Geige E-Saite: Liegt der Klang an der Saite, oder an der Geige?

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Darf ich ehrlich sein? Meist liegt es weder an Geige noch Saite, sondern am Spieler!... Die Unterschiede bei den E-Saiten sind sehr klein (außer du spielst auf einer Darmsaite, was ich mal ausschließe). Es gibt blanke, umsponnene und vergoldete, starke und weiche. Ich würde an deiner Stelle eine weiche (dünne) blanke E-Saite probieren, - gibt es ab 2,- € oder weniger (z.B. Lenzner ist sehr gut und billig), - von Umspinnung und Vergoldung halte ich nichts, weil es nur teurer ist und schneller verschleißt, aber nach meiner Erfahrung weder Ansprache noch Klang positiv beeinflusst (mag aber bei anderen Spielern und Geigen anders sein). Ansonsten Bogen auf der E-Saite generell eher etwas kanten, ev. näher ans Griffbrett und halt so locker wie irgend möglich halten :)... Das Problem ist halt, dass die anderen Saiten anders gebaut sind, einen weicheren Kunststoffkern haben und damit leichter ansprechen und weicher klingen...

Liegt an der Saite. Geh dorthin, wo du dir eine neue kaufen würdest und frag, bevor du irgendetwas anderes sagst, woran es läge. Dann reagierst du dementsprechend.

Es ist aus eigener Erfahrung manchmal nicht leicht, herauszbekommen, woran es liegt, dass eine Saite nicht klingt. Und noch schwerer ist es, wenn man das Instrument nicht kennt und es nicht in der Hand hat, so wie ich. Hier gebe ich mal 5 Tipps, denen Du nachforschen kannst: 1.) schlechte Qualität der Saite? 2.) ist das Instrument irgendwo offen? 3.) liegt die Saite zu tief? Also: ist der Sattel vielleicht zu tief, so dass die schwingende Saite das Griffbrett berührt? 4.) berührst Du vielleicht beim Spielen die E-Saite mit der Hand? Also: das ist der Berührungspunkt zwischen der Hand (Zeigefinger) und dem Hals der Geige. 5.) Hast Du an der Stelle, wo die Saite über den Steg gelegt ist, eine Verstärkung der Saite, damit die Saite nicht in den Steg hineinschneidet? Wenn diese Verstärkung in Richtung Griffbrett nicht genau mit dem Steg abschließt, kann die Saite hier nicht optimal in Schwingungen gesetzt werden. Dann "schrillt" sie. Das ist übrigens oft der Grund! Tipps zu 2.), um zu prüfen, ob das Instrument offen ist: oft kann man offene Stellen nicht SEHEN, aber HÖREN. Halte die Geige an der Schnecke hängend und klopfe VORSICHTIG!!! alle Zargenränder der Decke und des Bodens ab. Klopfe mit dem Fingerknöchel, so, wie man an eine Tür klopft. Aber VORSICHTIG! Nur ganz leicht klopfen. Wenn Du an irgendeiner Stelle ein helles, vielleicht schnarrendes Geräusch hörst, ist die Geige offen und muss möglichst bald geklebt werden, weil sich diese offene Stelle zwischen Decke oder Boden und Zarge während des Spielens durch die erzeugten Schwingungen immer weiter öffenen kann. Wenn Du das schnarrende Geräusch gehört hast, kannst Du die Stelle noch besser orten, wenn Du mit der Ecke eines Bogens Briefpapier versuchst, dort zwischen die Hölzer zu kommen. DORT muss geleimt werden! NICHT MIT UHU ODER ANDEREM SELBST KLEBEN! Der Geigenbauer nimmt hierzu Spezial-Leim. Bei Nr. 3.) musst Du zum Geigenbauer, der einen höheren Sattel aufbauen muss. Nr. 4.) selbst prüfen, Nr. 5) kann man selbst einrichten, aber NUR, wenn Du weißt, wie man fachgerecht eine Saite aufzieht. Das ist eine Sache von wenigen Minuten. Du kannst auch Folgendes machen: Geige zwischen die Knie, E-Saite herunterdrehen, aber nur so weit, dass Du die Verstärkung leicht über Steg in Richting Saitenhalter schieben kannst. Die Verstärkung soll mit dem Steg in Richtung Griffbrett abschließen. Dann Saite wieder vorsichtig spannen. Beachte dabei, dass der Steg nicht schief steht. (90° zur Decke!) und nicht schräg (Parallel zum Abschluss des Griffbretts, bzw. genau ausgerichtet zu den f-Loch-Kerben) --- Ich hoffe, es ist eines von den 5 Gedanken. Viel Spaß!

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