bruder ist cholerisch und jähzornig

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3 Antworten

Tja, das ist wirklich ein Problem. Vielleicht solltest du mit deinem Bruder in einer neutralen Situation einmal direkt darüber reden, wie er seinen Vater erlebt hat. Das Gebrülle und die Tätlichkeiten und das stinkende Klima der Angst, das er verbreitet hat. Ob er das gut fand und ob ihm die Abwesenheit des Vaters etwas ausmacht. Du wirst wahrscheinlich einiges erfahren. Im richtigen Moment kannst du ihn damit konfrontieren, dass er es jetzt genauso macht.und ihn fragen ob er das gut findet. Hör ihm immer gut zu, denn auch wenn er auszuweichen versucht, wird er dir alles sagen was du wissen musst um die Situation so einzuschätzen, dass du nicht mehr ganz hilflos bist. Eigentlich sollte auf solche Tätlichkeiten eine Reaktion von euch anderen erfolgen, die über das momentane Aufregen hinaus geht. Etwa das hartnäckige verlangen einer Entschuldigung von ihm und zwar konsequent von allen anderen. Bis dahin sollte er bei gemeinsamen Gesprächen außen vor bleiben. Wer das soziale Leben in eurer Familie kaputt macht darf zumindest zeitweise davon ausgeschlossen werden und dieser Ausschluss sollte öffentlich passieren und nicht "hinten rum". Schließlich soll dein Bruder auch merken was er für eine Sch... baut. das er Hilfe braucht ist klar, aber auch ihr, deine Mutter und du braucht Hilfe. ihr seid es gewohnt so sehr zu kuschen das deine Bruder, als Miniausgabe eures Vaters diese rolle besetzen muss. Nicht nur sein Verhalten ist es das das Problem darstellt, sondern auch eure Angstreaktionen darauf. gehe ich recht in der Annahme, das deine betont sachlichen und langen Diskussionen überall funktionieren, nur nicht bei dir zuhause? Wenn man deine Vater "krawallsüchtig" nennen will (was bestimmt eine grobe Vereinfachung seines Problems ist) so seid ihr die perfekten Co-Abhängigen. Ihr müsst euch ändern, sonst geratet ihr immer wieder an Leute die euch beschimpfen, bedrohen und schlagen. oder ihr macht sie durch euer Verhalten sogar dazu, weil euer Verhalten keine vernünftige oder andere Verhaltensweise zulässt. Sieh es mal so, wenn euer Vater ein Schläger ist, bleibt es seine Schuld, aber nun da er weg ist solltet ihr euch von der Angst und den entsprechenden Verhaltensweisen lösen, weil diese Verhaltensweisen den Kontakt mit euch extrem einengen, und zwar genau auf die wenigen "Zugangsmöglichkeiten", die ihr eurem Vater geboten habt. Andere Menschen mögen mehr soziale Intelligenz besitzen als euer Vater, aber die meisten anderen Menschen werden genauso hilflos vor dieser Mauer stehen, die ihr zum Schutz vor dem "bösen" Vater aufgebaut habt und genauso mit verzweifelter Wut reagieren. Solches verhalten verbreitet sich wie das kopieren einer Figur mittels einer Schablone. Die Wut eures Vaters formt eure Angst und mit eurer Angst formt ihr die Wut deines Bruders. Wenn ihr da raus wollt, und für ein besseres Leben müsst ihr da raus, solltet ihr Beratungsstellen aufsuchen, zu Therapeuten gehen und zum Beispiel eine Familienaufstellung machen, euch ansehen wie ihr reagiert auf Wut und ein Coaching machen wie ihr anders, wie ihr besser reagieren könntet. Ihr hattet jetzt Zeit dass die seelischen Wunden verheilt sind nun macht ein wenig "seelischen Rehasport" und bezieht deinen Bruder mit ein, weil er offensichtlich die Rolle des Vaters übernommen hat. Das hilft in der Familientherapie euch allen, wenn er dabei ist, denn ihr bekommt im Coaching die reale Situation und eure Coachs (das bedeutet sowas wie Trainer/Betreuer) können euch gezielt die Situationen, in den ihr bisher kapituliert habt, mit anderen Augen sehen und klären helfen. Sollte der Rest deiner Familie nicht darauf eingehen, mach es alleine. Mit Familie wäre es zwar schneller, gründlicher und effektiver, aber es ist nicht einfach eine zerstrittene Familie unter einen Hut zu kriegen. Am besten redest du mit allen Beteiligten erst einmal einzeln über sowas und tippst vorsichtig an wie man das Problem lösen könnte und das am besten nach einem guten Beratungsgespräch, auf das du gut vorbereitet bist. Die Lösung dieser Probleme ist einer der wichtigsten Schritte, die du und deine Familie im Moment tun können, im Prinzip ist nichts, außer das direkte Überleben wichtiger für euch. Deshalb sollte jeder schritt in dieser Richtung gut vorbereitet und überlegt erfolgen. Es ehrt dich, dass du deine Familie retten willst und nicht einfach die Augen verschließt und davon rennst, aber das Päckchen, dass du damit trägst wird zunächst einmal eher schwerer als leichter. Zum Trost wird es aber leichter zu tragen sein, da du vorwärts kommst und nicht auf der Stelle trittst. Ich hoffe, dass diese Zeilen dir helfen können und wünsche dir alles Gute auf deinem steinigen Weg.

bubbelchen 01.03.2013, 20:26

Vielen Dank für deine Antwort, ich habe gemerkt, dass sie von Herzen kommt. Ich werde mich an deine Tipps halten, du warst eine große Hilfe!

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vielleicht könnte man deinen bruder auch dazu bringen eine therapie zu machen ?!

bubbelchen 28.02.2013, 00:58

ich glaube, dass würde er erst tun, wenn er so wie mein vater etwas sehr schreckliches tut

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das ist echt schlimm,er hat es bestimmt geerbt.ich bin auch cholerisch,aber nicht so schlimm,er sollte wirklich therapiert werden.. das wäre dann für alle familien mitglieder gut.

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