Duisburg - Glück oder Schrecken?

14 Antworten

Mein Statement zu Duisburg kommt etwas spät, aber es ist aktueller denn je... Wenn ich heute noch mal die Wahl hätte - Duisburg ja oder nein, wäre meine Antwort auf jeden Fall ein ganz klares Nein. Warum? Sicher hat Duisburg die ein oder andere nette Ecke (Rahm, Wedau und Grossenbaum). Das war es dann aber auch schon.

Die Innenstadt kann man vergessen - nach Geschäftsschluss ist hier tote Hose.

Auch kulturell hat Duisburg nicht viel zu bieten.

Das aller aller schlimmste für mich ist jedoch der widerliche Gestank der sich quer durch fast alle Stadtteile zieht... Es stinkt ganz furchtbar nach Industrie und nach Schlacke... Du weißt nicht, wie schlacke riecht? Denk einfach an faule Eier... Und das in hunderfacher Konzentration.... Die Einheimischen riechen das nicht mehr, doch als Zugezogener kann ich nur sagen--absolutes no go.. Ich hoffe, dass ich bald aus Duisburg wegziehen kann... Vermissen werde ich hier nichts.

Meine Mutter überlegt ganz fieberhaft darüber nach, nach Duisburg zu ziehen,... na wenn sie dort einen gut bezahlten Job hat.. findet sie sicherlich ein schönes Haus das sie locker bezahlen kann mit einem parkähnlichem Grundstück .. da habt ihr dann die gehobene Nachbarschaft und klar ist es dort ein angenehmes wohnen :))

Hallo!

Ich als Duisburger möchte dann auch mal meinen Senf dazugeben.

Duisburg ist eine Großstadt die sich hinter keiner anderen verstecken muss. Wir haben genauso schlimme/ hässliche Ecken wie jede andere Stadt auch. Duisburg hat leider nur einen wesentlich schlechteren Ruf als die meisten anderen. 

Duisburg kann man eigentlich in mehrere Teile aufteilen. Es gibt einmal den rheinischen Teil ( der Duisburger Süden ). Dann den Teil der zum Ruhrgebiet gehört ( Meiderich, Ruhrort, Laar etc... ). Und dann noch den niederrheinischen Teil ( Walsum, Baerl, Homberg etc... ).

Es gibt Stadtteile, in den ich nicht mal tot über einem Zaun hängen möchte. Dann gibt es aber auch Stadtteile die man von Duisburg so gar nicht erwartet, weil einfach nur idylisch. Duisburg ist geprägt von viel Wasser. Rund 80 Kilometer Rheinufer gibt es in der Stadt. Hingegen nicht mal 20 Kilometer Ruhrufer. Daher auch der Stadtname " Duisburg am Rhein ". Dazu kommen zahlreiche Seen. Hier vor allem zu erwähnen die 6 Seen-Platte im Duisburger Süden mit dem kompletten Naherholungsgebiet. Der Duisburger Stadtwald ist der 3. größte den es in Deutschland gibt. Insgesamt sind weit über 50% der Fläche von Duisburg grün!

Immer wieder wird der Landschaftspark Duisburg-Nord erwähnt. Meine persönliche Meinung ist, dass es zwar mal ganz nett da ist, aber auch nichts besonderes ist. Halt ein altes stillgelegtes Stahlwerk. Ich würde es mehr begrüßen, wenn sich Duisburg mal von seinen schönen Seiten präsentiert anstatt von seinen industriellen.

Kurz noch zu mir:

Ich wohne bis auf eine kurze Unterbrechung mein ganzes Leben in Duisburg. Für mich macht die Stadt aus, dass es halt nicht typisch Ruhrgebiet ist. Der Rheinländer kommt in vielen Dingen auch durch. Ich selber fühle mich dem Rheinland eher verbunden als dem Ruhrgebiet. Ich wohne in einem Dorf im Duisburger Süden. Rings herum nur Felder; Wald, Rheinauen und der Rhein. Ich persönlich möchte nirgendwo anders LEBEN als hier!

Duisburg ist besser als sein Ruf und braucht sich nicht hinter Essen, Mülheim a.d.R., Düsseldorf oder Köln verstecken. Und die Mischung zwischen Rheinländer, Ruhri und Niederrheiner macht den Duisburger besonders!

