sich hierbei um sein Spiegelbild handelt. Alles andere als förderlich für ihn und seine Gesundheit. Er balzt diesen an, versucht ihn mitunter zu füttern, was aber natürlich nicht funktioniert, weshalb hervorgewürgtes Futter wieder runtergeschluckt und erneut hochgewürgt wird. Die Folge ist eine Reizung des Kropfes mit folgender Entzündung.

Dass er den Käfig nicht wirklich verlassen wollte liegt einfach an der mangelnden Motivation bzw. daran, dass ihn außerhalb von diesem nichts erwartet. Kein artgerechtes Spielzeug bzw. keine Sitzmöglichkeiten in Form von Ästen, keine Artgenossen, mit denen er toben kann, etc. Und zum Menschen hat er kaum Bezug.

Daher versuche es bitte mit Artgenossen. Die Idee von Feivel ist sicherlich nicht schlecht: ein bestehendes Pärchen aufzunehmen, von dem er sich arttypisches Verhalten abschauen kann. Und nach efolgreicher Vergesellschaftung einen 4. Welli in dem Geschlecht holen, das zu dem Zeitpunkt in der Minderzahl ist. Ein kleiner Schwarm aus mind. 4 Wellis ist ohnehin schöner, da sie so alle um einiges mehr aufblühen.

Wenn es nur bei 2 Wellis bleiben soll, so achte darauf, dass der Neuzugang auf jeden Fall in ungefähr demselben Alter ist. Wenn du tatsächlich einen Hahn hast, so spielt das Geschlecht des 2. Wellis keine Rolle. Bei einer Henne müsste der 2. Welli auf jeden Fall ein Hahn sein.

Warum ein Partner im ungefähr gleichen Alter? Ein älterer Welli kann
mit einem Jungvogel bis zum Eintritt von dessen Geschlechtsreife
(zwischen dem 3. und 6. Monat) nicht viel anfangen. Er kann nicht
einschätzen, ob es sich um einen potentiellen Partner oder eher um
einenKumpel handelt. Zudem kann man bei Jungvögeln das Geschlecht nur
schwerbestimmen. Gerade, wenn der Neuzugang ein Hahn sein muss, ist
daher ein geschlechtsreifer Vogel notwendig. Zudem ist der
Altersunterschied in Menschenjahre umgerechnet dann doch größer. Häufig
setzt man dann also einem Erwachsenen ein Kind hinzu...Des Weiteren sind
ältere Vögel dann doch schon etwas ruhiger als Jungvögel, die noch sehr
verspielt sind.

(Ältere) Wellis gibt es ab und an im Tierheim, in Kleinanzeigen (Ebay, Quoka, örtliche Tageszeitung), bei Züchtern oder auch im Vermittlungsbereich von Welli-Foren (vwfd-forum.de/, forum.welli.net/, sittich-foren.de/viewforum.php?f=19, vogelforen.de/forum.php#gegenseitige-hilfe).
In Foren werden auch Transporte von Usern angeboten, so dass evtl. eine
Mitfahrgelegenheit für einen Vogel gefunden werden kann.

Zudem sollte auf eine richtige Vergesellschaftung geachtet werden, d.h. dass
der Neuzugang in einem separaten Käfig untergebracht wird, der in der Nähe des Anderen steht, so dass sie sich aus einer gewissen Distanz heraus einander gewöhnen können. Frühestens nach ein paar Tagen - empfohlen ist meist jedoch eine längere Quarantänezeit (mit Tierarzt abklären!) - kann man den Vögeln gemeinsamen Freiflug gewähren. Außerdemsollte man sie vorerst nicht unbeaufsichtigt zusammen fliegen lassen. Doch je länger ein Vogel schon alleine leben musste, umso behutsamer und geduldiger sollte man vorgehen, da er unter Umständen erst wieder lernen muss, was Artgenossen eigentlich sind.

Hähne haben im Übrigen eine durchgehend und intensiv blaue Wachshaut, wohingegen die Hennen eine weiße / leicht bläuliche bis braune Wachshaut aufweisen. Eine Ausnahme stellen hier die sog. Inos (Albinos und Lutinos),
Schwarzaugen, Doppelfaktorigen Spangles sowie Falben dar, bei denen die
Hähne eine rosa bis pinke / lilane Wachshaut haben. Dies gilt allerdings nur für geschlechtsreife Wellis. Das Geschlecht lässt sich i.d.R. ab dem 6. Monat bestimmen.

