Ich liebe meine Eltern nicht!

59 Antworten

Hallo quert 987!

Dann muss ich Dich wohl mit einer noch krasseren Tatsache Konfrontieren.

Ich hasse meine Eltern! Ich sehe es nicht ein, warum ich dazu verpflichtet wäre sie zu wertschätzen. Traurig aber wahr.

Mein Dad war öfter im Gefängnis als daheim, saß lange wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung, !!! als (ehemaliger) Rechtsanwalt! :o + hatte Berufsverbot! Wenn er mal draußen war, hat er stark getrunken,und meine Mutter und mich verhauen. Einmal mussten mich die Polente und das Jugendamt zuhause rausholen, kam in ein Krankenhaus, wegen Schnittverletzungen (Gesicht Oberkörper) durch eine zerbrochene Bierflasche…

Meine Mum hat mich nie verteidigt, hatte viele wechselnde „Freunde“. Ich kann mich auf kein gemeinsames Essen mit der „Family“ erinnern. Ich konnte keine Freundinnen mit nach hause nehmen… Irgendwie hat es keinen interessiert was mich bewegt, welche Talente, oder Vorstellungen vom Leben in mir schlummern. Ich hatte vollen Kühlschrank, ein Bett, und keine Probleme in der Grundschule…

Meine Mum hat sich dann mit ihrem Chef zusammengetan (2 Kinder + Scheidung des Chefs von seiner Frau wg. Seinem Fremdgehen). Mein Dad fand etwas später eine 15 Jahre jüngere Blondi, ein Kind kam bald. Spätestens da war ich völlig abgeschrieben.

Meine Tante hat sich bereit erklärt, sich um mich zu kümmern. Sie hat mich in eine (elendige) Handelsschule mit Internat (:(((( )einschreiben lassen. In Bayern! Meine Noten waren dort nicht so besonders (früher schon), und ich war total gefrustet, weil ich lieber irgendwas mit Naturwissenschaften, als mit Doppelter Buchführung, Finazrecht, und Firmenstatistiken machen wollte. (Mein absoluter Traum wäre Apothekerin gewesen ;))

Aufgrund diese und ähnliche kindlicher Erfahrungen sind mir heute weder eine intensive Freundschaft zu jemandem mit einer normalen Familie, noch die Gründung einer eigenen nicht möglich. Bei Versuchen durch Anderen mache ich auf dem Absatz kehrt und flüchte!

Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Taufen, Trauer über Todesfälle haben für mich absolut keine Bedeutung. Ich nehme sie alle einfach zur Kenntnis. Was die meisten Menschen total irritiert.

Hab dann doch eine Medi-Studium geschafft (hatte ja nichts anderes zu tun), an Organik habe ich mich nach der Wirtschafts-Fachabi doch nicht drangewagt…Weil: im Internat zu viel Zeit mit nutzlosem Blödsinn vergeudet.

Nun sind beide meine Eltern seit Jahren tot. Ich habe davon nacheinander am Telefon erfahren, aber da waren sie schon beerdigt. Die Notare, die es mir mitgeteilt haben, wollten nur meine Bankverbindung haben, um mir paar Kröten zu überweisen. Das war es…

Irgendwie sehe ich es nicht ein, dass ich für mein Leben, und für sie dafür dankbar sein muss. Denn so ein Leben, mit solcher Last habe ich mir nicht vorgestellt, und ich habe sie auch nicht darum gebeten.

Weil Du Psychologie-interessiert bist, google mal nach: Antisozialer Persönlichkeitsstörung und Paranoide Persönlichkeitsstörung.

Wobei ich Dir schreiben muss, dass sie nicht in der heftigsten Form vorliegen ;). Sind gut unter Kontrolle, auch wenn es nicht einfach für mich ist. Meiner Meinung nach machen Psychologen einen nur noch Verrückter + Kranker, als man ursprünglich gewesen ist. Keinem Patienten bringt es irgendwas ewig die vergangenen Probleme hin und her zu wälzen, oder bunte Glücks- Pillchen zu schlucken... (Zumal ich weiß, was da drinn ist :))) )

Das alles denke ich darüber, und ich kann Dich irgendwie gut verstehen…

Kinder brauchen 2 Dinge: Wurzeln um Sicherheit zu erlangen, und Flügel, um sich ans Leben zu wagen…

Beides habe ich zuhause nicht bekommen .

