Ich liebe meine Eltern nicht!

58 Antworten

Es ist überhaupt nicht wahr, dass jeder seine Eltern lieben muss und man ihn ansonsten verachtet sollte. Du bist deswegen kein Wrack, red dir das nicht ein, sonst wirst du zu einem. Ich finde es komisch, dass du, obwohl du solange mit ihnen zusammenwarst nicht traurig wärst würden sie sterben. Wärst du es echt kein kleines winziges bissen? Ich liebe meine Eltern auch nicht, weil sie schlimmme Dinge getan haben, aber trotzdem unterstellen mir viele Leute ich wär ein schlechter Mensch deswegen. Es ist eine Irrauffassung, dass Therapeuten oder andere Menschen dich unbedingt verstehen können oder mehr Recht haben als du. Therapeuten konnten mir nie helfen. Wenn du sie nicht liebst, dann liebst du sie nicht, und das ist auch okay so. Vielleicht ist das echt eine pubertäre Phase aus der du bald rauskommst. Warte doch ein bisschen ab und guck wie sich das entwickelt.

wenn ich das lese, erinnert mich das ein bisschen an mich. Ich bin jetzt 15 und noch vor einem Jahr hätte ich mir das nie im Leben vorstellen können, was ich jetzt durchmache. Vor ein paar Jahren hatte ich auch schlimme Depressionen, war aber nicht in Therapie, weil meine Eltern mir das auch nicht richtig abgenommen haben. Ich hatte damals ähnliche Gefühle wie du jetzt. Vor einem Jahr habe ich mich dazu entschieden ein Auslandsjahr zu machen, weil ich mir dachte, dass das alles so nicht weitergehen kann. Also habe ich mich beworben für zehn Monate ausland. Ich wurde angenommen und es wurden viele Vorbereitungen getroffen. In dieser Zeit hatte ich auch immer noch leichte Depressionen, aber ich war froh, dass ich dann ei n Jahr ein neues Leben leben durfte. Nach den ersten Vorbereitungen habe ich mich lange Zeit nur noch darauf gefreut. So ungefähr zwei Monate vor meiner Abreise, habe ich dann gemerkt, dass es langsam ernst wird und plötzlich habe ich angefangen das Leben zu lieben und zu genießen. Ich war wirklich wie eine neue Person und ich war nie glücklicher. Einen monat vor meiner Abreise habe ich nochmal alle meine Verwandten besucht und plötzlich wusste ich, was ich an meier Familie habe. Es fiel mir immer schwerer an meine Abreise zu denken und ein Jahr getrennt von meiner Familie zu leben. Jetzt bin ich seit einer Woche im Ausland und hatte die letzten Tage so schlimmes Heimweh. Inzwischen habe ich es fast überwunden, aber erst nachdem ich meinen Eltern das gesagt habe, was ich all die Jahre davor nicht zu ihnen sagen konnte.

Ich weiß, dass alles hört sich jetzt auch nicht viel besser an, als das, was dir andere Menschen über dein Problem erzählt haben, aber mir hat diese eine Entscheidung, die ich vor einem Jahr getroffen habe, so viel Lebenfreude und Lieb gebracht, die ich mir damals nicht hätte vorstellen konnte. Deswegen kann ich dir nur empfelen, auch irgendwie so was in der Art zu machen, irgentwas, was dich zwingt, dein Leben von einer anderen Seite zu sehen. Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner langen Antwort etwas helfen. Ich wünsche dir noch viel Glück, auf deinem Weg das Glück zu finden ;)

Vielleicht liegt es an der Definition des Begriffes „Liebe". In Bezug auf Eltern könnte man auch von Respekt, Dankbarkeit, Angenommensein, Schutz, Fürsorge, Vertrauen, Achtung etc. sprechen und denken. Überlege mal, ob du mit diesen Begriffen eher etwas anzufangen weißt. Und Gefühle ändern sich, ein Leben lang. Und auch deren Definition. Mach dir nicht zu viele Gedanken!

Übrigens halte ich dich für ziemlich intelligent so wie du formulierst. Ich könnte mir auch vorstellen, dass du deine Eltern nicht als „ebenbürtig" empfindest und so auch keine Nähe entwickelst.

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Das Anerkennen von Autorität, setzt voraus dass man jemandem gegenüber sitzt, steht, der einem zumindestens vom Intellekt ebenbürtig ist, Eltern stellen im allgemeinen eine Vorbildfunktion dar, Vorbild kann man aber nur sein, wenn man sich Respekt verschaffen kann.

Du hast in irgendeinem Bereich, keinen Respekt vor deinen Eltern.

Ein Psychologe kann Dir dabei wenig helfen, dieser geht von einem falschen Ansatz (Dir) aus, nur Du bestimmst wo es Dir am Respekt gegenüber deinen Eltern mangelt.

Die Frage ist für mich:

"Haben die Eltern ihr Kind mit Respekt behandelt?"

Stolz auf die Leistungen eines Kindes zu und dabei (evtl.) dessen Bedürfnisse zu ignorieren, hat für mich nichts damit zu tun.

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@kiniro

"Haben die Eltern ihr Kind mit Respekt behandelt?"

"Das eine bedingt das andere"

Stolz auf die Leistungen eines Kindes zu sein und dabei (evtl.) dessen Bedürfnisse zu ignorieren, hat für mich nichts damit zu tun.

Sehe ich genauso, darauf beruht evtl. der fehlende Respekt.

Um hier keine Spekulation zu betreiben, sagte ich in "irgendeinem Bereich".

:-)))

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naja zu aller erst sei gesagt, deine eltern müssen viel für dich tun ... das sollte man in gewisser weise zu schätzen wissen, aber andererseits musst du dich deswegen nicht verpflichtet fühlen ...

wenn man ein kind auf die welt bringt, dann versorgt man es etc, das ist natürlich nett, aber auch natürlich selbstbverständlich.

Also ja ... Eltern ... das sind normale Menschen, mit dem einzigen Unterschied, dass sie ganz lange Zeit immer nahe bei dir sind, meist so knapp über 20 Jahre.

Das sorgt bei den meisten Menschen für positive Gefühle, wenn du vom Charakter her aber nicht so ganz zu deinen Eltern passt, dann muss es aber auch nicht so sein, dass du dich mit denen verstehst, du solltest dich nicht dazu zwingen dich mit ihnen zu verstehen nur weils deine Eltern sind.

Wenn sie dir vollkommen gleichgültig sind ... dann na und ?! Warum stört dich das ?

Frag dich immer nach dem Grund, warum du es denkst ... ist es echt rational, oder vielleicht doch übertrieben und pubertär ?

Ich kann meine überhaupt nicht ausstehen, rein gar nicht, hab absolut negative Gefühle für sie übrig... aber ich verhalte mich zivilisiert, solange ich hier wohne. Wenn ich dann weg bin, dann gehe ich denen ausm weg soweit es geht, wie oben angesprochen, man muss sich denen nicht verpflichtet fühlen.