Glauben Zeugen Jehovas auch daran das es für Menschen die Suizid begangen haben, Gnade gibt?

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Hallo Zischelmann,

ja, das glauben sie und zwar aus gutem Grund! Es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür, warum Menschen sich das Leben nehmen. Häufig steckt dahinter eine schwere psychische Erkrankung wie z.B. Depressionen. Ich kenne z.B. Menschen, die haben zeitweise zwanghafte Selbstmordgedanken als ein Symptom ihrer Erkrankung.

Die Bibel sagt zwar nicht direkt etwas zum Thema "Selbstmord" (obwohl darin Beispiele von Selbstmördern beschrieben werden), doch lässt sie aufgrund wichtiger Aussagen über Gott einige Rückschlüsse zu, wie Gott dazu eingestellt ist. Gemäß dem Wort Gottes ist das Leben als heilig anzusehen, das heißt, Gott gehörend und damit für uns Menschen eigentlich unantastbar. Dennoch gibt es Situationen und Gemütszustände, in denen Menschen derart verzweifelt sind, dass sie nur noch im Selbstmord einen Ausweg aus einer unerträglichen Lage sehen. Manche sind auch aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung nicht mehr wirklich Herr ihrer Lage und mögen aus einem gewissen Zwang heraus handeln.

Da Gott das Herz einer Person kennt, ist er sehr gut in der Lage zu verstehen, was in einem Menschen wirklich vor sich geht, der aus Verzweiflung seinem Leben ein Ende setzt. Auch wenn ein Selbstmörder auf etwas übergreift, was nur Gott gehört, und somit eine Sünde begeht, bedeutet das nicht, dass Gott diesen verurteilt oder gar verdammt. Also haben auch wir nicht das Recht dazu!In der Bibel heißt es über Gottes Bereitwilligkeit zu vergeben: "So fern der Sonnenaufgang ist vom Sonnenuntergang, so weit hat er unsere Übertretungen von uns entfernt. Denn er selbst kennt ja unser Gebilde, ist eingedenk dessen, dass wir Staub sind" (Psalm 103:12,14). Dieser Text zeigt sehr schön, dass Gott nicht wie ein Polizist über uns wacht oder wie ein Scharfrichter darauf aus ist, Sünder zu bestrafen - ganz im Gegenteil! Wie Moses einmal sagte, ist Gott "barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte" (2. Mose 34:6).

Die Bibel zeigt also sehr deutlich, wie liebevoll, barmherzig und gütig Gott zu uns Menschen eingestellt ist. Ihm liegen sogar diejenigen besonders am Herzen, die emotional am Boden sind und Hilfe benötigen. In den Psalmen steht: "Ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten" (Psalm 51:17). In einer Prophezeiung macht er denen Mut, die durch das Leben benachteiligt und niedergedrückt sind: "   Denn er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, Und die Seelen der Armen wird er retten.   Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, Und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen.  .  .(Psalm 72:12-14). Ein sehr schöner und zu Herzen gehender Text, der all jenen helfen kann, die vom Leben enttäuscht und ohne jede Hoffnung sind!

Gott verurteilt zwar den Selbstmord als solches, doch nicht unbedingt diejenigen, die ihn begehen. Wie gerade gezeigt, ist Gott nicht schnell dabei, jemanden, der krankhaft oder aus Verzweiflung handelt, zu verurteilen. Er sucht immer nach einer Möglichkeit, mit einer Person, die ein Unrecht begangen hat, barmherzig zu verfahren. Heißt es doch in seinem Wort: "Er wird den Niedergedrückten in seiner Trübsal befreien, und er wird ihr Ohr in der Bedrückung entblößen" (Hiob 36:15). Du kannst also sicher sein, dass Gott großes Mitgefühl für diejenigen empfindet, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung so verzweifelt sind, dass sie nur noch im Selbstmord einen Ausweg aus einer unerträglichen Situation sehen. Außerdem steht es niemanden von uns zu, ein Urteil über jemanden zu fällen, der seinem inneren Drang nachgegeben, und tatsächlich Selbstmord begangen hat.