Gruß +Alles Gute:

Isa`

Oha du tust mir Leid! Aber Respekt dass du das meistern kannst!

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Als ich klein war hab ich meine Eltern auch nicht geliebt. Ich hab mich in ihrer Nähe unwohl gefühlt, aber irgendwann ging das wieder weg. hast du denn deine Eltern nie geliebt? Oder ist das erst seit ein paar Monaten/Jahren? Ich kenne das, mit einer "Vertrauensperson" wie einem psychologen zu reden, der einen nicht versteht. Deshalb gebe ich dir den Tipp: Geh zu einem anderen oder vielleicht redest du mal mit deinem Vertrauenslehrer.

Ich denke mal, deine Eltern gehen davon aus, dass du sie liebst, oder nicht? Dann würde ich ihnen das besser nicht sagen.

Alles Gute, Nightwish

Hast du mit deinem Therapeuten darüber gesprochen, dass du dich von ihm
nicht verstanden fühlst?

Du solltest ihm bzw einem anderen Chancen einräumen dich zu verstehen
und nicht gleich sagen "ach der versteht mich eh nicht".

Ich denke auch, so wie schon bibi8888 gesagt hat, dass es immer eine Sache ist,
wie man ein Wort definiert.
Und Gefühle können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Du liebst ja auch unterschiedlich.
Die Liebe zum eigenen Partner ist zB vollkommen anders als zu den Eltern oder
dem besten Freund.

Ich vermute aber auch, dass sich deine Gemütslage im Laufe deines Lebens
sich auch noch mal ändern wird.
Du bist schließlich noch sehr jung.

Daß Du mit 14 alles anders einschätzest,als ein fast 70-jähriger Vater wundert mich nicht. Vielleicht rührt Deine "Lieblosigkeit" daher,daß Du Dich mit Deinen Problemen aufgrund des großen Altersunterschiedes unverstanden fühlst,oder Dir gemeinsame Unternehmungen fehlen,oder peinlich sind.

Haupsache ist doch,daß Deine Eltern jederzeit für Dich da sind,wenn Du sie brauchst, ob Du Sie nun "liebst" oder nicht,respektieren solltest Du sie und ihre Ansichten schon, alles andere kann sich schnell ändern. Verrückt machen täte ich mich deswegen nicht,ich habe meine Eltern auch nicht unbedingt geliebt,sehe dazu aber auch keine unbedingte Verpflichtung.

Du bist in einem Anti-Eltern-Alter, das ist notwendig, um dich langsam abnabeln zu können. Ebenso normal ist es, dass du keine Lust mehr hast mit denen etwas zu unternehmen. Also im Grunde alles altersgemäß und völlig normal... UND geht auch wieder vorbei.

Neben dem kann ich mir vorstellen, dass du dir sehr wahrscheinlich (unterbewusst) ein Schutzschild aus dem "nichtliebenwollen" aufbaust, da deine Eltern sehr alt sind und du im Grunde schon Angst davor hast, dass sie sterben.

Ich habe mich in dem Alter ebenso völlig unverstanden und wie auf einem einsamen Planeten gefühlt. Damals dachte ich wirklich, dass nur ich so empfinde und alle anderen nicht. Heute weiß ich, dass das ein Entwicklungsprozess ist, den jeder durchlaufen muss. Bei manchen ist das intensiver und belastender, bei manchen verläuft das fast unbemerkt.

Also macht dir nicht zu viel Sorgen, du bist OK. Deine Gefühle werden sich auch wandeln (nicht nur ein mal), auch die, deinen Eltern gegenüber.

Diese gute und einfühlsame Antwort trifft vermutlich ganz genau den Kern der Sache ...

lg

e

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