gibt es eine Erzählperspektive in Gedichten?

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2 Antworten

Es gibt keine Erzählperspektive, weil das Gedicht nicht erzählend (= episch) ist.

Bei Barockgedichten musst du immer die religiöse Perspektive  berücksichtigen - auch hier.

Das lyrische Ich ist "kaum vertreten", ja, und doch überall präsent (wer sagt denn "du"?)

Das hat hier seinen guten Grund: Der Dichter sprich ja nicht im eigenen Namen, sondern er spricht die Wahrheiten aus, die er von Gott hat. Er ist geradezu ein Bote Gottes (Bote heisst auf griechisch angelos, also Engel)

Das Gedicht ist auf Antithesen aufgebaut, die die grundsätzliche Vergänglichkeit alles Irdischen verdeutlichen. Die lyrische Substanz ergibt sich weitgehend aus diesen Antithesen.

PS Für eine genaue Analyse des Gedichtes ist es unerlässlich, die biblischen Bilder zu kennen, auf die es immer wieder verweist.


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In diesem Gryphius-Gedicht, in dem das Gefühl des Barock, dass man heute noch fröhlich am Leben ist, morgen aber schon tot sein kann (memento mori), wird in der Tat nicht wirklich erzählt, sondern es werden eigene Ängste durch allgegenwärtige Beispiele "bebildert" und damit eine Art Anklage erhoben.

Allerdings solltest Du Deine Lehrerin mal fragen, was sie von einer Erzählperspektive in Balladen hält. Das sind doch auch Gedichte.

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