Wenn Du mal wissen möchtest wie es in Duisburg aussieht kannst Du auch Google-Earth bemühen. Such dort mal folgende Stadtteile ( dort ist es grün ):

Rahm, Serm, Mündelheim, Baerl, Huckingen ( teilweise ), Ehingen, Walsum ( teilweise ), Großenbaum, Wedau, Bissingheim, Rumeln- Kaldenhausen. Oder einfach die Schiene von Duisburg- Duissern Richtung Süden. Dort sieht man den gesamten Stadtwald.

Anbei noch ein Link zu einem Luftbild von Duisburg- Mündelheim ( ist zwar schon gute 10 Jahre alt, aber viel verändert hat sich nicht wirklich ).

http://www.muendelheim.de/index.php?page=luftbild

Bis dann

ZebraDU

Frustriert - wer erklärt mir die Mentalität im Ruhrgebiet?

Hey!

Würde mich über ein paar Meinungen von "Ruhrgebiets-Kennern" freuen.

Ich bin 30 und vor 10 J. wg. Ausbildung vom Niederrhein ins Ruhrgebiet gezogen (aktuell Bochum). Ich war wirklich "guter Dinge". Aber ich bin hier einfach nie heimisch geworden. Hab ein paar Leute kennen gelernt, das schon. Aber so ganz allgemein stoße ich immer wieder sehr schnell an Grenzen.

Sind denn "Ruhrpott" und Rheinland wirklich so unterschiedlich von der Mentalität her? Seit ca. 2 Jahren bin ich beruflich sehr viel in ganz Deutschland unterwegs. Und ich muss sagen, ich komme fast überall (Schwaben ausgenommen ;-) deutlich besser klar, als im Pott. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, damit ihr versteht, wovon ich überhaupt spreche:

Ich finde, hier ist alles so endlos stressig! Verkehr ohne Ende, überall Staus, Baustellen. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer. Aber das, was mich am meisten stört ist das Gefühl, dass "die Leute" so latent aggressiv sind, immer irgendwie "krawallig". Beim Bäcker freundlich zu grüßen, hab ich mir schon längst abgewöhnt, um nicht wie einer vom anderen Stern angeguckt zu werden. Oder wenn ich mal irgendwo nen Joke mache (was halt typisch rheinisch ist^^), dann lockert das in Berlin, Hamburg und anderswo gleich die Stimmung auf und man kommt in ein nettes Gespräch. Hier werde ich meistens nur angeguckt wie ein Auto.. Natürlich gibt es auch andere, das ist klar. Aber ich mein so die allgemeine Haltung.

Ich will dazu sagen, dass ich wirklich niemanden beleidigen möchte! Und damit es nicht falsch rüber kommt: Ich meine damit nicht, dass "der Ruhri" (so es ihn denn gibt) keinen guten Charakter hätte. Habe schon oft genug das Gegenteil erlebt. Wenn man wirklich mal näher in Kontakt mit jemandem kommt oder man sich gegenseitig bei irgendwas hilft, kann man sich voll auf die meisten Leute verlassen. Wovon ich rede, ist so ne "Alltagsfreundlichkeit", die den meisten hier irgendwie völlig abgeht. Ich sehe hier so viele hängende Gesichter. Nirgendwo wird man an der Ampel oder beim spontanen Blickkontakt so oft argwöhnisch angegafft wie hier. Was ist das? Was mache ich denn falsch?! Man hat mir mal gesagt, dass ich auf die Leute evtl. arrogant wirke. Aber ich weiß nicht, wieso - ich bin eigentlich immer offen gewesen und mit allen gut klar gekommen. Ich hab eigentlich ne sehr "freundliche" Art, die z.B. in Süddeutschland, Hessen oder eben im Rheinland auch gut ankommt. Vielleicht ist das hier "too much"? Ich hab keine Ahnung! Gibt es hier so ne ganz bestimmte "regionale Art", zu der man entweder dazu gehört oder nicht?

Noch mal: Ich will echt niemanden beleidigen. Ich kenne ne Menge Leute, die gerne im Ruhrpott sind (auch Zugezogene). Und es geht NICHT darum, den Leuten ein "schlechtes Wesen" zuunterstellen. Wie man hier z.B. zu seinen Freunden steht, ist echt cool. Aber genau deshalb verstehe ich ja auch nicht, wieso die Mentalität im Alltag so "hart" ist.. Oder interpretiere ich das einfach falsch? Bin gespannt auf eure Meinungen :-)

Sebastian

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