Hilfe mit meinem Pferd, ich habe schlimems getan!

8 Antworten

Also erstmal: Natürlich ist es nicht gut, dass du so stark an den Zügeln gerissen hast! Aber gut, dass du es bereust! Allerdings: Gebe nächstes Mal so lange die Hilfen, bis er stehen bleibt! Und wenn ihr dabei 30 Runden dreht! Immer den Druck LANGSAM steigern und immer von ganz unten anfangen! Als du gemerkt hast, dass er so gerannt ist, hast du falsch reagiert! Lass ihn nächstes Mal ein paar Mal gegen den Zügel laufen, aber nie zu lange, immer wieder nach ner Zeit nachgeben! Notfalls kannst du es auch so machen: Zweimal Mal Zügel kurz hintereinander annehmen, dann wieder in Ruhe lassen! Kurze Zeit später wieder 2 Mal annehmen, dann wieder nachgeben! Lass aber zwischen dem Angeben Nachgeben immer ein wenig Zeit, sonst wird er hibbelig! Um das Reagieren auf die Hilfen zu fördern reite viele Schritt Trab, Trab Halt Übergänge! Wenn du merkst, dass du die Kontrolle verlierst und er dir durchgeht, reite Volten anstatt am Zügel zu ziehen! 

GLG

~oze

Hallöchen,

Natürlich ist das schlimm, was du getan hast, aber davon wird dein Pferd nicht gleich tot umfallen. Schlimm finde ich, dass du deine Wut an ihm ausgelassen hast. Das ist immer schlecht - egal, was dein Pferd macht. Du kannst ihn immer rügen, aber ohne Emotionen, wie Wut, Enttäuschung, Geltungssucht usw.

aber was soll ich tun wenn er nicht auf mich hört? wie kann ich ihn bestrafen?

Da liegt dein Fehler. Du darfst das Pferd nicht bestrafen. Wozu auch? Es hat dich nicht richtig verstanden oder will dir nicht gehorchen, weil du nicht der Chef im Ring bist.

Dir wurde hier schon vorgeschlagen, für eine Weile nicht mehr zu reiten. Das halte ich für übertrieben. Die Entschuldigung bei deinem Pferd mit der Möhre funktioniert übrigens nicht!

Was du tun kannst:

Reite ihn eine Weile am HINGEGEBENEN Zügel. Aber niemals geradeaus, sondern in großen Bögen, Schlangenlinien, Zirkeln, sehr großen Volten usw.

Dabei lenkst du ihn nur mit dem Körper - und nur, wenn du unbedingt musst, zupfst du ein wenig am Zügel, um die Richtung vorzugeben. Gib sofort wieder nach, wenn er die Richtung eingeschlagen hat.

Das alles passiert im Schritt. Denke dir viele unterschiedliche Formen aus und wiederhole sie, bis du dein Pferd so ganz frei lenken kannst. Reite über Bodenstangen, durch Hindernisse hindurch oder über sie drüber - immer am langen Zügel.

Das Anhalten übst du immer an der gleichen Stelle. Du atmest HÖRBAR laut aus und lässt alle Energie aus deinem Körper. Es dauert vielleicht ein paar Meter, bis dein Pferd langsamer wird und anhält. Wenn nicht, nimm die Zügel zu Hilfe. SOFORT LOSLASSEN, wenn er reagiert hat. Denke daran: Immer an derselben Stelle!

Nach 1-2 Tagen wird dein Pony die Stelle kennen, wo angehalten wird. Gib ihm dort eine lange Pause, vielleicht sogar eine Möhrenscheibe. Du wirst sehen, dass du dann künftig an dieser Stelle immer super halten kannst - aus jeder Gangart. Das ist euer Notstop.

Da dein Pferd mit diesem Notstop (immer mit Ausatmen!) nun auch dein Kommando zum Halten kennen lernt, wird es nach kurzer Zeit (ein paar Tage) auch woanders auf dein Ausatmen reagieren. Aber sei beharrlich, trainiere immer nach dieser Methode. Nicht mal so, mal wie gehabt.

Dein Pferd wird es so nicht kennen, und du auch nicht. Das gibt euch Zeit für einen Neuanfang.

Wenn du dein Pferd im Schritt am langen Zügel steuern kannst,** (aber erst dann!!)** kommen einige Trabtritte dazu. Wieder mit Ausatmen am langen Zügel bremsen.

Bald wird dir ein ganzer Zirkel im Trab am langen Zügel gelingen, und du wirst am "Notstop" anhalten können.

Wichtig: Wird dein Pferd im Trab eilig - sofort zurück in den Schritt - und wieder traben. Dem Pferd wird es bald zu doof, eilig zu werden, wenn er denn doch gleich wieder anhalten muss. Wichtig: Schon den ERSTEN zu schnellen Trabtritt musst du erkennen und korrigieren.

Mache alle Übungen mit einem freundlichen Gesicht. Vielleicht kannst du sogar lächeln! Das überträgt sich auf dein Pferd. Hört sich komisch an, aber es funktioniert!

