Dunkel wars, der ....?

 - (Scherzgedicht)

4 Antworten

Ich mag besonders dieses mittelhochdeutsche derb-scherzhafte Minnelied des mittelalterlichen Sänger/Dichters Neidhart von Reuental. Es beginnt als ode an den Frühling, schwenkt dann zu einer trübseligen Trauerklage um sich dann zu einer derben Satire auf die bäuerliche Bevölkerung der damaligen Zeit zu entwickeln:

Mayenzeit one neidt freuden geit wider streit,

Sein Wiederkummen kann uns allen helffen.

Uff dem Plan one wan sicht man stan wolgethan

Lichte präune plümlein bei den gelffen.

Durch das Gras sind sie schon uffgedrungen.

Und der wald manigfalt ungezahlt ist erschalt.

Daß er ward mit dem nie bas gesungen.

Ich son niet nach ihr sieht hätt ich Fried, des ich biet

Ob mir jemand komm daran zu trosten.

Ich bin verzeiht meine Leid unvereit sind so breit

Ich nehm noch wer mich davon erloste.

Liebesblicken kann ich schicken wilde

Es ist mein Klag alle Tag und Gedag als ein Zag

Liebesblick lass mich bei Blickes Bilde.

Große Not mir entbot der mir droht auf den Tod;

Das ist Hildebolt von Berenreute.

Irenfried und der Schmied werden Glied an eim Wied,

Daß sie mit Gemache lan die Leute!

Berwin den mag niemand überhauzen.

Amelot, Berenbolt han vergolt daß man sollt

über mich gegeben hat zu Praußen.

Ich kam dar one var und gewahr zu ihr Schar;

Ich sah was die Gatelinge täten.

Irenger und ihr mer gingen zwer hin und her

Mit ihr Kapelklingen, sam sie maeten.

Do sprach ich: 'Nu wollt ich eines wetten,

Das ihr gedroht und ihr geschnod würde blod wie ihr freud

Niemand kund mit heres Kraft enfetten.'

Hildemar mit dem Haar, der kam dar.

Ich nahm wahr wie er mit der Schonen wollte schimpfen.

Hoch er sprang an ihr dank uff ein bank, die wars krank.

Das sollte sie ihm preisen für ihr glimpfen

Das ihr beder Lieb sich muste schutten.

Mir was ant, do ich empfand daß ihr Gewand sich entbannt

Und ihr kluges schapel must entrutten.

Ich klag euch her, diese mär. Seht ihr her, wartet wer!

Wie sollt sie zu diesem Ding gebaren?

Ihr nehmt sie gaum one Saum an eim Zaum in eim Baum.

Um den Schaden da sollt er bejaren.

Wollte er unter schönen Kinden walgen

Hin und her, als ein zwer, als auch er hät die Ger,

Besser wär, er hing an einem Galgen.

Ich was vert nach gewert, dass ein Schwert ihm verehrt'

Ein halbes Knie seiner zehn Genossen:

Enzeman lief ihn an; kaum entran er vondan.

Er het nimmer mehr kein Meidt gestoßen.

Würd ich noch zu Reuental gerochen,

Ich hät Heil, Freuden teil, und wär geil, ob ein Seil

Ihm hät alle Viere abgebrochen.

https://www.youtube.com/watch?v=IrF87Rn1DvQ

Ich versteh so gut wie garnichts davon. Gibt es eine Übersetzung in "Neues Deutsch"?

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@adianthum

Ja gibt es, die finde ich aber nicht so gut, weil da sehr viel verloren geht.

Maienzeit schenkt neidlos gerne Freuden und derer viel,

ihre Rückkehr lässt uns alle wieder hoffen.

Auf der Wiese sieht man wieder prächtig blühend

leuchtend-helle Blümlein neben gelben stehen.

Schön sind sie durch das Gras gedrungen.

Und der Wald ertönt in unzähligen Stimmen.

So dass er nie schöner besungen worden war.

 

Ich würde nicht so singen, wenn ich meinen Frieden bekäme und dass nach dem mir verlangt.

Ob mir jemand Trost verschaffen kann.

Ich bin verzagt und mein Kummer ist unglaublich weit.

könnte mich jemand davon erlösen, ich willigte sofort ein.

Der Anblick meiner Geliebten bringt mich schier um den Verstand

darüber klage ich Tag für Tag doch schweige ich, denn Hoffnung hab ich keine.

Lass wenigsten der Liebsten Anblick mir!

 

Ich wurde in die Enge getrieben von dem der mir ans Leben will

dem Hildebolt von Berenreute.

