Gespräche schreiben/ Roman/Geschichte

1 Antwort

Du musst zu Dialogen im Roman einige wissen: Zum einen sind sie IMMER Konstruktionen, d.h. ein Dialog besteht aus mehr als dem Textinhalt wie z.B.

"Guten Tag, Herr Meier", sagte Frau Schulze.

"Guten Tag, Frau Schulze", sagte Herr Meier.

Wenn kein weiterer Inhalt (Subtext) darin steckt, dann genügt zu schreiben, dass Frau Schulze und Herr sich grüßen. Das braucht keinen Dialog. Wenn aber das Verhältnis der beiden zueinander beschrieben werden soll, dann würde es sich vielleicht so lesen:

"Guten Tag, Herr Meier", sagte Frau Schulze.

"Guten Tag, Frau Schulze." Herr Meier verdrehte genervt die Augen.

Also: Nicht alles, was lebende Menschen sprechen, ist geeignet als Dialog zu dienen. Handlung in Dialogen zu erklären oder Informationen zu vermitteln wirkt immer sehr schulmeisterhaft. Lass die Personen lieber handeln statt erzählen. Er verdrehte die Augen sagt viel mehr über die beiden Figuren aus als man mit langen Dialogen erzählen könnte (ohne den Leser zu langweilen). Ein alter Grundschatz der Schreibschulen lautet: Show don't tell! Das gesagt genau das.

Außerdem stoppt jeder Dialog die Handlung. Es passiert ja nichts, die reden ja nur. Also lass sie dabei etwas tun, z.B. auf und ab gehen, ein Marmeladenglas öffnen oder was weiß ich. Das IST Handlung! Schau den Leuten im wirklichen Leben aufs Maul, merk dir, WIE sie reden, was sie dabei tun. Knibbeln sie vielleicht an den Fingernägeln? Blättern sie gelangweilt in der Zeitung? DAS gehört mit zum Dialog! Wenn du so etwas aufnimmst, wirken deine Dialoge auch nicht mehr so, als stünden die Protagonisten sich gegenüber und würden vom Blatt ablesen ;-)

Schau dir mal die Schreibübungen hie ran: http://www.prosaschmiede.de/schreib%C3%BCbungen/dialog-lebendig-machen/

Viele Erfolg!

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