Wenn du diese Reitweise für ein paar Wochen beherzigst, gibt das folgende Vorteile: Du schließt mit deinem Pony Frieden. Das Pony wird es dir auch danken, denn es gibt keine Strafe mehr. Das Korrigieren in den Schritt, wird es nicht als Strafe empfinden. Du bist immer freundlich und lernst obendrein, zügelunabhängig zu reiten. Das hat doch was, oder? Und dein Pferd verliert seine Sturheit im Maul

Erst wenn du dein Pferd wirklich super so im Griff hast (und verzweifele nicht, wenn es anfangs länger dauert oder nicht gleich klappen will), kannst du anfangen, die Zügel allmählich wieder kürzer zu nehmen. Zentimeter für Zentimeter. Und bald hast du ein super weiches Pony an der Hand, das du allein mit deinem Sitz steuern kannst...

Viel Erfolg!

Vielen, vielen dank für diese tolle antwort! du hast mir damit wirklich sehr viel geholfen! das kann ich super nachvollziehen und das hört sich sogar spaßig für mich und mein pferd an! danke nochmals!

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Es ist grundsätzlich wichtig, dass das Tier dir vertraut, bevor du auf ihm reiten kannst. Ich verurteile dich jetzt keinesfalls, denn Fehler macht jeder.

Er wird besser auf dich reagieren, wenn du vorher oft mit ihm redest, ihm ab und zu Leckerchen zukommen lässt, ihn streichelst etc. Also das jetzt über einen längeren Zeitraum, bevor du dich wieder auf ihn setzt. Nimm dir ein paar Wochen, in denen du dich nur mit dem Pferd beschäftigst. Das wichtigste ist, dass du ihn nicht mit 'Gewalt' betrafst, sondern mit deiner Stimme. Denn Tiere sind nicht dumm, und wenn du dann einige Wochen damit verbracht hast, nicht auf ihm zu reiten, sondern so mit ihm zu reden und das Vertrauen aufzubauen, wird er viel schneller darauf reagieren, wenn du ihn mit Worten bestrafst (er wird an deiner Lautstärke und daran, wie du sprichst ekennen, was du meinst, vorallem, wenn du vorher den Befehl dazu gegeben hast und er es nicht gemacht hat)

Ich selber habe ein Pferd und Anfangs weigerte er sich auch bei mir sofort auf die Befehle zu reagieren, dann habe ich jedoch über drei Monate nicht auf ihm gesessen, sondern habe ihn nur so ausgeführt, also das er neben mir her gelaufen ist, habe mit ihm geredet usw., danach war er das best erwünschbare Pferd und hat auf alles reagiert, was ich befohlen habe vom Sattel aus.

Danke für die tolle antwort. ich werde das unbedingt machen müssen! aber ich muss ihn weiter reiten sonst wird er echt dick... ihm macht das auch immer spaß, wenn wir ein bisschen zusammen rumreiten (mit meiner freundin und ihrer reitbeteiligung), sowas passiert nur wenn wir im richtigen training sind weil ich so frustriert bin ! ich weiß, pferde lernen langsam und wenn ich frustriert bin ist er es auch. vielleicht hab ich zu viel neues von ihm verlangt! wir haben viel seitwärtsgänge geübt und versammlungen weil ich ja so gern richtig dressur reiten würde aber ich glaube er ist überfordert deshalb werde ich nur noch "normal" reiten und mit meiner reitlehrerin daran arbeiten...

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@BreeVanDeKamp

Damit er nicht dick wird, wird wahrscheinlich auch die Alternative reichen, ihn erstmal neben dir herlaufen zu lassen und so lange Spaziergänge zu machen, oder eben mit ihm ausreiten, wenn es ihm Spaß macht. Das bedeutet auch, dass er dich als Reiter mag, denn Pferde, die ihren Reiter nicht mögen, würden einen sogar schon beim Ausreiten Probleme bereiten. Ich finde es jedenfalls sehr schön, dass dich das Wohl deines Pferdes so interessiert :)

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@vickykuroneko

Ich liebe ihn einfach, es war liebe auf den ersten blick... er wurde echt furchtbar gehalten und das erste mal, als ich auf ihm saß, hatte er weder trense noch sattel drauf und es war ein so schönes gefühl! seitdem er mich begleitet bin ich echt glücklich aber er hat sich auch echt als totales wunderpferd entpuppt... er ist so lieb und er macht nie was! einmal bin ich runter gefallen weil wir galoppiert sind und ich keine hilfen zum abwenden gegeben hab... wir sind dann vor die bande galoppiert... ziemlich doof gelaufen, er ist natürlich stehen geblieben und ich bin runter geflogen.. aber er ist sofort zu mir gekommen und hat mich so süß angeguckt... ihm tut das immer so leid wenn ich traurig bin! wir machen so viel zusammen und es macht echt spaß.. das training hat mir neuerdings auch spaß gemacht nur nicht wenn wir einfach nicht harmonieren! meistens tun wir das ja aber ich erwarte zu viel, er ist auch immer so bemüht, aber ich bin einfach schrecklich :( ich wär gern ein besserer reiter... wenn wir rein aus spaß reiten ist das einfach schön und die ausritte sind auch echt toll.

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@BreeVanDeKamp

Das ist wirklich schön zu hören, eine starke Bindung zwischen Reiter und Pferd ist sehr wichtig :) Das wird schon alles, das wichtigste ist, dass du vorallem jetzt über viel Geduld und auch Toleranz verfügst, da er ja aus, wie du gesagt hast, furchtbaren Verhältnissen kommt. Ich bin mir sicher, dass es sich vorallem deiner Einstellung zu urteilen, schnell verbessern wird :)

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