Das Sonnensystem ähnelt dem Atommodell. Wäre es nicht vorstellbar, das das Universum eine neue Welt ist, in der die Sterne Atome sind?

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5 Antworten

Hallomichahb64,

Das Sonnensystem ähnelt dem Atommodell.

Nein, tut es nicht. Es ähnelt den Vorstellungen von den Atomen, wie sie kurzzeitig vor etwa 100 Jahren herrschten.

Bis vor Rutherford ging man davon aus, dass Atome kompakt seien. Er entdeckte in seinem berühmten Streuexperiment, dass der größte Teil der Atome leer ist. Bohr (und andere) entwickelten in der Folgezeit ein recht einfaches Modell, auf das Du Dich hier vermutlich beziehst: Im Bohrschen Atommodell kreisen Elektronen auf wohldefinierten Bahnen um einen kompakten, positiv geladenen Kern.

Das Problem ist aber: Man hat praktisch sofort gewusst: Dieses Modell ist falsch. Ein klassisches geladenenes Punktteilchen, das um einen geladenen Kern kreist, sendet Synchrotron-Strahlung ab. Die Elektronen würden auf ihrer "Reise" durch das elektromagnetische Feld des Kerns innerhalb kürzester Zeit so viel Energie verlieren, dass sie nach innen spiralen und in den Kern stürzen.

Wir könnten nicht existieren.

Tatsächlich müssen Atome quantenmechanisch betrachtet werden. Das bessere und bis heute aktuelle Atommodell ist das Orbitalmodell. In diesem ist die quantenmechanische Qualität berücksichtigt, dass Elementarteilchen immer auch Wellencharakter besitzen.

Im Atom verhält sich das Elektron wie eine stehende Welle - seine Wellenfunktion definiert die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines klassischen Teilchens an einem bestimmten Ort innerhalb des Atoms. Das quantenmechanische Elektron ist aber quasi verschmiert über den gesamten Bereich seines Orbitals.

Und nein: Dieses, die Natur erheblich besser beschreibende Atommodell, hat nun keinerlei Ähnlichkeit mehr mit dem Sonnensystem. Dieses "oben wie unten" ist eine antike Vorstellung, die aus einer Zeit stammt, als es noch keine guten, im Experiment bestätigten Modelle gab, die uns zeigen, dass sich quantenmechanische Systeme anders verhalten als makroskopische. Das "oben wie unten" ist deshalb kein Teil seriöser Naturwissenschaft mehr und heute nur noch in esoterischen Vorstellungswelten beheimatet.

Grüße

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Der Gedanke ist reizvoll, aber es gibt gewaltige Unterschiede. Im Atommodell sind die jeweiligen Bausteine jeweils gleich. Elektronen können von einem Atom zum anderen transferiert werden und dort ihren Platz einnehmen. Weil sie alle identisch sind. Atome eines Elements sind allesamt gleich aufgebaut.

Sterne und Planeten haben aber alle unterschiedliche Größen und andere unterschiedliche Eigenschaften.

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Vorstellbar? Na klar.

Möglich? Wieso nicht.

Wahrscheinlich? Nein.

Planeten und Sterne haben komplett andere Eigenschaften, z.B. besitzen sie keine Aufenthaltswahrscheinlichkeiten wie Elektronen.

Auch die Kräfte, die in einem Atom wirken sind grundlegen verschieden.
Während in einem Atom vor allem die Starke und die Elektromagnetische Wechselwirkung den Aufbau des Atoms bestimmen ist in einem Sonnensystem die Gravitation der relevanteste Faktor.

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Warum nicht?

Ich würde aber eher die Milchstrasse, die Lokale Gruppe oder den Virgo-Superhaufen nehmen.

Natürlich sind Galaxien bzw. Galaxiehaufen ganz anders Aufgebaut als Atome, aber wer sagt denn dass diese "Welt" gleich aufgebaut sein muss wie die unsere Welt?
Theoretisch wäre es ja auch möglich dass es eine kleinere Welt als unsere gibt.

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Kommentar von weckmannu
24.04.2016, 11:54

die theoretische Physik sagt etwas anderes: Ein Planetensystem ist, wie von meinen Vorgängern schon erwähnt, sehr verschieden von der Elektronenhülle der Atome. Die Forschung ist auch schon noch tiefer vorgedrungen und hat das Innere der Kernbausteine erkundet.

1.) Die Elektronen sind a) alle gleich, und

b) haben keine innere Struktur - sie sind mit einer Elementarladung ausgestattet.

2.) Protonen und Neutronen im Kern sind aus Quarks aufgebaut, die aber kein Planetensystem oder etwas Ahnliches bilden.

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Das ist eine sehr interessante Frage. Es könnte sein, ist aber unwahrscheinlich, da es viel mehr als nur Sterne gibt. 

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