Im Gewölbekeller wird alles schimmlig?

11 Antworten

Hallo, weiter unten schreibt jemand

(Zitat Anfang)

Da die rel. Luftfeuchte durch Erwärmung gesenkt wird (die Luft damit ein größeres Wasserdampfaufnahmevermögen, also ein größeres Trocknungsvermögen bekommt) und sich die Luft an einer wärmeren Wandoberfläche erwärmt, ist für die Trocknung der Kellerwände einzig und alleine eine wärme Wandoberfläche im Vergleich zur Raumlufttemperatur entscheidend.

(Zitat Ende)

Das "einzig und alleine" ist nicht richtig. Dies zeigt die Erfahrung.

Ich konnte schon viele Entfeuchtungen von Kellern mitverfolgen, wo die Wände nicht beheizt wurden und auch nicht die Luft.

Das Heizen ist einer von mehreren möglichen Wegen. Aber an die Heizkosten sollte man auch denken. Wenn man andere Faktoren übersieht, dann wird man den Schimmel noch züchten, denn er liebt es feucht und warm. Heizen allein transportiert die Feuchte nicht aus dem Raum.

Ich empfehle wie beim Heizen einer Wohnung, wo man es sicher und gleichbleibend warm haben will, die Ventile am Heizkörper nicht per Hand auf- und zuzudrehen, sondern eine Automatik zu verwenden.

Die automatische Regelung von Feuchte muss mehr können als die für eine Temperaturregelung. Deshalb bekommt man auch nicht so leicht eine wirklich geeignete Lösung.

Das Mollier-Diagramm richtig zu verstehen und dann auch noch in eine richtig wirksame Entfeuchtung umzusetzen, das haben schon mehr Leute versucht und waren überrascht, dass hier doch mehr dahintersteckt.

Ich stimme zu:

Man braucht nicht unbedingt eine teuere Technik oder ein Ing.büro oder einen Sachverständigen. Man muss nicht, aber es wäre eben doch sicherer.

Allerdings gibt es nicht viele, die wirklich etwas von der Sache verstehen, egal ob nun "Sachverständiger" oder nicht.

Ich weiß von einem Gewölbekeller in Hessen, der nach Verwendung einer Technik von mehreren Hundert EUR nun keine Probleme mehr hat. Und diese Technik kann mehr als viele "Sachverständige", weil sie immer vor Ort ist und automatisch regelt, was eben kein Mensch zu leisten imstande ist. Oder können Sie täglich sich mehrmals um den Keller kümmern? Jeder Wetterumschwung ändert die Situation. Und wir bemerken nicht jede Wetteränderung (Luftfeuchte, Temperatur, Temperaturunterschiede usw.).

Tja, dann noch viel Glück und tschüß!

Hier läuft nichts verkehrt, denn alte Keller haben i.d.R. hohe Luftfeuchtigkeit. Falls es Fenster gibt, sollte man im Winter öfter lüften. Nicht im Sommer wenn es schwül ist! Lagern sollte man in alten Kellern nie Dinge, die schimmeln könnten, wie Möbel, Kartons u.a. Ideal sind solche Keller allerdings für Vorräte, Konserven, Kartoffeln...

Der Keller hat jede Menge Feuchte in den Wänden eingespeichert. Die damals verbauten Ziegelsteine haben ein Porenraum von über zwanzig Volumenprozent. Da kann sich jede Menge Wasser einspeichern. Pro Kubikmeter Mauerwerk also weit über 100l Wasser.

Die Feuchte in den Kellern kommt oftmals nicht, wie oft behauptet und geschrieben durch undichte Vertikal- und Horizontalabdichtungen. Die Feuchte kommt sehr oft durch Kondensatbildung aus der Raumluft vor allem bei kräftiger Belüftung im Sommer. Hier kühlt die warmfeuchte Sommerluft unter Steigerung der rel. Luftfeuchte vor der kalten Kellerwand aus und hinterlässt dort die erhöhte Feuchte oder auch Kondensat. Ab 70% rel. Luftfeuchte vor einer porösen Oberfläche bildet sich in den feinen Poren und Kapillaren flüssiges Wasser. Das reicht bereits aus, um den ersten Schimmelsporenarten das Auskeimen zu ermöglichen. Schimmel entsteht.

Um den Schimmel zu vermeiden sollten also vor Oberflächen niemals dauerhafte Luftfeuchtewerte von 70% und mehr anzutreffen sein.

Die Luftfeuchte im Oberflächenkontakt der Wand lässt sich aus der allgemeinen Raumluftfeuchte , der Temperatur in der Raummitte und der Oberflächentemperatur (IR-Thermometer verwenden) im Mollier-h-x-Diagramm ablesen.

