Heißt es der einzige oder der einzigste?

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11 Antworten

Der einzigste wäre der Superlativ von einzig.

Es gibt jedoch weder Komparativ, noch Superlativ von einzig.

Ich bin nicht einziger als du und nicht am einzigsten.

Dementsprechend muss es der einzige heißen.

Selbiges gilt übrigens für besonders.

Bei dem Buch ist dem Lektor wohl ein Fehler unterlaufen:
Errare humanum est.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen; wenn du noch Fragen hast, kommentiere einfach.

LG Willibergi

Der einzige kann nicht gesteigert werden, weil er kein Adjektiv ist.

Die Funktion der Suffixe -er und -st liegt auch nur sekundär in der Steigerung.

Mal abgesehen davon, dass man steigern kann, was man will.

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Es gibt nur "der einzige". "Der einzigste" ist schlicht und einfach falsch.

Irgend ein Neunmalkluger hat wohl mit diesem Unsinn mal angefangen, wohl in der Absicht, zu unterstreichen, dass es sich tatsächlich um den einzigen und niemanden mehr sonst handeln würde.

In die gleiche Kategorie gehört der Ausdruck "keinste". Auch das Wort "kein" lässt sich logischerweise nicht mehr steigern. Weniger als "kein" ist unmöglich.

Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, welche solchen Stuss bedenkenlos nachplappern, ohne sich Gedanken über die Unsinnigkeit derartiger Stilblüten  zu machen.

Auch in Büchern gibt es hin und wieder mal einen Fehler.

Der einzige. "Einzig" kann man nicht steigern!
Stell dir mal so eine Situation vor. Angenommen, du bist der einzige, der in deiner Klasse schwimmen kann. Kannst du oder jemand anders da noch "einziger" sein? xD

Die Funktion der Suffixe -er und -st liegt nicht in der Steigerung.

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An der hausverständischen Logik der Sprache ist grundsätzlich zu zweifeln

Ein kleines Beispiel, wie sich die Sprache immer weiter spezifiziert. Im Mittelalter sagte man vor langer Zeit so (natürlich auf mittelhochdeutsch):

Ich bin ein. 

Der Motor der Sprachentwicklung ist die Spezifizierung, und so hat man was Spezifizierendes drangehängt:

Ich bin allein. Jetzt ist man schon all-ein.

Man setzt gerne noch etwas drauf:

Ich bin ganz allein.

Wenn man ausdrücklich sein will:

Ich bin ganz mutterseelenallein.

Warum sollte man also Absolutadjektive nicht steigern können? Ob es guter Stil ist, sie zu steigern, das ist eine andere Frage; jedenfalls keine der Grammatik.

Wer so vehement gegen den einzigsten ankämpft, der darf auch nicht vom Obersten sprechen.

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Der Fehler liegt jedoch schon in der Annahme. Der Einzige, wie es die neue Rechtschreibung vorgibt, ist nämlich gar kein Adjektiv.

Der einzige, so die klassische Rechtschreibung, ist ein Pronomen. Deshalb gibt es da gar nichts zu steigern. 

Wenn man sich einmal davon löst, ad hoc zu urteilen, stößt man auf Erstaunliches:

Die Steigerung von Adjektiven mit all ihren schönen Begriffen (Positiv, Komparativ, Superlativ) hört sich sehr klug und wissenschaftlich an, ist aber ein Konstrukt des Verstandes. Im Sprachzentrum gibt es so etwas wie Komparation nicht.

Die Suffixe, die man für Komparativ und Superlativ verwendet (-er, -st), sind über den gesamten indogermanischen Sprachbaum hinweg ein beliebtes Wortbildungselement:

der zwanzigste – der andere – alter –  dexter – póteros – kataras – there – southern – der erste – jeder – der oberste –…

Wenn man sich durch dieses heillose Durcheinander kämpft, erkennt man ein bindendes Glied: Überall ist es die Funktion dieser Suffixe, die Lage im Raum zu determinieren.

Der andere ist zu Beginn der andere von zweien. Dexter bedeutet ›rechts‹, southern zeigt auch eine Richtung an, nämlich Süden. Der erste, der zwanzigste, der zweite und der letzte belegen definite Punkte auf einer Zahlengeraden. 

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Wenn man im Mittelalter von einem einzigen sprach, sagte man so (natürlich auf mittelhochdeutsch):

Ein

Der adverbiale Genitiv davon, einez, bedeutete ›einmal‹. Wir wollen nun weiter spezifizieren (weil das nunmal die Sprachentwicklung ist), also fügen wir das Suffix -ig an. Und zwar zur Genitivform:

Einzig (heißt ›einmalig‹)

Und weil es so schön ist, können wir weiter determinieren:

Einzigst

Die wohl besten Vertreter für Hyperspezifikation haben es in den gestelzten Schulaufsatz geschafft:

Man darf zwar von letz-t-er-em und er-st-er-em sprechen, aber nicht vom einz-ig-st-en, der dagegen fast harmlos erscheint.

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Alleiner als allein kann man nicht sein. Das ist mit Einzig genauso. Entweder es ist eines oder nicht. Das ist nicht steigerbar.

Umgangsprachlich wird das gerne gemacht. Ist aber sinnfrei.

http://www.einzigste.info/die-einziegste/

Wenn es umgangssprachlich gerne gemacht wird, ist das der beste Beweis für seine Richtigkeit.

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@Deponentiavogel

Wenn dem so wäre, würde die deutsche Sprache bald nur noch aus "Diggas", falsch verwendeten Dativen und ausgelassenen Präpositionen bestehen.

LG Willibergi 

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@Willibergi

Man kann auch nicht darüber abstimmen, ob 1 + 1 = 2 oder 11 ist. Entweder es ist richtig oder es ist falsch.

Nur weil eine Mehrheit was behauptet, wird es nicht richtiger.

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einzig ist einzig - da gibt es keine Steigerung

Die Funktion der Suffixe -er und -st liegt nicht in der Steigerung.

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der einzige ist richtig

"einzigste" gibt es nicht. "einzige" ist schon richtig

Es gibt für jeden Sprachwissenschaftler und ab jetzt auch für jeden Laien, dem ich das erzähle, den Primat der gesprochenen Sprache. Was dort mit hoher Frequenz verwendet wird, ist richtig.

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@Deponentiavogel

Es geht doch nicht nur um die Steigerungsfähigkeit eines Wortes/Nichtadjetives. Das ist auch eine Frage der Logig. Alleiner als allein kann man nicht sein.

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Es heißt "einzige" :)

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