Irrenfried und der Schmied sollten an eine Weide geknüpft werden,

dass sie endlich die Leute in Frieden lassen!

Mit Berwin ist noch keiner fertig geworden.

Und Amelold und Berenbolt haben veranlasst, dass man mich

zum Dienst nach Preußen verpflichten wollte.

 

Auf meiner Reise geriet ich ohne Willen unter sie.

Uns sah was die Wüstlinge alles trieben.

Irrenbär und die anderen liefen kreuz und quer herum

und schlugen mit ihren Bauernsäbeln aus als ob sie mähten.

Da sprach ich: "Ich wollte eines wetten,

dass ihrem Gedrohe und Geschnaube die Luft ausginge,

was nicht mal eine ganze Armee zustande gebracht hätte.'

 

Da kam der Lockenkopf Hildemar dazu,

Und ich sah, wie er mit der Schönen scherwenzte.

Er sprang hoch auf einen morschen Tisch, ungeachtet ob's ihr überhaupt behagte.

Und das sollte sie ihm auch noch loben.

Beider Leiber kamen ganz durcheinander.

Mir wurd's bang als ich merkte, dass ihr Kleid sich aufschnürte

und ihr hübsches Häubchen sich verschob.

 

Ich klag Euch Herr, "Seht nur her!

Wie sie auf diesen Unsinn reagiert?

Auf der Stelle sollte man ihn dafür in einen Baum hängen.

Für immer soll er für den Schaden büßen.

Wollt Ihr es mit den hübschen Mädchen auch so treiben?

Hin und her, kreuz und quer, wie auch der da hätt's gewollt,

der hinge besser gleich an einem Galgen.

 

Beinahe wäre mein Wunsch in Erfüllung gegangen als ein Schwert

ein paar seiner Kumpanen traf:

Enzeman griff ihn an, nur mit Mühe entkam er ihm;

Ein Mädchen aber hat er niemals mehr gestoßen!

Würd ich dafür zu Reuental entschädigt,

ich hätt Frieden und Freude wenn ein Strick

im alle Glieder hätt' gebrochen.

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@BerwinEnzemann

Oh Mann- scherzhaft ist das aber eher nicht.

Ich hoffe, er wurde für das Lied nicht aufgeknüpft.

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@adianthum

Im Original hat das ja eine sehr poetische Sprache mit einem sehr ausgeklügelten Reimschema. Das fehlt halt in der Übersetzung total. Im Mittelalter war der Humor ja auch noch etwas niederträchtiger.

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@BerwinEnzemann

Ich habe leider keine Affinität zum mittelalterlichen Sprachgebrauch.

Ich fand die Ausdrucksweise immer "ziemlich umständlich". Aus dem Grund habe ich es immer vermieden, mich damit auseinander zu setzen.

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... Drinnen saßen stehend Leute

Schweigend ins Gespräch vertieft,

Als ein totgeschossner Hase

Auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe

Rückwärts einen Berg hinauf.

Droben zog ein alter Rabe

Grade eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen

Und mit fürchterlichem Krach

Spielen in des Grases Zweigen

Zwei Kamele lautlos Schach.

Und auf einer roten Bank,

Die blau angestrichen war

Saß ein blondgelockter Jüngling

Mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm 'ne alte Schachtel,

Zählte kaum erst sechzehn Jahr,

Und sie aß ein Butterbrot,

Das mit Schmalz bestrichen war.

Oben auf dem Apfelbaume,

Der sehr süße Birnen trug,

Hing des Frühlings letzte Pflaume

Und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße

Wirbelte der Staub empor.

Und ein Junge bei der Hitze

Mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen

Hielt er sich die Augen zu.

Denn er konnte nicht ertragen,

Wie nach Veilchen roch die Kuh.

Und zwei Fische liefen munter

Durch das blaue Kornfeld hin.

Endlich ging die Sonne unter

Und der graue Tag erschien.

Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe

Abends in der Morgenröte,

Als er auf dem Nachttopf saß

Und seine Morgenzeitung las.

"Abraham", sprach Bebraham: "Kann ich Mal dein Zebra ham?"

Mein Lieblingsspruch von Heinz Erhardt: Alles im Leben geht natürlich zu, nur meine Hose, die geht natürlich nicht zu.

Gedicht wie das von Morgenstern hab ich keins parat.

Links, sind Bäume
Rechts, sind Bäume
und dazwischen - Zwischenräume.

In der Mitte fließt ein Bach - Ach.

Woher ich das weiß:Hobby

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