Zur Kellertrocknung ist es wichtig, direkt die Wärme auf die Wandoberfläche zu bringen ohne das Raumluftvolumen vorher zu erwärmen. Das erreicht man z.B. mit viel Wärmestrahlung. Nur so erwärmt sich die Raumluft nachrangig an der wärmeren Wandoberfläche, was zu einer vergrößerten Wasserdampfaufnahmefähigkeit der Luft führt und die Wandoberfläche dadurch getrocknet wird.

Wird zuerst die Raumluft erwärmt, was bei heutiger Heiztechnik leider all zu oft der Fall ist, so wird die Wandoberfläche nachrangig über die warme Raumluft erwärmt, wobei sich die Raumluft abkühlt und die rel. Luftfeuchte nun im Oberflächenkontakt mit der kühleren Wand ansteigt. So werden Wände befeuchtet, der Dämmwert der Wände gesenkt und man bekommt Schimmelprobleme und hohe Heizkosten!

Man bekommt mittels der Temperierung (nach Großeschmidt) dauerhaft trockene Keller mit geringem Aufwand und für minimale Kosten.

Sollte es kein Eigentum sein, wo der Einbau einer Heizrohrschleife möglich ist, so muss mittels dem Mollier-h-x-Diagramm der Keller gelüftet werden. Im Diagramm liest man Feuchtewerte und Temperatur der Außenluft ab und bestimmt die rel. Luftfeuchte, wenn man diese Luft an die Kellerwandoberfläche läßt. Ist der Wert kleiner als 70% rel. Luftfeuchte so, sollte kräftig gelüftet werden, um den Keller trocken zu bekommen.

Hallo,

was jemand weiter unten schreibt, ist teilweise richtig: Die Luftfeuchte liefert die Feuchte für den Schimmel.

Allerdings würde ich hier nicht heizen, das wird sehr teuer. Ausserdem wird ein Schimmel, der es warm hat, noch mehr wachsen, solange es weiterhin feucht ist. Er wäre dann bestens versorgt.

Die Problematik ist komplex, weil die Physik dazu komplex ist. Auch Architekten und Handwerker haben hier ihre Probleme.

Jetzt mal kurze Pause, es geht gleich weiter.

Teuer wird die Schwammsanierung, wenn dieser durch die Kellerfeuchte wächst.

50,- EUR mehr an jählichen Heizkosten für die Kellertemperierung zur Feuchteverdrängung dürfte noch erträglich sein.

Zur Bestimmung des Lüftungszeitpunktes bedarf es nur des Wissens über die Außenlufttemoeratur und die rel. Luftfeuchte und der inneren Wandoberflächentemperatur (IR-Thermometer benutzen) der Kellerwände.

Mit dem Mollier-h-x-Diagramm kann man dann den theoretisch vor der inneren Wandoberfläche zu erwartenen Feuchtewert nach der Lüftung ablesen. Damit kann man dann mit der entsprechenden Lüftung selbst bestimmen, ob man die Kellerwände befeuchten oder trocknen möchte. Dafür braucht man keine teure Technik, kein Ingenierbüro und keinen Sachverständigen.

Wird die Kellerwandoberfläche durch die Temperierung erwärmt, dann wird das Lüften zur Kondensatvermeidung auch unproblematischer. Der Keller kann somit durch Ablüftung der von der leicht erwärmten Kellerwandoberfläche abdampfenden Feuchtigkeit getrocknet werden. Das kann man auch im Mollier-h-x-Diagramm ablesen.

Zur Trocknung einer Wand bedarf es IMMER eines Feuchtegefälles von der Wandoberflächenfeuchte hin zur oberflächennahen rel. Luftfeuchte der angrenzenden Luftschicht.

Da die rel. Luftfeuchte durch Erwärmung gesenkt wird (die Luft damit ein größeres Wasserdampfaufnahmevermögen, also ein größeres Trocknungsvermögen bekommt) und sich die Luft an einer wärmeren Wandoberfläche erwärmt, ist für die Trocknung der Kellerwände einzig und alleine eine wärme Wandoberfläche im Vergleich zur Raumlufttemperatur entscheidend.

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Zu hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur.

Wenn an den Stirnseiten jeweils Fenster ist, kannst du doch gut für Durchzug sorgen. Bei niedrigen Temperaturen draußen bietet sich das an, da kalte Luft nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann. 

Mit einer Kombination aus Thermostat und Hygrostat sowie einem ordentlichen Lüfter, lässt sich schon ein prima Abluftsystem bauen.

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