In Heidelberg oder in Tübingen studieren?

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Kommt drauf an, was Du suchst. Heidelberg ist nicht wirklich großstädtisch, Tübingen ist noch weniger großstädtisch. Wohnungen in Tübingen sind teuer, Wohnungen in Heidelberg sind vermutlich noch teurer.

Latein in Heidelberg ist eingeschränkt, es gibt nur einen Lehrstuhl. Der für Griechische und Lateinische Sprachwissenschaft tritt kaum in Erscheinung. Der Lehrstuhlinhaber hat sich mittlerweile an die Existenz von Lehramtsstudenten gewöhnt, mittlerweile (munkelt man) sind seine Veranstaltungen ganz ordentlich auf die Bedürfnisse der Masse von Lehramtsstudenten zugeschnitten. Sein persönlicher Schwerpunkt liegt auf der Anwendung moderner, d.h. v.a. romanistischer und poststrukturalistischer, Literaturtheorie aufs Studium antiker Texte (im Moment ist Gumbrecht am Seminar assoziiert, und der ist typischerweise Romanist). Mit Historikern und einer historisierenden Lesart der antiken Literatur hat er wenig am Hut. Früher war es noch weniger (es gibt da ein paar üble Zitate ..., vgl. Vorwort der Diss. von Dionysios Chalkomatas, dürfte freilich tempora acta sein), aber die Lehrämtler sollen ruhig machen. Wenn Du Dich bisschen für französische Literatur interessierst, bietet im Institut Ja auch immer interdisziplinäre Veranstaltungen an. Für Lehrämtler gut erträglich, für Forschungsinteressierte dann und nur dann, wenn man mit dieser Linie was anfangen kann. Klassischer Fall von Russischem Roulette, aber eben nur für die, die in die Forschung gehen. Ansonsten denke ich, sehr solide, Josefine hat sogar mal mit dem KFG zur Förderung des Lateinunterrichts was gemacht. Erdkunde ist im Neuenheimer Feld, ebenso die Allgemeine Pädagogik. Das bedeutet bisschen Fahrerei, wenn der Stundenplan ungünstig ist. Machbar, aber Fahrrad muss sein.

In Tübingen hast Du mit zwei Lehrstühlen mehr Auswahl bei der Latinistik, auch der Mittelbau ist größer. Die Fachdidaktik ist möglicherweise stärker integriert, das ist aber nur eine Vermutung. Beide Lehrstühle sind methodisch "unauffällig", d.h. m.m. austauschbar, aber recht solide. Wolkenhauer hat sich Lateinunterricht ausrücklich auf die Fahnen geschrieben. Schau mal auf die Internetseiten des Instituts, Wolkenhauer hat sogar an einer Reihe von Kurzfilmen mitgewirkt, vielleicht kann man sie einschließlich der Institutsbibliothek sogar in einem davon anschauen? Sonst weiß ich kaum etwas über sie (und nicht Alles, was ich wüsste, wenn ich es wüsste, müsste ich sagen, wenn ich es sagen könnte, und nicht Alles wäre interessant, wenn ich es wüsste und sagen könnte, aber nicht sagte). Leonhardt ist nicht gerade der burner, aber auch nicht sooo fürchterlich. Für Lehrämtler wohl gut erträglich. Erdkunde ist fast in Sichtweite des Hegelbaus, in dem die Klass.Phils. siedeln. Zur Allgemeinen Pädagogik in der Münzstraße sollte man ebenfalls ein Fahrrad nehmen, damit ist man in 10 Minuten dort.

Du kannst würfeln oder schauen, wo Du auf die Schnelle ein günstiges Zimmer kriegst.

Ein Freund studiert ist Heidelberg. Allerdings in Richtung BWL und nicht Lehramt. Aber ich denke das Heidelberg schon cool und vor allem sehr schön ist. Ein cooles Studentenleben mit Kneipen etc. gibt es dort auch!!!

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