Benötige dringend Hilfe bei einer Gedichtinterpretation!

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2 Antworten

Das in dem Teil nicht interpretiert werden "darf", ist pauschal natürlich Quatsch. Du interpretierst den Text ja bereits, bzw. analysierst den Inhalt, was Teil der Interpretation ist.

Deine Lehrerin möchte lediglich erkennen, ob es dir gelingt, den Inhalt mit deinen eigenen Worten adäquat wiederzugeben. Das tust du, indem du dich fragst, "was" wird hier erzählt oder "um was" geht es. (Berücksichtige dabei unbedingt - das übersehen meine Schüler nahezu jedes Mal - den Titel!). Dein/e LehrerIn möchte nun, dass ein Teil einer Arbeit damit gefüllt wird.

Worum geht es also? Das steht doch da ;) Versuch einfach mal einem, der das Gedicht nicht gelesen hat zu erklären, worum es geht und du bist auf dem richtigen Weg...

PS.: Du kannst gerne mal was verfassen und hier einstellen und ich sage dir, ob es nachvollziehbar für mich ist.

Danke für die Antwort. Und deinen Vorschlag, etwas zu verfassen und beurteilen zu lassen, werde ich gleich in die Tat umsetzen!

Ich versuche mich mal an einem Einleitungsteil:

Das zentrale Thema des Gedichts "An den Mond" von Johann Wolfgang Goethe aus dem Jahr XXXX ist die Sehnsucht. In der ersten Strophe wird der Mond, sein Auftreten in der Nacht und seine Wirkung auf verschiedene Lebewesen und das lyrische Ich selbst beschrieben. In der zweiten Strophe "guckt" der Mond über das Land und beobachtet im zweiten Teil dieser Strophe einen Ritter, der des Nachts seine Angebetete betrachtet. ...

( In die dritte Strophe kann ich im Moment spontan leider nichts reininterpretieren und mein Gehirn will nach beinahe drei Stunden lernen und analysiren etc. auch nicht mehr. Ich freu mich aber, wenn du meinen Versuch einer Inhaltsangabe zu den ersten beiden Strophen mal näher betrachtest :) )

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@Leona1996

Ich muss gestehen, dass ich zunächst doch etwas verwirrt war, da ich Goethes "An den Mond" meines Wissens nach neun Verse hat und ich nun doch etwas verwirrt wegen eines Ritters war. Nachdem ich allerdings auf deinen Link geklickt habe, ist mir aufgefallen, dass es sich bei dem dortigen Gedicht nicht (jedenfalls nicht meines Wissens nach) um das klassische Gedicht "An den Mond" Goethes handelt. Ist dir das bewusst?

Nun habe ich aber dieses Gedicht gelesen (und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich es nicht kenne).

Sehnsucht ist ja gut und schön, aber der unbekannte Mensch, dem du (gedanklich erzählst) und der das Gedicht nicht kennt, wird wahrscheinlich direkt fragen wer hat Sehnsucht und wonach? Zudem kannst du ruhig einige Zitate - einzelne Wörter oder Satzteile reichen schon - als Beleg für deine Inhaltsangabe einbauen. Geh Vers für Vers vor und betrachte anschließend die einzelnen Strophen, dann das gesamte Gedicht und schau dir dann erneut die Strophen und Verse an und versuche sie so zu erschließen, wenn vorher nicht gelungen.

Der Titel sagt dir bereits dreierlei, dass es 1. Abend oder Nacht ist, 2. der Adressat der Mond ist, 3. es sich um eine Gefühl betonte Betrachtung dieses Mondes geht (Das sagt die Formulierung wie an einen Verehrten: "An den Mond")

Die erste Strophe beschreibt hier doch erstmal ein Landschaftsbild oder die Perspektive des "Ich" (Lyrischen-Ichs, wenn du so willst). Versetz dich doch in die Perspektive desselben. Was siehst du? Ein Bild, das eine helle "Zärtlichkeit", den Mond, zeigt, der umgeben oder leicht verdeckt von Nebel oder Wolken ist, vielleicht dringen ein paar dunkle Sterne durch ("Nebel schwimmt mit Silberschauer"). Auf jeden Fall herrscht um ihn Dunkelheit ("Trauer"). Von unten betrachtet das Ich den Mond, die Schwester der Sonne ("Schwester von dem ersten Licht"). Umher hört man "nächtli'ge Vögel".

Der schwebt so hoch und überblickt die ganze Erde von dort oben (Forschend übersieht dein Blick / Eine großgemeßne Weite). Sieht aber nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Beobachtet einen Ritter, wie er seine angebetete durch ein Fenster beobachtet. Das Ich entwickelt eine Sehnsucht ;) dahingehend, selbst so hoch steigen zu können, wie der Mond und die nächtliche/abendliche Landschaft von dort oben bestaunen zu können ("Hebe mich an deine Seite / Gib der Schwärmerei dies Glück!").

In der 3. Strophe wird ersichtlich, dass es sich um Dämmerung handelt, um eine Zeit in der der Tag in die Nacht übergeht (das deutete sich vorher bereits durch den Ritter an und seine angebetete, die beide noch wach sind). Das Ich richtet den Blick nun wieder ab vom Mond ("Trunken sinkt mein Blick hernieder") und denkt nach, wie es wohl wäre, da oben wie der Mond zu hängen und die Welt aus dieser Perspektive zu betrachten. Es kommt letztlich zu der Einsicht, dass die Sehnsucht oder das Verlangen, da oben wie der Mond zu hängen aber vor lauter Eindrücken, die von der Erde auf den Mond einprasseln, auch Nachteile birgt ("So da droben hängen müssen / Ei, da schieltest du dich blind!").

Z.T. ist es schon eine funktionale Interpretation einiger Textstellen. Der Inhalt sollte aber deutlich geworden sein.

Ich hoffe, dass dir das weiter hilft. Wichtig bei der Analyse von Lyrik ist, dass du immer von den kleinsten Einheiten (Wörter, Wortgruppen, Sätze, Verse usw. zu den Größeren gehst, und dann von dem Ganzen wieder auf einzelne Teile zurückgehst und diese in einen Gesamtzusammenhang bringst. So erkennst du schnell den "Witz" eines Gedichtes. Für den Inhalt rate ich dir, die Augen zu schließen und dir das Gedicht vortragen zu lassen. Konzentrier dich genau auf das, was hier beschrieben wird und stell dir das Geschehen wie eine Kamerafahrt vor. Wie sieht die Szene aus (Mond, Nebel, Dunkelheit, Landschaft, Natur etc.). Das sind nur ein paar Tipps, die du ja mal ausprobieren kannst nächste Mal :)

Viel Erfolg!

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Tolle Antwort von naitsabeso und schade das nur einer geantwortet hat,damit hier aber eine, meiner Meinung nach, wirklich hilfreiche Antwort vergeben werden kann, hab ich auch ein Kommentar geschrieben. Weil man ja bei einer Antwort leider nicht die Hilfreichste auswählen kann. LG Thunder82

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