Zu Deiner zweiten Frage, ob ein Prediger der ZJ bei einer Trauerfeier jemandes, der Selbstmord begangen hat, eine Ansprache halten würde, kann ich nichts Genaues sagen. Zum einen habe ich selbst noch keinen solchen Fall erlebt, und zum anderen entscheidet das die jeweilige Ältestenschaft vor Ort. In jedem Fall aber werden die Hinterbliebenen mit ihrer Trauer nicht allein gelassen, ganz im Gegenteil. Die Versammlung wird alles tun, um sie zu trösten und sie zu ermuntern und das auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

LG Philipp

Wenn derjenige Psychisch Krank war und sich umbringt, wie mein Bruder, dann bekommt er auch eine Ansprache und eine "Zeugen Jehovas  Beerdigung".Jedoch wurde in der Ansprache nichts darüber gesagt, als ob man ausblenden wollte was da wirklich passiert ist.

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Es kommt stark auf den Grund und die Ursache des Suizids an.

Ein Suizid, resultierend aus einer abgelehnten indizierten Bluttransfusion findet nicht nur Gnade bei Jehova-Gott. Dieser Suizid wird als Beweis der höchsten Treue mit der Auferstehung von den Toten und ewigem Leben belohnt. 

Ein Appell- und Bilanzsuizid mag erst einer kritischen Betrachtung unterzogen werden; kommen ZJ zu dem Schluss, das Leben wurde 'leichtfertig' weggeworfen, dann gibt's auch keine Gnade bei Jehova. 

Da hat es ein Überlebender eines Appellsuizids noch besser, denn er hat ja schließlich noch die Möglichkeit, zu Lebzeiten zu bereuen.

Gemäß den Korrespondenzrichtlinien der ZJ ist es der Entscheidung der Ältestenschaft der jeweiligen Versammlung überlassen, ob sie eine Traueransprache in ihrem Königreichssaal für den per Suizid Verstorbenen zulassen und durchführen oder nicht.

Es ist eine Gewissensentscheidung eines jeden einzelnen Mitgliedes, einer solchen Traueransprache beizuwohnen oder nicht.

Eine Tendenz geht dahin, dass bei bekannt schwerstdepressiven Mitgliedern/Verstorbenen diese Traueransprache nicht verweigert wird. 

Zeugen Jehovas glauben nicht an Hölle. 

Zeugen Jehovas glauben, dass 144000 (also die Zahl 144000 verstehen sie als zahlmässig und NICHT als symbolisch!) "auserwählte Menschen" in Himmel gehen und der grösste Teil davon, bereits  oben sind-mit anderem Körper versteht sich. Hingegen, nehmen sie nur die "12 Stämme des himmlischen Israels" als symbolisch. "Interessante Leute"  diese Zeugen Jehovas! Sie nehmen als symbolisch nur das was ihnen gerade passt. 

In der heutiger Zeit muss man schon akzeptieren/erkennen, dass Zeugen Jehovas die einzige -von Gott geleitet- Organisation auf Erde ist und sich taufen lassen. Ansonsten geht man/frau nicht in Himmel. Im besten Fall (aber wirklich im besten Fall) bleibt man schön auf Erden. Und hoffen auf das irdische Paradies. Aber auch in diesem Fall muss sich  taufen lassen. Den ewigen Tod gibt es für alle diejenigen die die Lehre und Dogmen von Zeugen Jehovas völlig verstanden haben und sich trotzdem nicht taufen lassen wollen-so die Zeugen Jehovas! 

Was Suizid betrifft: Alle diejenigen die Suizide begangen haben werden von Gott  beurteilt, und zwar jede-r einzelne-r individuell. Es liegt nicht an Menschen jemanden zu beurteilen,egal ob man Zeugen Jehovas ist, oder nicht. Denn NUR Gott kennt alle Details-so die Zeugen Jehovas. Das war aber bei Zeugen Jehovas NICHT IMMER SO.

Bei deiner letzte Frage: So wie ich es beim Tod meines Vaters mitbekommen habe: Es gibt beim Trauerfeier kein Predigtdienst in diesem Sinne, sondern nur eine einstündige Ansprache von einem Ältesten (Gemeindevorsteher von ZJ) und dann wird die Leiche begraben. Das wars. Trauerfeier ohne Musik, ohne Essen, ohne NIX. 

Ob nun einen Trauerfeier gibt  für einen Zeugen Jehovas der Suizid begangen hat, das weiss ich nicht.

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(Hier muss ich nun erwähnen, dass mir immer schon bewusst war dass seine Mutter Zeuge Jehovas war, jedoch nicht fanatisch oä.. Allerdings kümmerte mich und ihn das genau so wenig. Er war auch nie wirklich daran interessiert und hatte katholisches Glaubensbekenntnis woraufhin er sich auch firmen lies.)

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