ich habe eine frage zu Faust 1

3 Antworten

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Er hat die Suche nach Erkenntnis aufgegeben und hofft, dass er durch sinnlichen Lebensgenuss vielleicht eine andere Möglichkeit findet, Erfüllung zu finden und nicht am Leben zu verzweifeln. Er möchte eben erleben, dass das Leben für einen Moment so schön ist, dass er sich wünscht, es möge für immer so bleiben. Durch die Erfahrungen, die ihm Mephisto verschafft, ist er manchmal nahe daran, sich dies zu wünschen, z.B. als er völlig hingerissen von Gretchen ist, aber ganz reicht es nie - bis er endlich die wahre Erfüllung am Ende von Teil 2 findet.

Ja, ein richtiges Happy End - wenn da bloß Mephistos Gaunereien nicht wären. Es wird ja kein Sumpf trockengelegt, wie Faust glaubt. Ob Goethe sich u.A. auch über die im Alter plötzlich religiös werdenden früheren "Stürmer und Dränger" lustig macht?

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@soust

Der Gedanke ist mir zwar neu, aber doch sehr attraktiv! Das könnte sehr wohl so sein, wenn man so an Goethes Sichtweise denkt. Toller, interessanter Denkanstoß!

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Der Wasserfall ist ein Zeichen für das Herabstürzende, das was vergeht und in eine weitere große Wassermasse hinabstürzt. Durch diese Symbolik wird ihm die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens klar, das irgendwann hinabstürzt und auf Erden zu Ende ist, jedoch wie der ,,Wassersturz" in neue Gewässer mündet, mündet das Leben des Menschen in andere Sphären - dort beginnt das ,,ewige Leben" . Der Regenbogen ist der Spiegel des Sonnenlichtes. In ihm erkennt Faust den Abglanz der reinen Erkenntnis, den er für sich als Ziel erreicht hat, indem er erkannt hat, dass ein Mensch die reine Wahrheit nicht herauszufinden vermag. Der Regenbogen spiegelt sich in den ,,(...) Schäume[n] (...)" (V. 4720) des Wasserfalls, was eine tiefere Bedeutung beinhaltet. Die Wassertropfen sind die Grundelemente, durch die es erst möglich wird, das der Regenbogen entstehen kann, so musste auch Faust in seinem Leben erst einige Grunderkenntnisse sammeln, das heißt er durfte sein aktives Streben nicht aufgeben, um letztlich den Grad einer Weisheit zu erreichen, die für ihn möglich ist. Eine Weisheit, eine Erkenntnis, die ein Lebewesen mit Hilfe seines Verstandes und seiner Fähigkeiten im Stande ist zu erringen. Faust kann nun akzeptieren, das jeder Erkenntnisprozess eine Grenze erfährt, wie der Regenbogen ebenfalls in seiner Farbenpracht begrenzt ist. Der alte Faust, der sich dieser Schranken nicht bewusst war, ist endgültig entflohen. Die herrliche Farbpalette des Regenbogens beinhaltet die Elemente der weltlichen Ganzheit und zeigt Faust auch neue Ziele, die in seinem Leben noch zu erreichen sind. In den vielfältigen Farben des Bogens spiegeln sich all die Aufgaben, Lebensabschnitte und zeitlichen Einheiten wieder, die Faust in Zukunft auf seiner Reise durch die abendländische Welt vor sich haben wird.

Genauer kannst Du es nachlesen hier: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/101996.html (nach unten scrollen)

Die Stelle, auf die hier hingewiesen wird, ist sicher für das Ende bestimmend. Aber ich glaube nicht, dass hierdurch ausgesagt wird, der Erkenntnisprozess erfahre seine natürlichen Grenzen wie ein Regenbogen. Denn es heißt: "Bald rein gezeichnet, bald in Luft zerfließend / Umher verbreitend duftig kühle Schauer. (...) Am farbigen Abglanz haben wir das Leben." (V. 4724 - 27). Das passt zum bunten Treiben in der darauf folgenden Szene, und es passt zum Schluss, als Faust den "farbigen Abglanz" von Mephistos Schwindelei für das Leben nimmt und in höchstem Glück den Tod akzeptiert.

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Denke mal, er will wissen, ob sich die Welt ewig weiterentwickelt oder ob irgendwann alles perfekt ist.

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