Ist Asperger Autismus die nächste Evolutionsstufe des Menschen?

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9 Antworten

Nein. Es gibt keine Stufen im Sinne einer gerichteten Entwicklung oder einer ständigen Verbesserung. 

Davon ganz abgesehen fällt zwar oft eine Insel- oder Hochbegabung mit Autismus zusammen, dafür ist aber die Fähigkeit zur sozialen Interaktion, die den Menschen auszeichnet, mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Wären Menschen keine derartigen Gruppentiere, wären die Einschränkungen für Autisten vermutlich geringer. 

Autisten können zwar heute ganz gut integriert werden und sogar (nicht zwingend autistische) Kinder zeugen, ihre Fortpflanzungsrate ist aber geringer als die von nicht autistischen Menschen, womit es nahezu ausgeschlossen ist, dass in ferner Zukunft die Mehrzahl der Leute von Geburt an anders tickt als heute.

Die Evolution hat kein Ziel. Sie probiert alles aus, behält Funktionierendes bei, verwirft Ungünstiges.

Genetisch bedingter Autimus ist eine Spielart der Evolution. Sie bringt kognitive Vorteile, aber soziale Nachteile.

Damit diese Spielart sich durchsetzt, bräuchten Autisten jedoch einen Reproduktionsvorteil. Den sehe ich nicht. Die meisten Autisten finden keine Partner oder wären mit Kindererziehung überfordert.

Ausnahmen gibt es z.B. im "Silicon Valley" in Kalifornien. Aufgrund der vielen dort ansässigen IT-Firmen, haben sich überdurchschnittlich viele Nerds angesiedelt, was wiederum mehr IT-Firmen anzieht, die noch mehr Nerds anziehen ... darunter sind natürlich auch viele Asperger-Autisten, die in so einem großen Pool gleichgesinnte Partner finden. Die Autimus-Rate bei Kindern dort liegt inzwischen doppelt so hoch wie im Rest der Welt. :-)

Fazit 1: Der Reproduktionsvorteil ist ab einer "kritischen Masse" durchaus gegeben. Denn in Kulturen wie dem "Silicon Valley" haben IT-affine Asperger-Autisten einen Einkommensvorteil, Partnersuche ist aufgrund der Autisten-Dichte kein Problem, sie können also ganz normal Kinder bekommen.

Fazit 2: Damit Aspies von Sonderlingen zu einer Ethnie (Stichwort "NeuroTribe") werden können, bedarf es besonderer Bedinungen. Sie müssen regional eien relevant große Gruppe sein und einen relevanten Vorteil haben. In Europa ist so eine Situation derzeit nicht absehbar, anderswo schon eher.

Ein weitere Problem sehe ich noch: Wenn beide Eltern leicht autistisch sind, kann sich das bei ihren Kindern summieren. Es ist also zu befürchten, dass "Asperger-Eltern" häufig "Kanner-Kinder" bekommen. Dann wäre es mit der Evolution schnell vorbei, denn eine schwer autistische Generation könnte sich nicht reproduzieren, nicht mal selbst versorgen.

Ich halte das rein evolutionsbiologisch für unwahrscheinlich, da Asperger-Autismus doch gewisse soziale Schwierigkeiten beinhaltet, die gleichzeitig eine Weitergabe der eigenen Gene unwahrscheinlicher machen. Udn Evolution funktioniert ja doch so, dass gewisse Eigenschaften, die einen Überlebensvorteil bieten, sich langsam aber sicher durch höhere Überlebenschancen und durch Fortpflanzung durchsetzen.

Muss aber zugeben, dass ich über die Heredität von Asperger nicht wirklich informiert bin.

Kaum. Denn Evolution findet in der menschlichen Population so nicht mehr statt, eher Degeneration. Das Asperger Syndrom bringt einen Individuum keine größeren Chancen auf Fortpflanzung. Eher niedrigere nehme ich an. 

Nein ziemlich sicher nicht.

Menschen mit Autismus sind durch ihre sozialen Probleme aich in der sexuellen Fortpflanzung gehemmt. Das heißt sie haben eher Nachteile ihre Gene weiterzugeben.

Es kann sein, dass Autisten eine nächste Mutation benötigen, bevor sie die nächste Stufen werden können.

Nein, du kannst Krankheiten nicht mit Entwicklungsstufen gleichsetzen.

Schwachsinnige Frage...

Frag in zwanzigtausend Jahren noch einmal nach.

Evolution geht recht langsam voran. Man kann nichts voraussagen (weil eben niemand die Zukunft kennt), sondern nur im Nachhinein feststellen, was wie warum geschehen ist.

Vor zwanzigtausend Jahren hätte niemand voraussagen können, daß Wölfe zu Pekinesen werden.

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