Eine sehr gute Übersicht mit Beispielbildern gibt es hier:

vwfd.de/1/11/pdfs/was_bin_ich.pdf

birds-online.de/allgemein/geschlecht.htm

Am besten wäre es noch, den Neuzugang vor der Vergesellschaftung einem
vogelkundigen Tierarzt vorzustellen, um ihn auf mögliche übertragbare
Krankheiten untersuchen zu lassen. Empfohlen wird hierbei eine
Quarantänezeit von 1-2 Wochen einzuhalten, bis eben die Untersuchungsergebnisse da sind und sofern die Neuzugänge keine Symptome zeigen.

Der Tierarzt sollte deshalb vogelkundig sein, da sich ein solcher in Bezug auf Vögel weitergebildet hat. Vögel werden während des Studiums kaum thematisiert, so dass sich die meisten Tierärzte mit diesen nicht auskennen. Von diesen wird dann gerne einfach eine Spritze mit Vitaminen mitgegeben oder ein Antibiotikum, ohne das Tier weiter untersucht zu haben...

Vogelkundige Tierärzte findest du auf folgenden Listen:

welli.net/tierarzt-liste.html

vwfd-forum.de/viewforum.php?f=232

Eine weite Strecke und die Kosten sollten einen nicht daran hindern, wenn es um die Gesundheit des Tieres geht.

In Tierkliniken gibt es hin und wieder auch Tierärzte, die sich mit Vögeln auskennen. Einfach bei einer in eurer Nähe anrufen und erkundigen. Ansonsten zu einem der Tierärzte auf der Liste fahren, auch wenn dieser weiter weg ist. Tierkliniken sind im Übrigen täglich und rund um die Uhr erreichbar. Auch bieten Kleintierpraxen Notdienste an (hier bitte unbedingt zu einem vogelkundigen gehen). Einfach die Ansage auf dem AB abwarten.

Sollte dich keiner fahren können oder wollen, so kannst du auf öffentliche Verkehrsmittel (Bus, Taxi, Zug, S-/ U-Bahn) zurückgreifen.

Tipps zum Transport:

birds-online.de/gesundheit/gesallgemein/tierarzttransport.htm

birds-online.de/allgemein/autotransport.htm

Du könntest aber auch versuchen, diesen Welli über eins der genannten Foren in einen bestehenden Schwarm zu vermitteln. Dort haben etliche viele Erfahrungen mit solchen Wellis. Aber ziemlich alle werden positiv über einen Vergesellschaftungsversuchs eines solchen Wellis berichten. Gerne kannst du auch entsprechende Threads zu diesem Thema in den Foren durchlesen.

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Hallo Lila,

da der Welli schon so lange allein ist und mit Sicherheit Verhaltensstörungen entwickelt bzw. nie korrektes Verhalten gelernt hat, wäre es ratsam ihm kein "einzelnes Jungtier" mit in den Käfig zu setzen. Da hätte ich auch Bedenken! Weniger dass er ihm etwas tun würde, aber von einem Einzeltier kann er kein "normales Verhalten" lernen. Der Neuzugang wäre damit sicherlich nicht glücklich, als "Nanny" herzuhalten...

Die sicherste Lösung wäre sicherlich, ein älteres Welli-Pärchen zu kaufen (am besten mit "bekanntem" Käfig) und den Einzel-Welli erstmal daneben zu stellen. Mit etwas Glück wird er schon nach wenigen Tage anfangen sich für die anderen beiden zu interessieren und seinen Käfig verlassen. Wenn er sich sicher fühlt und angefreundet hat, wird er höchstwahrscheinlich von selbst in den neuen Käfig umziehen. Die Zeit würde ich ihm aber auf jeden Fall geben!

Später, wenn das alles gut läuft, kannst du noch einen 4. Welli holen, damit keiner allein und "drittes Rad am Wagen" ist.

Ältere Welli-Pärchen mit "Komplettzubehör" bekommt man häufig über Ebay-Kleinanzeigen. Auf 1 oder 2 Wochen kommt es in deinem Fall ja auch nicht mehr an ;)

Möchtest du nicht so viele Wellis haben, würde ich ihn eher in eine Gruppenhaltung abgeben. Vielleicht findet er ja dort auch eine/n Freund/in und die beiden können dann zu dir zurückkommen. Sowas kann man ja im Vorfeld absprechen...

VLG - Feivel

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